Akute invasive Pilz-Rhinosinusitis ist eine lebensbedrohliche Infektion
Die akute invasive Pilzrhinosinusitis ist eine seltene, fulminante, lebensbedrohliche Infektion, die insbesondere immunsupprimierte Patienten bedroht. Hier sind besonders Patienten mit schlecht kontrolliertem Diabetes mellitus, hämatoonkologischen Erkrankungen und nach Transplantation betroffen. Auch eine HIV-Infektion sowie die Anwendung von Kortikosteroiden erhöhen das Risiko für eine Pilzrhinosinusitis.
Unspezifische Symptome erschweren die Diagnosestellung
Klinisch zeigt sie sich initial häufig mit unspezifischen Symptomen wie nasaler Obstruktion, Rhinorrhoe oder Gesichtsschmerz. Ein Hauptindikator für die Pilzrhinosinusitis ist ein tiefsitzender, persistierender Schmerz im Bereich der Nebenhöhlen, der von Kopfschmerzen begleitet wird.
Auch die Computertomographie (CT) und die endoskopische Untersuchung der Nase zeigen häufig keine eindeutigen Ergebnisse. Im späteren Stadium können ggf. endoskopisch Nekrosen sichtbar werden – diese können sich jedoch auch nur darstellen.
Im Serum kann ggf. Galactomannan nachgewiesen werden. Dies hilft aber nicht, den Ort der Infektion zu identifizieren.
Ein nasaler Abstrich kann mikroskopisch filamentöse Pilzelemente zeigen, welche hochsuspekt für eine Pilzrhinosinusitis sind.
Zudem kann mittels histopathologischer Untersuchung die Nekrose der Mukosa dargestellt und somit die Diagnose gesichert werden. Hierfür ist es aber wichtig, den Ort der Infektion vor der Biopsie zu identifizieren.
Die invasive Pilzrhinosinusitis ist mit einer hohen Mortalität assoziiert
Die Überlebensrate liegt lediglich bei 50 bis 60 %, weshalb eine rasche Diagnosestellung und Therapie essenziell sind. Ohne adäquate Behandlung tendiert die Erkrankung zu einer intraorbitalen und intrakraniellen Ausbreitung, die zu einer Sinus-Cavernosus-Thrombose und zerebralen Infarkten führen kann.
Übersichtsarbeit untersuchte optimale Diagnostik für invasive Pilzrhinosinusitis
Eine aktuelle Übersichtsarbeit beschäftigte sich daher mit der optimalen Diagnostik für diese Erkrankung. Die Studienautoren legten ihren Fokus insbesondere auf die Magnetresonanztomographie (MRT) als mögliche Bildgebung. Das Ziel war es herauszufinden, mit welchen spezifischen MRT-Merkmalen die Infektion möglichst früh und zuverlässig diagnostiziert werden kann.
Im CT meist nur unspezifische sinusitische Veränderungen sichtbar
Meist sind die Kieferhöhlen (Sinus maxillares) und seltener die Siebbeinzellen (Cellulae ethmoidales) von der Infektion betroffen. Sie tritt typischerweise einseitig auf. Bisher erfolgt meist als initiale Bildgebung ein CT. Hier können allerdings vor allem in den frühen Stadien nur unspezifische Schleimhautschwellungen bzw. Verschattungen der Nebenhöhlen gesehen werden. In fortgeschritteneren Stadien zeigen sich subtile Knochenläsionen. Die Studienautoren kommen daher zu dem Schluss, dass diese Untersuchung in der Regel keine sichere Unterscheidung zwischen einer Pilzrhinosinusitis und einer akuten bakteriellen Rhinosinusitis erlaubt.
MRT kann frühzeitig devitalisierte Mukosa darstellen
Die Forscher sahen, dass die MRT im Gegensatz zum CT bereits frühzeitig Zeichen der devitalisierten Mukosa darstellen konnte. Als zentrale MRT-Merkmale identifizierten sie devitalisierte Mukosaareale, erkennbar durch fehlendes des Enhancements der Nasenschleimhaut (sog. „Black Turbinate-Zeichen“) auf T1-gewichteten Bildern sowie einer eingeschränkten Diffusion (diffusionsgewichtete Sequenzen). Die Kombination dieser beiden Merkmale war zuverlässig mit nekrotischem Gewebe assoziiert und half bei der Topographie. Dies ermöglichte eine frühzeitige chirurgische Biopsie und ein Debridement.
Bei klinischem Verdacht sollte ein MRT frühzeitig durchgeführt werden
Die Forscher schlussfolgern daher aus ihren Untersuchungen, dass bei klinischem Verdacht auf eine akute Pilzrhinosinusitis frühzeitig ein MRT erfolgen sollte. Hierdurch kann die frühe Diagnosestellung unterstützt werden. Die spezifischen MRT-Zeichen erlauben eine gezielte chirurgische Biopsie und frühzeitige operative Entfernung nekrotischer Areale. So kann die Überlebensrate der Patienten verbessert werden.









