Mediterrane Diät bei Diabetes: Aromatische Kräuter und Gewürze als Blutzuckersenker

In einer Metaanalyse wurde der aktuelle Forschungsstand zum Einfluss von aromatischen Kräutern und Gewürzen der mediterranen Diät bei Diabetikern untersucht. Die spanische Studie zeigt vielversprechende blutzuckersenkende und anti-diabetische Eigenschaften einiger Substanzen.

Kräuter Gewürze, mediterran

Diabetes mellitus Typ 2 (DM2) stellt mit weltweit mehr als 460 Millionen Betroffenen und einer hohen Rate an Begleiterkrankungen eine wachsende Herausforderung für das globale Gesundheitssystem dar. Angesichts dieser Entwicklung wird die Bedeutung wirksamer Behandlungs- und Präventionsansätze immer deutlicher. Ernährungsgewohnheiten spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und dem Management von DM2, weswegen die als besonders gesund geltende mediterrane Diät (MedDiät) immer mehr in den Fokus rückt.

Die mediterrane Diät als therapeutisches Werkzeug

Die MedDiät zeichnet sich durch einen hohen Verzehr von extra nativem Olivenöl, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Obst und Gemüse sowie einen moderaten Verzehr von Fisch, Geflügel und Milchprodukten aus. Diese Ernährungsart wird allgemein als besonders gesund angesehen. Ihr positiver Einfluss auf die Senkung des Risikos für ein metabolisches Syndrom und DM2 wurde bereits durch die randomisierte und kontrollierte PREDIMED-Studie belegt. Auf welchen Inhalten der MedDiät diese Effekte genau beruhen, wurde jedoch nicht untersucht.

Nutzen der aromatischen Kräuter und Gewürze der MedDiät

Aus diesem Grund hat ein spanisches Forscherteam einen systematischen Review und eine Metaanalyse  durchgeführt, um die Wirkung der in der MedDiät enthaltenen aromatischen Kräuter und Gewürze  auf das glykämische Profil von DM2-Patienten zu untersuchen. Untersucht wurden die Inhaltsstoffe Schwarzkümmel, Nelken, Petersilie, Safran, Thymian, Ingwer, schwarzer Pfeffer, Rosmarin, Kurkuma, Basilikum, Oregano und Zimt. Für den systematischen Review wurden 77 Studien und für die Metaanalyse 45 Studien berücksichtigt.

Einfluss auf den Nüchternblutzuckerspiegel

Die Analyse zeigte, dass Schwarzkümmel, Zimt, Ingwer, Kurkuma und Safran den Nüchternblutzuckerspiegel von DM2-Patienten in einigen Studien signifikant senken konnten. Schwarzkümmel zeigte mit einer Senkung von bis zu 27 mg/dl die stärkste Wirkung, dicht gefolgt von Zimt und Ingwer. Diese Ergebnisse legten somit ein therapeutisches Potenzial dieser Gewürze bei der Behandlung von Diabetes nahe, insbesondere im Hinblick auf die primäre Diabetesmanagementstrategie, der Kontrolle des Blutzuckerspiegels.

Wirkung auf HbA1c und Insulin

Obwohl viele der untersuchten Kräuter und Gewürze den Nüchternblutzucker beeinflussten, war ihre Wirkung auf den HbA1c-Wert und den Insulinspiegel selektiver. Nur Ingwer und Schwarzkümmel zeigten neben der Senkung des Nüchternblutzuckers auch eine signifikante Verbesserung des HbA1c-Wertes, was auf eine langfristige Regulierung des Blutzuckerspiegels durch diese Gewürze hindeuten könnte. Darüber hinaus zeigten Zimt und Ingwer eine signifikante Reduktion des Insulinspiegels, was ihre Rolle bei der Verbesserung der Insulinsensitivität und der möglichen Reduktion der Insulinresistenz unterstreichen würde.

Die einzelnen Gewürze genauer charakterisieren

Trotz der signifikanten Ergebnisse für einige Kräuter und Gewürze zeigt die Metaanalyse, dass sich die Ergebnisse zwischen den Studien zum Teil stark unterscheiden.  Beispielsweise zeigte Safran nur in sechs von elf Studien eine Senkung des Nüchternblutzuckers, während in vier Studien stattdessen eine Senkung des HbA1c und des Insulinspiegels beobachtet wurde. Diese widersprüchlichen Ergebnisse könnten auf verschiedene Faktoren wie Begleitmedikation oder Dosierung der Gewürze zurückzuführen sein und sollten in standardisierten Studien weiter untersucht werden. Insbesondere die Auswirkungen von Nelken, Petersilie, Thymian, schwarzem Pfeffer, Rosmarin, Basilikum und Oregano auf das glykämische Profil bedürfen weiterer Untersuchungen.

Potential der mediterranen Diät weiter erforschen

Die Metaanalyse lieferte einen interessanten Hinweis darauf, dass bestimmte Kräuter und Gewürze, die in der MedDiät enthalten sind, einen positiven Einfluss auf das glykämische Profil von DM2-Patienten haben könnten. Von besonderem Interesse für die Zukunft könnte besonders Ingwer sein, der als einziges der untersuchten MedDiät-Gewürze zu einer signifikanten Senkung aller drei untersuchten Parameter führte.

Die gefundenen Unterschiede zwischen den Gewürzen und Kräutern deuten darauf hin, dass ihre spezifischen bioaktiven Inhaltsstoffe die Blutzuckerkontrolle über unterschiedliche Mechanismen beeinflussen könnten. Weitere Forschungsarbeiten sind daher notwendig, um die optimale Dosierung und die Wirkungsmechanismen besser zu verstehen. Nichtsdestotrotz gibt diese Analyse einen weiteren deutlichen Anreiz dafür, über die Ernährung in die Progression des DM2 einzugreifen.

Autor:
Stand:
30.04.2024
Quelle:

Garza, M.C., Pérez-Calahorra, S., Rodrigo-Carbó, C., et al. (2024): Effect of Aromatic Herbs and Spices Present in the Mediterranean Diet on the Glycemic Profile in Type 2 Diabetes Subjects: A Systematic Review and Meta-Analysis., Nutrients, DOI:10.3390/nu16060756

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