Der kognitive Abbau im Alter ist eine wachsende Herausforderung, insbesondere durch Demenzerkrankungen wie Alzheimer. Läsionen der weißen Substanz, ein Marker für vaskuläre Veränderungen, stehen im Zusammenhang mit kognitiven Einschränkungen und Demenz. Es wird vermutet, dass bestimmte Ernährungsgewohnheiten, darunter der Konsum von Grüntee, präventive Effekte haben könnten.
Grüntee-Konsum bei älteren Erwachsenen
Die Japan Prospective Studies Collaboration for Aging and Dementia (JPSC-AD) ist eine großangelegte Studie mit 8.766 Teilnehmern ohne Demenz. Ziel war es, den Einfluss von Grüntee und Kaffee auf Läsionen der weißen Substanz sowie auf das Hippocampus- und Gesamthirnvolumen zu untersuchen. Die Teilnehmer wurden mittels MRT gescreent, und ihr Getränkekonsum wurde durch einen Ernährungsfragebogen erfasst.
Höherer Grüntee-Konsum korreliert mit weniger Läsionen
Die Studie zeigte, dass ein höherer Grüntee-Konsum mit einer signifikant geringeren Last von Läsionen der weißen Substanz korrelierte. Insbesondere bei einem täglichen Konsum von mindestens 600 ml war die Last um bis zu 6% reduziert. Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung von Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, ApoE-ε4-Status und Hypertonie signifikant. Für Kaffee hingegen konnte kein vergleichbarer Effekt festgestellt werden.
Neuroprotektive Eigenschaften von Grüntee
Die neuroprotektiven Eigenschaften von Grüntee, wie antioxidative und antiinflammatorische Effekte, könnten eine Rolle bei der Reduktion von Läsionen der weißen Substanz spielen. Eine mögliche Erklärung ist die blutdrucksenkende Wirkung von Grüntee, die bekannte Risikofaktoren für vaskuläre Schäden adressiert. Es wurde jedoch kein signifikanter Zusammenhang zwischen Grüntee-Konsum und dem Hippocampus- oder Gesamthirnvolumen beobachtet.
Grenzen und Stärken der Studie
Als Querschnittsstudie war es schwierig, eine kausale Beziehung zwischen dem Konsum von Grüntee und der Reduktion von Läsionen der weißen Substanz zu bestimmen. Zudem ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Populationen begrenzt, da die Studie ausschließlich in Japan durchgeführt wurde. Trotz dieser Einschränkungen zeichnet sich die Studie durch eine große Stichprobengröße aus, berücksichtigte viele Störfaktoren und zielte gezielt auf Personen ohne Demenz ab, um den Einfluss kognitiven Abbaus auf die Konsumgewohnheiten von Tee und Kaffee zu minimieren.
Grüntee-Konsum als möglicher präventiver Ansatz
Diese Studie legt nahe, dass regelmäßiger Konsum von Grüntee ein einfacher, präventiver Ansatz zur Reduktion von Läsionen der weißen Substanz sein könnte. Weitere prospektive Studien sind notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die Mechanismen genauer zu beleuchten.





