Die OSA geht mit Verengungen im Bereich der oberen Atemwege während des Schlafs einher
Die OSA ist durch wiederholte Episoden von Apnoen, Hypopnoen, Hyperkapnien und Schlafunterbrechungen charakterisiert. Diese sind durch partielle oder komplette Verengungen der oberen Atemwege während des Schlafs bedingt.
OSA ist mit vielen Krankheiten, wie beispielsweise arterieller Hypertonie, koronarer Herzkrankheit, Arrhythmien, zerebrovaskulären Erkrankungen, Typ-2-Diabetes mellitus oder und sexueller Dysfunktion assoziiert.
Risikofaktoren für eine OSA sind insbesondere Adipositas, männliches Geschlecht, fortgeschrittenes Alter, Rauchen und Abnormalitäten der Anatomie der oberen Atemwege.
Verschiedene Studien zeigten die Korrelationen zwischen dem Body Mass Index (BMI) und dem OSA-Risiko [1, 2].
Die bariatrische Chirurgie ist eine effektive Behandlung der Adipositas und auch die einzige effektive Langzeitbehandlung der OSA bei adipösen Patienten [3].
Longitudinale Studien zeigten bereits den positiven Effekt der bariatrischen Chirurgie auf die OSA [4].
Welchen Einfluss die bariatrische Chirurgie auf Veränderungen im oberen Atemwegstrakt hat und auf das Auftreten einer OSA hat, bleibt bei den älteren Studien unbeantwortet [5].
Studie untersuchte Einfluss der bariatrischen Chirurgie auf die oberen (!) Atemwege
Daher entschieden die Autoren der vorliegenden Studie, den Einfluss der bariatrischen Chirurgie auf die oberen Atemwege zu untersuchen. Das machten sie mit Hilfe der akustischen Pharyngometrie (APh)). Dies ist ein FDA-zugelassenes, nicht-invasives Diagnosetool zur Untersuchung der Schlafapnoe [6]. Dabei kann mittels akustischer Reflexion das Volumen und die Querschnittsfläche des Pharynx gemessen werden.
In der vorliegenden Studie wurden 42 adipöse OSA-Patienten zwischen 18 und 65 Jahren eingeschlossen, die sich einer bariatrischen Operation (laparoskopische Schlauchmagenbildung) unterzogen. Sie wurden basierend auf ihrem Apnoe-Hypopnoe Index (AHI) in die zwei Gruppen mild (5<AHI<15) und mittelschwer-schwer (AHI>15) eingeteilt.
Der Nachbeobachtungszeitraum betrug zwölf Monate. Folgende Untersuchungen wurden vor der Operation sowie drei, sechs und zwölf Monate danach durchgeführt: BMI-Messung, Polysomnographie (PSG) und APh.
Patienten der milden Gruppen erlebten innerhalb der ersten drei Monate postoperativ eine Besserung der Symptome, während Patienten der mittelschweren-schweren Gruppe mehr als zwölf Monate benötigten, um eine signifikante Verbesserung zu erzielen
Der BMI der Studienteilnehmer reduzierte sich signifikant nach dem bariatrischen Eingriff. Der AHI der Patienten der milden Gruppe reduzierte sich signifikant innerhalb der ersten drei Monate postoperativ (p<0,01) und blieb danach unverändert. In der moderat-mittelschweren Gruppe sank der AHI für mehr als zwölf Monate postoperativ (Tag null versus drei Monate, drei Monate versus sechs Monate, sechs Monate versus zwölf Monate; p<0,01).
Die Therapieeffekte der OSAs der milden Gruppe waren signifikant besser im Vergleich zur mittelschweren-schweren Gruppe (sechs Monate: 28,13 versus 14,21; p<0,001; zwölf Monate: 26,75 versus 15,52; p=0,001).
Der OSA Schweregrad war mit der Querschnittsfläche des OPJ und des Glottisbereichs assoziiert, aber nicht mit dem Volumen des Pharynx
Die APh Untersuchung zeigte, dass sich das pharyngeale Volumen beider Gruppen signifikant zwischen Tag null und dem sechsten Monat postoperativ (p<0,01) vergrößerte.
Die OPJ oropharyngeale Verbindungsfläche (Oropharyngeale Junction Area, [OPJ]) und der Glottisbereich nahmen signifikant zwischen Tag 0 und sechs Monaten postoperativ (p<0,01) zu.
Fazit:
Die bariatrische Chirurgie kann die Apnoe und OSA-Symptome bei adipösen Patienten verbessern. Die trifft insbesondere innerhalb der ersten sechs Monate postoperativ zu. Die ermittelten Pharynxbefunde sollten künftig bei adipösen OSA-Patienten unabhängig vom Gewichtsverlust Beachtung finden. Denn sie könnten eventuell den Weg für weitere Therapieoptionen, z.B. eine Uvulopalatopharyngoplastie, ebnen.









