Hochverarbeitete Lebensmittel (Ultra-Processed Foods, UPFs) stellen einen wachsenden Anteil der Ernährung in hochentwickelten Ländern dar. Studien zeigen, dass diese Produkte 25-60 % der Energieaufnahme ausmachen. In Europa und Nordamerika sind diese Werte besonders hoch. Die gesundheitlichen Risiken, die mit einem hohen Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln verbunden sind, umfassen unter anderem ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebserkrankungen.
Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und Mortalität
Die europäische EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln und der allgemeinen sowie ursachenspezifischen Mortalität. Besondere Aufmerksamkeit galt selten erforschten Todesursachen wie neurodegenerativen Erkrankungen und Verdauungskrankheiten.
Eine breit angelegte Kohortenstudie
In die Analyse gingen Daten von über 428.000 Teilnehmern aus 10 europäischen Ländern ein. Die Teilnehmer wurden zwischen 1992 und 2000 rekrutiert und im Mittel über 15,9 Jahre beobachtet. Die Ernährung wurde mithilfe validierter Fragebögen erfasst und entsprechend der Nova-Klassifikation in vier Kategorien eingeteilt: unverarbeitete/minimal verarbeitete Lebensmittel (Nova 1), verarbeitete Zutaten (Nova 2), verarbeitete Lebensmittel (Nova 3) und hochverarbeitete Lebensmittel (Nova 4).
Risiken durch hochverarbeitete Lebensmittel
Ein erhöhter Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln (Nova 4) steht in klarem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Gesundheitsprobleme. Die allgemeine Mortalität steigt nachweislich bei einem Anstieg des Konsums um eine Standardabweichung (HR: 1,04; 95 %-KI: 1,02 bis 1,05). Besonders betroffen sind kardiovaskuläre Erkrankungen, einschließlich zerebrovaskulärer Erkrankungen (HR: 1,09 bis 1,11), sowie Verdauungskrankheiten (HR: 1,12; 95 %-KI: 1,05 bis 1,20). Ein signifikantes Risiko besteht auch für die Parkinson-Krankheit (HR: 1,23; 95 %-KI: 1,06 bis 1,42). Keine Assoziationen konnten zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und Krebserkrankungen oder Alzheimer-Krankheit festgestellt werden. Zusätzlich führten Substitutionen von 10 % hochverarbeiteter durch unverarbeitete Lebensmittel jedoch zu einer signifikanten Reduktion sowohl der allgemeinen als auch der spezifischen Mortalitätsrisiken.
Ernährungsempfehlungen fördern unverarbeitete Lebensmittel
Diese Ergebnisse bestätigen die negativen Auswirkungen von hochverarbeiteten Lebensmitteln auf die Gesundheit und unterstreichen die Bedeutung von Ernährungsempfehlungen, die den Verzehr unverarbeiteter Lebensmittel fördern. Eine Ernährung, die reich an frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln ist, könnte als kosteneffiziente und effektive Strategie zur Reduktion chronischer Erkrankungen dienen.