PCR als Diagnostik für Herpes-simplex-Keratitis und Herpes Zoster ophthalmicus?
Die Herpes-simplex-Keratitis (HSK) ist eine Keratitis, die durch eine Primärinfektion oder Reaktivierung mit dem Herpes simplex-Virus (HSV) verursacht wird. Die klinischen Manifestationen umfassen eine infektiöse epitheliale Keratitis, neurotrophe Keratitis, stromale Keratitis und eine Endotheliitis [1]. Diese sind klinisch oft schwer klinisch zu diagnostizieren. Daher werden unterstützende diagnostische Maßnahmen, wie beispielsweise Antigen- oder DNA-Tests via Polymerasekettenreaktion (polymerase chain reaction [PCR]) in Betracht gezogen [2,3]. Beispielsweise ist die quantitative PCR zur Diagnose einer infektiösen epithelialen durch HSV verursachten Keratitis nützlich [4,5].
Auch der durch eine Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursachte Herpes zoster ophthalmicus (HZO) kann klinisch oder per VZV-DNA Detektion via PCR diagnostiziert werden. In der klinischen Praxis kann es zum wochen- oder monatelangen Verlauf einer refraktären Keratitis und Episkleritis bei HZO kommen.
Durch eine PCR-Untersuchung kann die VZV-DNA quantitativ bestimmt werden und zur Ermittlung des Schweregrades und der Antwort auf die Therapie genutzt werden [6]. Nachteile der Echtzeit-PCR-Untersuchung sind die komplizierte Prozedur und die Zeit, die für die Messungen benötigt wird.
Schnelle Detektionsmethode zur Bestimmung der HSV/VZV-DNA in Tränenflüssigkeit gesucht
Daher setzten sich die Studienautoren zum Ziel, eine schnelle Detektionsmethode zu etablieren, die die Höhe der HSV/VZV-DNA in der Tränenflüssigkeit bestimmt, sowie deren Anwendbarkeit in der Diagnostik der HSV/VZV-Keratitis zu untersuchen [7].
Eine mikrofluidische Echtzeit-PCR kann schnell virale DNA detektieren. Die Detektion von HSV- und VZV-DNA in der Tränenflüssigkeit ist eine nützliche diagnostische Maßnahme für die HSK und den HZO. In die vorliegende Querschnittstudie wurden 20 Patienten eingeschlossen. Davon waren acht Patienten mit infektiöser epithelialer HSK und zwölf Patienten mit HZO. Zudem wurden insgesamt zwölf Probanden in die Kontrollgruppe eingeschlossen. Davon hatten acht Patienten eine nicht-herpetische Keratitis und vier Individuen waren gesund ohne Keratitis.
In 40 Minuten zum Ergebnis
Zunächst wurde mit Hilfe des Schirmertests Tränenflüssigkeit gesammelt. Die Anzahl der HSV- und VZV-DNA-Kopien in der Tränenflüssigkeit aller Probanden wurde dann mit Hilfe des mikrofluidischen Echtzeit-PCR Systems evaluiert. Ab Beginn der Tränensammlung via Schirmertest bis zum Erhalt des PCR-Ergebnisses dauerte es ungefähr 40 Minuten. Insgesamt konnten mit Hilfe der PCR DNA-Werte von 7,6x101 bis 7,6x105 bei HSV bzw. 5,6x10-3 bis 5,6x105 Kopien/µl bei VZV gemessen werden.
Sensitivität und Spezifität der Bestimmung
Die Sensitivität und Spezifität sowie der positive prädiktive Wert und der negative prädiktive Wert der Untersuchung betrugen bei HSV und VZV jeweils 100%. Eine Kreuzreaktion zwischen der HSV- und der VZV-DNA wurde nicht beobachtet. Die mediane Anzahl an HSV-DNA-Kopien betrug bei dem betroffenen Auge 3,4x105 Kopien/µl. Die mediane Anzahl an VZV-DNA-Kopien betrug auf dem betroffenen Auge 5,3x105 Kopien/µl.
Fazit
Die Studienautoren schlussfolgern, dass die quantitative HSV- und VZV-Bestimmung in der Tränenflüssigkeit mittels mikrofluidischer Echtzeit-PCR nützlich für die Diagnose sowie das Monitoring von HSK und HZO ist.










