Mpox: Infektionszahlen in Afrika steigen, zunehmende Fälle in Deutschland

Während die Mpox-Pandemie in Afrika unvermindert anhält, steigen auch in Deutschland die Fallzahlen. Bisher wurden allerdings noch keine Infektionen der Klade I registriert.

Affenpocken Läsionen

Mpox breitet sich weiter aus. In Afrika haben inzwischen 16 Länder Infektionen gemeldet. Die Demokratische Republik Kongo (DRC) ist mit 85% der Verdachtsfälle weiterhin am stärksten betroffen. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Infektionen: Im Jahr 2024 wurden bislang 136 Mpox-Fälle an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet, verglichen mit nur 25 Fällen im selben Zeitraum des Jahres 2023. Im Jahr 2022 waren über 45% der Infektionen in Berlin verzeichnet, 2023 stieg dieser Anteil auf mehr als zwei Drittel. Im Jahr 2024 entfallen bisher rund 35% auf die Hauptstadt.

Infektionslage in Deutschland: Berlin an der Spitze, andere Bundesländer ziehen nach

Berlin führt mit 47 gemeldeten Fällen weiterhin die Liste an, doch andere Bundesländer holen auf. Nordrhein-Westfalen (27 Fälle), Bayern (14 Fälle), Hamburg (16 Fälle) und Baden-Württemberg (12 Fälle) verzeichnen im Vergleich zu den Vorjahren einen deutlich höheren Anteil an Infektionen [2]. Alle gemeldeten Fälle betreffen die weniger gefährliche Klade IIb des Mpox-Virus (MPXV), im Gegensatz zur Klade I, die aktuell in Afrika zahlreiche Infektionen verursacht.

Das RKI sieht derzeit keine erhöhte Gefahr durch Klade-I-Viren in Deutschland. Die Situation wird jedoch weiterhin genau beobachtet, um bei Bedarf die Empfehlungen anzupassen.

Mpox-Impfempfehlungen der STIKO

Die Mpox-Impfung spielt eine zentrale Rolle bei der Eindämmung der Erkrankung und schützt effektiv vor symptomatischen Infektionen. Sie trägt entscheidend dazu bei, die Übertragungsrate des Virus zu reduzieren. Durch eine breite Impfkampagne kann die Anzahl der Fälle signifikant gesenkt werden, was nicht nur den Einzelnen schützt, sondern auch die Gemeinschaft vor möglichen Ausbrüchen bewahrt.

In Deutschland rät die Ständige Impfkommission (STIKO) zu einer präventiven Impfung für Personen, die ein erhöhtes Risiko für Infektionen aufweisen. Dazu gehören Männer ab 18 Jahren, die sexuelle Beziehungen zu anderen Männern (MSM) pflegen und häufig ihre Partner wechseln. Auch eine Impfung, die kurz nach einer möglichen Infektion erfolgt, kann effektiv sein. Sie wird für Personen empfohlen, die engen körperlichen Kontakt zu infizierten Personen hatten.

Imvanex: Kostenübernahme und Impfvereinbarungen in Deutschland

Die Vakzine Imvanex ist in Deutschland derzeit in ausreichender Menge verfügbar, und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung. In Bundesländern, in denen keine Impfvereinbarung besteht, müssen Versicherte zunächst die Kosten selbst tragen. In den Regionen mit Mpox-Impfvereinbarung (Stand: 30.09.2024: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein) genügt die Vorlage der Gesundheitskarte in der Arztpraxis.

Autor:
Stand:
06.11.2024
Quelle:
  1. Weltgesundheitsorganisation (WHO), Fallzahlen, 13. Oktober 2024.
  2. Robert Koch-Institut (RKI): SurvStat, abgerufen am 17. Oktober 2024.
  3. Robert Koch-Institut (RKI): Mpox Deutschland, Stand 24. September 2024.
  4. Robert Koch-Institut (RKI): Mpox-Impfung, Stand 29. August 2024.
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