Neue Getränke-Empfehlungen für Kinder und Jugendliche

Im Fokus der Empfehlungen führender US-Gesundheitsorganisationen stehen Wasser und Milch als ideale Durstlöscher, während zuckerhaltige Getränke und Energydrinks vermieden werden sollten.

Zaehneputzen Kind

Vier führende US-amerikanische Gesundheitsorganisationen – die Academy of Nutrition and Dietetics, die American Academy of Pediatric Dentistry, die American Academy of Pediatrics und die American Heart Association – haben sich zusammengeschlossen, um einheitliche Getränkeempfehlungen für Kinder und Jugendliche im Alter von 5–18 Jahren zu entwickeln. Die Empfehlungen, die unter der Leitung von Healthy Eating Research entstanden, sollen Eltern, Gesundheitsfachkräften und politischen Entscheidungsträgern eine klare Orientierung bieten.

Wasser und pasteurisierte Milch: Die Basis für jeden Tag

Wasser ist das wichtigste Getränk, auch für Kinder und Jugendliche. Der tägliche Wasserbedarf eines Kindes hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere dem Grad seiner körperlichen Betätigung, dem Wetter und der Menge an Flüssigkeit, die es bereits über andere Getränke wie Milch aufnimmt. 

Empfohlen wird ungesüßtes Wasser ohne Aroma, aber mit Fluorid. Sprudelwasser ist leicht saurer als stilles Wasser. Da zu viel saure Getränke die Zahngesundheit von Kindern negativ beeinflussen können, soll stilles Wasser bevorzugt werden. Von künstlich aromatisiertem Wasser raten die Ernährungsexperten ab und empfehlen stattdessen die Zugabe von Kräutern, Frucht- oder Gemüsescheiben.

Milch liefert wichtige Nährstoffe, insbesondere Proteine, Calcium, Kalium und Vitamin D. Daher wird fettfreie oder fettarme, pasteurisierte Milch ebenfalls als Teil einer gesunden Ernährung für Kinder und Jugendliche im Alter von 5–18 Jahren empfohlen. Dabei sollten aber – je nach Alter – nicht mehr als etwa 600–700 ml am Tag konsumiert werden. Alternativ können auch Milchprodukte wie Joghurt oder Käse den Nährstoffbedarf decken.

Pflanzenmilch nur zweite Wahl

Für Kinder und Jugendliche, die keine Kuhmilch vertragen oder mögen, können pflanzliche Milchalternativen eine Option sein. Aber: Pflanzliche Alternativen wie Hafer-, Reis- oder Mandelmilch können im Nährstoffgehalt stark variieren und Kuhmilch meist nicht gleichwertig ersetzen. Am besten eignen sich Milchalternativen, die vom Nährstoffgehalt Kuhmilch ähneln wie angereicherte Sojamilch.

Die Experten raten dringend dazu, ungesüßte Varianten zu wählen und auf eine Anreicherung mit Calcium und Vitamin D zu achten. Viele Produkte auf dem Markt enthalten zugesetzten Zucker oder andere Zusatzstoffe, die den gesundheitlichen Nutzen zunichtemachen können. Eltern sollten die Etiketten genau studieren und im Zweifelsfall eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen.

Fruchtsaft: Kleine Mengen, große Wirkung

Hundertprozentiger Frucht- oder Gemüsesaft kann in begrenzten Mengen Teil der Ernährung sein. Mindestens zwei Drittel des konsumierten Obsts bzw. Gemüses sollte aber von ganzen Früchten kommen, da Saft kaum Ballaststoffe enthält.

Die Empfehlungen sind hier sehr konkret:

  • 5-8 Jahre: maximal 120-180 ml Saft pro Tag.
  • 9-18 Jahre: maximal 240 ml Saft pro Tag.

Fruchtsaftgetränke mit Zusätzen außer Wasser, wie zum Beispiel Nektar oder Limonaden mit Fruchtgeschmack sind keine Alternativen, da sie oft viel zugesetzten Zucker enthalten.

Gesüßte Getränke: Streng limitiert

Mit Zucker oder Süßstoffen gesüßte Getränke wie Limonade, gesüßte Milch, Eistee, Sport- und Energydrinks sollten Kinder und Jugendliche meiden. Zuckergesüßte Getränke liefern viele Kalorien mit wenig oder keinem ernährungsphysiologischem Nutzen und ihr übermäßiger Konsum ist mit negativen gesundheitlichen Folgen verbunden – wie Gewichtszunahme, Adipositas, Karies und der Entwicklung ungesunder Essgewohnheiten sowie einer Präferenz für Süßes. Auch mit Süßstoffen gesüßte Getränke scheinen mit einem erhöhten Risiko für Typ-II-Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert zu sein.

Die Empfehlungen raten dazu, den Konsum dieser Getränke so weit wie möglich zu reduzieren oder idealerweise vollständig auf sie zu verzichten.

Vorsicht bei koffeinhaltigen Getränken

Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Energydrinks und einige Teesorten sollten Kinder und Jugendliche generell meiden. Für Jugendliche ab zwölf Jahren gilt eine Obergrenze von 100 mg Koffein pro Tag – das entspricht etwa einer halben bis einer Tasse Kaffee oder zwei Dosen Cola.

Zu viel Koffein hat negative Auswirkungen auf die Schlafqualität, psychische Gesundheit und kardiovaskuläre Gesundheit. Energydrinks sind besonders problematisch, da sie oft sehr hohe Koffeinmengen und zusätzlich Zucker oder andere Stimulanzien enthalten.

Begrenzte Datenlage

Die neuen US-Empfehlungen bieten eine klare und alltagstaugliche Orientierung für eine gesunde Getränkeauswahl bei Kindern und Jugendlichen. Sie betonen die Bedeutung von Wasser und Milch als Basis, setzen klare Grenzen für Saft und zuckerhaltige Getränke und geben Hinweise für den Umgang mit Pflanzenmilch und Koffein. Zu beachten ist dabei, dass die Evidenzlage in diesem Forschungsbereich insgesamt begrenzt ist. 

Randomisierte kontrollierte Studien, quasi-experimentelle Studien, prospektive Kohortenstudien und Längsschnittstudien zur Untersuchung der langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen des Getränkekonsums sind rar. Die Empfehlungen verfolgen angesichts der begrenzten Evidenz einen konservativen Ansatz.

Autor:
Stand:
18.03.2025
Quelle:
  1. Lott et al. (2025): Healthy Beverage Consumption in School-Age Children and Adolescents: Recommendations from Key National Health and Nutrition Organizations. Consensus Statement. Healthy Eating Research.
  2. Academy of Nutrition and Dietetics: Top Health Experts Release New Drink Recommendations for Kids and Teens' Overall Health. Pressemitteilung vom 29.01.2025.
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