Wechselseitiger Zusammenhang zwischen chronischer Rhinosinusitis und psychischen Erkrankungen

Eine neue Studie belegt eine bidirektionale Assoziation zwischen chronischer Rhinosinusitis und häufigen psychischen Störungen wie Angst und Depression.

Frau Sinusitis

Die chronische Rhinosinusitis (CRS) ist eine weit verbreitete entzündliche Erkrankung der Nasennebenhöhlen, die durch anhaltende Symptome wie verstopfte Nase, Gesichtsschmerzen und eine verminderte Geruchswahrnehmung gekennzeichnet ist. Sie betrifft weltweit Millionen von Menschen und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.  

Neben den körperlichen Beschwerden wirkt sich die CRS auch auf die psychische Gesundheit aus. Frühere Studien haben bereits ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Angststörungen und Depressionen bei CRS-Patienten festgestellt. Bis vor kurzem war allerdings unklar, ob diese Assoziation einseitig oder bidirektional ist – also ob CRS das Risiko für psychische Erkrankungen erhöht oder umgekehrt. Dieser Frage ging eine kürzlich in der Fachzeitschrift 'JAMA Otolaryngology–Head & Neck Surgery' veröffentlichte Studie nach.

Daten von mehr als 33.000 Patienten untersucht

In einer retrospektiven Kohortenstudie untersuchten Forschende vom Houston Methodist Hospital in den USA die Daten von mehr als 33.000 Patienten aus der "All of Us"-Datenbank, die von den National Institutes of Health (NIH) gesammelt wurden. Die Studie umfasste zwei Gruppen von Erwachsenen: 5.622 Patienten mit chronischer Rhinosinusitis und 28.110 Kontrollpersonen.

CRS und psychische Störungen: Eine wechselseitige Beziehung

Im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne CRS wiesen Menschen mit chronischer Rhinosinusitis ein signifikant höheres Risiko für psychische Erkrankungen auf. Konkret hatten Patienten mit CRS eine 2,79-mal höhere Wahrscheinlichkeit, an Angststörungen zu erkranken, und eine 1,4-mal höhere Wahrscheinlichkeit, eine Depression zu entwickeln.

Außerdem zeigte die Studie, dass Patienten, die bereits an Angststörungen oder Depressionen litten, ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, an chronischer Rhinosinusitis zu erkranken. Diese bidirektionale Assoziation verdeutlicht die wechselseitige Beziehung zwischen CRS und psychischen Erkrankungen, so die Forschenden.

Empfehlungen für die klinische Praxis

Die Ergebnisse dieser Studie haben weitreichende Implikationen für die klinische Praxis. So sollten Patienten mit chronischer Rhinosinusitis verstärkt auf Anzeichen von Angst und Depression gescreent und umgekehrt Patienten, bei denen Angststörungen oder Depressionen diagnostiziert wurden, auf CRS untersucht werden. Dies ermöglicht eine frühzeitige Diagnose und die Einleitung entsprechender therapeutischer Maßnahmen.

Zukünftige Forschungen sollten sich darauf konzentrieren, die Mechanismen dieser bidirektionalen Assoziation weiter zu untersuchen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

Autor:
Stand:
02.01.2025
Quelle:

Khan, N. S. et al. (2024): Chronic Rhinosinusitis and Mental Health. JAMA Otolaryngology–Head & Neck Surgery, DOI: 10.1001/jamaoto.2024.2705.

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