Überleben bei Multiplem Myelom hängt vom Body-Mass-Index ab

Bei Multiplem Myelom gehen Untergewicht und schwere Fettleibigkeit mit einer schlechteren Prognose einher. Laut einer umfassenden Studie sind beide Zustände mit einem verkürzten progressionsfreien Überleben und Gesamtüberleben assoziiert.

Gewicht

Das Multiple Myelom (MM) ist eine prognostisch ungünstige maligne Tumorerkrankung. Die meisten etablierten Prognosefaktoren sind nicht veränderbar und umfassen zum Beispiel zytogenetische Anomalien, erhöhte Serumparameter wie Beta-2-Mikroglobulin (ß 2MG), Alter und den Performance-Status (PS) der Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG-PS). Eine Arbeitsgruppe vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York City untersuchte nun den Einfluss des Body-Mass-Index (BMI) auf das progressionsfreie Überleben (PFS) und das Gesamtüberleben (Overall Survival [OS]) bei Menschen mit neu diagnostiziertem Multiplem Myelom (MM). Die Ergebnisse der Studie wurden im „Blood Cancer Journal“ veröffentlicht [1].

Daten von mehr als 1.100 Patienten ausgewertet

Adipositas ist ein potenziell modifizierbarer, gut etablierter Risikofaktor, der mit einer erhöhten Inzidenz von MM assoziiert ist. Wie sich der BMI nach der Diagnose auswirkt, ist weniger eindeutig. Die prospektive Beobachtungsstudie umfasste Daten von 1.142 PatientInnen aus dem CoMMpass-Register der Multiple Myeloma Research Foundation (MMRF). Die Nachbeobachtungszeit betrug zwei Jahre.

Der BMI wurde in folgende Kategorien eingeteilt:

  • Untergewicht (<18,5 kg/m²): 2% der Teilnehmenden
  • Normalgewicht (18,5 bis <25 kg/m²): 30%
  • Übergewicht (25 bis <30 kg/m²): 38,2%
  • mäßige Adipositas (30 bis <35 kg/m²): 17,9%
  • starke Fettleibigkeit (≥35 kg/m²): 11,9%

Männliche Teilnehmende waren häufiger übergewichtig oder fettleibig (73,5%) als weibliche (59,5%). Frauen waren häufiger untergewichtig (3,6%) als Männer (0,88%).

Niedrigeres Überleben und höheres Progressionsrisiko bei Untergewicht und starker Fettleibigkeit

Im Ergebnis hatten untergewichtige und stark fettleibige MM-PatientInnen ein niedrigeres mittleres progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben als normale, übergewichtige und mäßig adipöse PatientInnen.

Multivariable Modelle, die das PFS und OS mit dem BMI in Verbindung brachten, ergaben bei Untergewichtigen ein signifikant höheres Sterberisiko um 132% (Hazard Ratio [HR] 2,32; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,09–4,97). Darüber hinaus wiesen stark fettleibige MM-PatientInnen ein tendenziell höheres Risiko für Progression (HR 1,29; 95%-KI 0,99–1,67) und Tod (HR: 1,43, 95%-KI 0,98–2,08) auf als Normalgewichtige.

Das Gesamtüberleben verschlechterte sich mit einer höheren Anzahl an Komorbiditäten (Drei-Jahres-OS für Charlson Comorbidity Index [CCI] ≥5: 65%; CCI >2 bis <5: 87%; CCI ≤2: 87%). Ebenso war Gebrechlichkeit signifikant mit einem schlechteren Gesamtüberleben verbunden (Drei-Jahres-OS bei Gebrechlichkeit gegenüber Nichtgebrechlichkeit: 70 vs. 88%).

Die Autoren betonen die Bedeutung klinischer Forschung, um herauszufinden, ob PatientInnen mit Multiplem Myelom und extremem BMI durch Gewichtsmanagementstrategien von verbesserten Behandlungsergebnissen profitieren würden.

Autor:
Stand:
25.07.2023
Quelle:

Shah, U. A. et al. (2023): Extreme body mass index and survival in newly diagnosed multiple myeloma patients. Blood Cancer Journal, DOI: 10.1038/s41408-022-00782-7.

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