Altersbedingter Sehverlust und die globale Gesundheitsgefahr von Stürzen

Stürze bedeuten weltweit eine hohe Belastung für die individuelle und öffentliche Gesundheit. In einer groß angelegten, bevölkerungsbasierten Kohortenstudie wurde ein erhöhtes Risiko für Stürze und Frakturen bei Personen mit Katarakt, altersbedingter Makuladegeneration oder Glaukom beobachtet.

Alter Sturz

Mehr als 500 Millionen Menschen weltweit sind von altersbedingtem Sehverlust betroffen, hauptsächlich aufgrund von Katarakt, altersbedingte Makuladegeneration und Glaukom. Diese Erkrankungen beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität, sondern erhöhen auch das Risiko für Morbidität und Mortalität.

Globale Gesundheitsgefährdung durch Stürze

Stürze sind eine ernsthafte globale Gesundheitsgefahr und die zweithäufigste Ursache für unbeabsichtigte Todesfälle durch Verletzungen weltweit.

Zusammenhang zwischen Augenerkrankungen und Stürzen

Obwohl schlechtes Sehvermögen als Risikofaktor für Stürze bekannt ist, sind die spezifischen Verbindungen zu Augenerkrankungen noch nicht ausreichend erforscht. Viele Patienten sind sich in den frühen Stadien ihrer Erkrankung der Sehbeeinträchtigung nicht bewusst.

Erhöhtes Risiko für Betroffene

In einer retrospektiven Kohortenstudie mit über drei Millionen Erwachsenen wurde eine erhöhte Neigung zu Stürzen sowie ein gesteigertes Frakturrisiko bei Personen mit Katarakt, altersbedingter Makuladegeneration und Glaukom festgestellt, indem ihre Daten mit denen, von Personen ohne Augenerkrankungen verglichen wurden.

Als primäre Endpunkte wurden neu aufgetretene Stürze sowie Frakturen und als Sekundäre Endpunkte neu aufgetretene Frakturen an spezifischen Körperstellen bestimmt.

Erkrankte stürzen häufiger

Im Vergleich zu den Kontrollpersonen bestand bei Personen mit Katarakt und Glaukom ein erhöhtes Sturzrisiko, ebenso zeigten sich erhöhte Risiken für Frakturen bei allen Augenerkrankungen.
Analysen zu Frakturen an spezifischen Körperstellen ergaben Zunahmen an nahezu allen Körperstellen im Vergleich zu den Kontrollpersonen.

Neue Erkenntnisse im Vergleich zu früheren Studien

Diese Ergebnisse stehen im Kontrast zu früheren Querschnittsstudien, die nur bestimmte Augenerkrankungen als signifikante Prädiktoren für Stürze betrachteten.

Prävention von Stürzen durch frühe Diagnostik und Aufklärung

Personen mit Katarakt, altersbedingter Makuladegeneration oder Glaukom haben vermutlich ein höheres Risiko für Stürze oder Frakturen im Vergleich zu Personen ohne jene Augenerkrankungen. Diese Bevölkerungsgruppen würden wahrscheinlich von optimierten ärztlichen Beratungen, Zugangsmöglichkeiten und Überweisungen zu Sturzpräventionsdiensten sowie gezielten Interventionen profitieren, um damit verbundene Folgen zu verhindern.

Rolle der Augenärzte in der Sturzprävention

Die meisten dieser Augenerkrankungen sind vermeid- oder behandelbar, und ihre rechtzeitige Prävention könnte erhebliche Ressourcenschonung

für die globale und individuelle Gesundheit in einer alternden Gesellschaft bedeuten.

Autor:
Stand:
11.02.2024
Quelle:

Tsang et al. (2023): Risk of Falls and Fractures in Individuals With Cataract, Age-Related Macular Degeneration, or Glaucoma. JAMA Ophtalmology, DOI: 10.1001/jamaophthalmol.2023.5858

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