Oropharynx-Ca: Patientenberichtete Langzeitoutcomes verschiedener Therapien

Die optimale Therapie für das Oropharynxkarzinom bleibt umstritten. Eine neue Studie beleuchtet patientenberichtete Ergebnisse und zeigt, dass Nebenwirkungen oft die Therapiewahl beeinflussen.

Vergleich

Therapieoptionen bei Oropharynxkarzinom: ein Dilemma

Die optimale Behandlungsstrategie für das oropharyngeale Plattenepithelkarzinom bleibt ein kontrovers diskutiertes Thema. Die Haupttherapieoptionen umfassen entweder Strahlentherapie (Radiatio), kombinierte Radiochemotherapie oder chirurgische Tumorresektion, ergänzt durch eine Halslymphknotenentfernung (Neck Dissektion) und je nach Tumorstadium adjuvante Therapie.

Es ist bemerkenswert, dass diese verschiedenen Ansätze ähnliche Erfolgsraten in Bezug auf die Langzeittumorkontrolle aufweisen. Daher sind die potenziellen Nebenwirkungen oft entscheidend bei der Auswahl der Therapie durch Ärzte und Patienten.

Patientenberichtete Ergebnisse: ein neuer Ansatz zur Bewertung

Von Patienten berichtete Ergebnisse (patient reported outcomes [POR]) haben sich als besonders wertvoll für die Bewertung der behandlungsbedingten Morbidität erwiesen. Bislang wurde jedoch die Vergleichbarkeit der POR zwischen den beiden Haupttherapieoptionen – Strahlentherapie (Radiatio) und chirurgischer Eingriff – weniger umfassend untersucht.

Eine aktuelle Querschnittsstudie hat daher die POR von Überlebenden des Oropharynxkarzinoms im Stadium I-III evaluiert, die entweder eine primäre Strahlentherapie oder einen chirurgischen Eingriff, mit oder ohne anschließende Strahlentherapie, erhalten haben.

Die Studienteilnehmer wurden gebeten, einen speziellen Fragebogen auszufüllen. Dieser umfasste verschiedene Messinstrumente, darunter das MD Anderson Symptom Inventory-Head and Neck Module (MDASI-HN), den Neck Dissection Impairment Index (NDII) und die Effectiveness of Auditory Rehabilitation (EAR)-Skala.

Studiendesign und Teilnehmer

Die Studie umfasste insgesamt 400 Patienten, von denen nahezu die Hälfte (46,2%) eine Überlebenszeit von 8 bis 15 Jahren seit ihrer Erstdiagnose aufwies. Für die abschließende Analyse wurden die Daten von 396 Patienten herangezogen. Die Mehrheit der Teilnehmer war männlich (81,8%) und 48% waren jünger als 57 Jahre.

Darüber hinaus hatten 52,8% der Patienten einen positiven HPV-Status. In Bezug auf die Behandlungsarten erhielten 68% der Patienten eine primäre Strahlentherapie, während 32% sich einer primären chirurgischen Behandlung unterzogen. Von den operierten Patienten erhielten 84% zusätzlich eine postoperative Strahlentherapie.

Unter denjenigen, die eine primäre Strahlentherapie erhielten, bekamen 34,9% zusätzlich eine Chemotherapie. Davon hatten wiederum 53,3% der Patienten während der Behandlung eine Magensonde.

Keine signifikanten Unterschiede in den Langzeitoutcomes

Überraschenderweise zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in den Langzeit-Ergebnissen zwischen den Patienten, die operiert wurden, und denen, die eine Strahlentherapie erhielten.

Chemotherapie mit schlechterem Outcome assoziiert

Es stellte sich jedoch heraus, dass Faktoren wie niedrigere Bildung, geringeres Haushaltseinkommen und die Verwendung einer Magensonde mit signifikant schlechteren Ergebnissen in allen verwendeten Fragebögen korreliert waren. Darüber hinaus war eine begleitende Chemotherapie im Rahmen der Strahlentherapie mit schlechteren Ergebnissen in den MDASI-HN und EAR-Scores assoziiert. Die besten Ergebnisse in den MDASI-, EAR- und NDII-Fragebögen wurden bei Patienten erzielt, die ausschließlich operiert wurden.

Autor:
Stand:
04.09.2023
Quelle:

Dohopolski et al. (2023): Long-term Patient-Reported Outcomes in a Population-Based Cohort Following Radiotherapy vs Surgery for Oropharyngeal Cancer. JAMA Otolaryngology-Head&Neck Surgery. doi: 10.1001/jamaoto.2023.1323

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