Obstruktive Schlafapnoe (OSA) betrifft weltweit eine erhebliche Anzahl älterer Erwachsener. Schätzungen zufolge zeigen in den USA mehr als 50% der Menschen über 65 Jahre Anzeichen von Atemaussetzern während des Schlafs. Die Erkrankung ist mit einer Reihe von gesundheitlichen Komplikationen verbunden, darunter kardiovaskuläre Erkrankungen, Schlaganfälle und eine erhöhte Mortalität.
Eine der häufigsten Behandlungsoptionen für OSA ist die Positivdruck-Atemwegstherapie (PAP), die in der Regel als Erstlinienbehandlung empfohlen wird. Frühere Studien haben gezeigt, dass diese Methode potenziell positive Auswirkungen auf die Lebensqualität und die allgemeine Gesundheit hat, jedoch waren die Daten zu den langfristigen Auswirkungen in Bezug auf schwere kardiovaskuläre Ereignisse und Mortalität begrenzt. Eine aktuelle Studie liefert nun neue Erkenntnisse zu den gesundheitlichen Vorteilen der Positivdruck-Atemwegstherapie bei älteren Erwachsenen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Open-Access-Zeitschrift 'JAMA Network Open' veröffentlicht.
Daten von mehr als 88.000 Patienten ausgewertet
Die Studie wurde als retrospektive Kohortenanalyse mit Medicare-Daten durchgeführt und umfasste 888.835 ältere Erwachsene mit diagnostizierter obstruktiver Schlafapnoe. Die Forschenden analysierten Daten aus den Jahren 2011 bis 2020 und verfolgten die Patienten bis zum 31. Dezember 2020 oder bis zu ihrem Tod. Zwei Hauptaspekte standen dabei im Fokus: Zum einen die Initiierung der Positivdruck-Atemwegstherapie nach der OSA-Diagnose und zum anderen die regelmäßige Nutzung von PAP über einen längeren Zeitraum.
Das Forscherteam setzte auf robuste statistische Modelle, um die Auswirkungen der PAP-Therapie auf die Gesamtmortalität und das Risiko von schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen (MACE) wie Myokardinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz zu bestimmen.
PAP-Nutzung verringert Mortalität und kardiovaskuläre Ereignisse
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Positivdruck-Atemwegstherapie nach der Schlafapnoe-Diagnose mit einer signifikant reduzierten Gesamtmortalität verbunden ist. Patienten, die mit PAP begannen, hatten ein um 47% niedrigeres Sterblichkeitsrisiko im Vergleich zu denen, die keine PAP-Therapie erhielten. Darüber hinaus erlitten diejenigen, die eine PAP in Anspruch nahmen, signifikant weniger schwere kardiovaskuläre Ereignisse.
Bemerkenswert war, dass ein höherer Gebrauch von PAP mit einer noch stärkeren Verringerung der Mortalität und des MACE-Risikos assoziiert war. Patienten, die regelmäßig PAP anwendeten (höhere Quartile der jährlichen PAP-Nutzung), wiesen eine progressive Abnahme des Mortalitätsrisikos auf, mit einer Hazard Ratio (HR] von 0,74 für die höchste Nutzungsgruppe. Ein ähnlicher Trend zeigte sich auch für das MACE-Risiko.
Dies deutet darauf hin, dass die frühzeitige und kontinuierliche Anwendung der Positivdruck-Atemwegstherapie die langfristige Gesundheit und die Lebensqualität geriatrischer Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe nachhaltig verbessern kann, so die Studienautoren.
Zukünftige Forschungsansätze
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse bleiben offene Fragen, die durch zukünftige Studien beantwortet werden müssen. Geklärt werden sollte, welche Faktoren die Einhaltung der PAP-Therapie beeinflussen und wie diese Intervention weiter optimiert werden kann, um das Risiko für Mortalität und kardiovaskuläre Ereignisse zu minimieren. Prospektive, randomisierte Studien könnten dazu beitragen, die Erkenntnisse aus dieser Kohortenanalyse zu validieren und zu erweitern. Zusätzlich sollte der Einfluss von PAP auf andere Gesundheitsparameter wie kognitive Funktionen und Lebensqualität in zukünftigen Studien berücksichtigt werden, wie die Forschenden anmerken.









