Koffein wirkt zellprotektiv auf retinales Pigmentepithel

Oxidativer Stress am retinalen Pigmentepithel gilt als treibender Faktor bei verschiedenen Netzhauterkrankungen. Neue präklinische Daten zeigen, dass Koffein die Zellviabilität steigert und oxidative Schäden am retinalen Pigmentepithel reduziert.

Kaffee

Koffein beeinflusst die Retina

Koffein (1,3,7-Trimethylxanthin) ist eine Hauptkomponente von Getränken wie Kaffee oder Tee. Es ist eine der am meisten verzehrten psychoaktiven Substanzen. Als Adenosin-Analogon wirkt es als nonselektiver Adenosin-Rezeptor-Antagonist. Adenosin-Rezeptoren sind in der Retina reichlich vorhanden. Daher wurde vermutet, dass Koffein einen signifikanten Einfluss auf die Retina haben könnte. Studien zeigten bereits, dass Koffein das zentrale Nervensystem beeinflussen kann, nur wenige Untersuchungen beschäftigten sich jedoch mit seinem Effekt auf die Retina. 

Könnte Koffein oxidative Schädigung von retinalem Pigmentepithel reduzieren?

Das retinale Pigmentepithel bildet eine Schicht zwischen der neuralen Retina und der Bruch-Membran und wirkt so als äußere Blut-Retina-Barriere. Die Intaktheit dieser Schicht ist wichtig für die retinale Funktion. Exposition gegenüber Licht und hohem Sauerstoffpartialdruck begünstigt oxidative Schädigungen an retinalen Pigmentepithelzellen. Dies kann das Auftreten und die Entwicklung verschiedener Retinaerkrankungen, wie beispielsweise der altersbedingten Makuladegeneration und der diabetischen Retinopathie begünstigen. Eine aktuelle Studie untersuchte, ob Koffein die oxidative Schädigung von retinalen Pigmentepithelzellen reduzieren und welcher Mechanismus dahinterstecken könnte.

Koffein wirkte zytoprotektiv auf retinale Pigmentepithelzellen

Die Wissenschaftler zeigten, dass Koffein die Zellviabilität verbessern und die Apoptose von retinalen Pigmentepithelzellen, die sich unter oxidativem Stress befanden, reduzieren konnte. 

Koffein wirkte antioxidativ

Als möglichen Wirkmechanismus hierfür konnten die Forscher eine Verminderung der Level der reaktiven Sauerstoffspezies und Malondialdehyd identifizieren. Analysen belegten zudem, dass Koffein in oxidativ gestressten Zellen die Expression von verschiedenen Genen in Komplement- und Lipidstoffwechselpfaden herabregulieren konnte – Bereiche, die mit Zellschädigung und Entzündung verknüpft sind.

Antioxidativer Effekt wurde auch in vivo bestätigt

Auch in-vivo-Experimente bei Mäusen wiesen darauf hin, dass eine langfristige Zufuhr von Koffein oxidative Schäden am retinalen Pigmentepithel abmildern und die Struktur der gesamten Retina wieder verbessern könnte.

Fazit: Der protektive Effekt von Koffein auf die Retina scheint vielversprechend zu sein und sollte weiter untersucht werden

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass Koffein oxidative Schäden am retinalen Pigmentepithel vermindern, apoptotische Signalwege beeinflussen und strukturelle Netzhautschäden reduzieren kann. Trotz dieser vielversprechenden Daten bleibt die Übertragbarkeit auf den Menschen unklar. Weitere Studien sind notwendig.

Autor:
Stand:
23.02.2026
Quelle:

Liu et al. (2025): Caffeine Alleviates Oxidative Damage of Retinal Pigment Epithelium Cells. Journal of Ophthalmology, DOI: 10.1155/joph/6121757.

 

 

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