Hintergrund
Die Laktationsamenorrhö-Methode (LAM) ist eine natürliche Methode der postpartalen Empfängnisverhütung. Sie basiert darauf, dass während der Stillzeit bei vollstillenden Frauen der Eisprung unterdrückt wird. Sofern alle Voraussetzungen der LAM-Methode erfüllt sind, schützt LAM sehr sicher vor einer Schwangerschaft. Eine unvollständige perinatale Beratung könnte dazu führen, dass diese Methode nicht ausreichend genutzt wird. Dieser Thematik widmete sich eine Forschungsgruppe aus Kalifornien [1].
Daten von mehr als 450 Frauen ausgewertet
Die Forschenden verglichen die Wahrnehmungen zur Wirksamkeit von postpartalen Verhütungsmethoden, einschließlich LAM, bei US-amerikanischen Erstgebärenden. Die Rekrutierung für die Studie erfolgte über soziale Medien. Von 760 Frauen wurden 627 zur Teilnahme eingeladen, 451 (72%) von ihnen wurden eingeschrieben. Die meisten Frauen (81%) hatten einen Hochschulabschluss.
79% der teilnehmenden Frauen beabsichtigten, mindestens einen Monat lang zu stillen. 17% von ihnen wollten die Laktationsamenorrhö-Methode verwenden.
Große Unwissenheit über Laktationsamenorrhö-Methode
Die Ergebnisse offenbarten eine breite Unkenntnis über die Laktationsamenorrhö-Methode. Insgesamt waren lediglich 8% der befragten Frauen der Annahme, dass ausschließliches Stillen das Risiko einer Schwangerschaft "sehr sicher" innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt reduziert. Nur 2% glaubten, dass ausschließliches Stillen effektiver ist als Verhütungspillen oder Kondome.
Im Vergleich zu denen, die andere postpartale Verhütungsmethoden in Betracht zogen, wussten diejenigen, die LAM praktizieren wollten, dass Stillen das Wiedereinsetzen der Monatsblutung verzögert (84% gegenüber 44%, p≤0,0001) und vor einer Schwangerschaft schützt, bis die Monatsblutung zurückkehrt (54% gegenüber 22%, p≤0,0001). 25% der Frauen, die vorhatten, LAM anzuwenden, waren der Ansicht, dass ausschließliches Stillen das Schwangerschaftsrisiko "sehr stark" reduziert. Allerdings schätzten nur 5% LAM effektiver ein als hormonelle Kontrazeptiva, und nur 9% glaubten, dass die Laktationsamenorrhö-Methode sicherer ist als die Verwendung von Kondomen.
Handlungsbedarf bei der Aufklärung über LAM
Die Studie zeigt, dass erstgebärende Mütter in den USA oft nicht über die Auswirkungen des Stillens auf die Menstruation und die Fruchtbarkeit informiert sind. Daher sollten Fachkräfte, die Beratungen zu postpartalen Verhütungsmöglichkeiten anbieten, mehr über die Laktationsamenorrhö-Methode (LAM) informieren, so das Resümee der Studienautoren.









