Herausforderungen bei der Behandlung von schwerem Asthma
Schweres Asthma betrifft etwa 3–10 % der erwachsenen Asthmapatienten. Trotz Therapie mit hochdosierten inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen Beta-Agonisten ist es schwierig bei dieser Krankheitsform eine Asthmakontrolle zu erreichen. Die Betroffenen leiden daher häufig an Exazerbationen und einer eingeschränkten Lebensqualität.
Fortschritte durch Biologika in der Asthmatherapie
Schweres Asthma ist häufig durch eine Typ-2 Entzündung charakterisiert. Hier finden sich vermehrt Eosinophile und erhöhte Level an Typ 2 Zytokinen, wie IL-4. In den letzten Jahren wurden vermehrt Biologika, wie beispielsweise Omalizumab, Mepolizumab, Benralizumab und Dupilumab in der Therapie des schweren Asthmas eingesetzt. Sie zielen auf spezifische entzündliche Pathways ab. Die Identifikation von Patienten, die am meisten von Biologika profitieren, bleibt dennoch eine Herausforderung. Genetische Faktoren könnten eine Rolle dabei spielen, die individuelle Therapieantwort vorherzusagen.
Klinische Remission bei schwerem Asthma
Durch die Biologika-Therapie hat sich die Krankheitskontrolle für viele Patienten verbessert. Wenn bestimmte Kriterien für mindestens ein Jahr erfüllt sind, befinden sich die Patienten per Definition in „klinischer Remission“. Diese Kriterien umfassen unter anderem: kein Bedarf für systemische Steroide, stabile oder verbesserte Lungenfunktion, minimale Symptome.
Studie: Wieviel der Patienten mit schwerem Asthma erreichen eine klinische Remission und welche Prädiktoren gibt es?
Vor diesem Hintergrund untersuchte eine aktuelle Studie die Prävalenz der klinischen Remission bei Patienten mit schwerem Asthma, die mit einer Biologika-Therapie behandelt werden. Zusätzlich identifizierten die Wissenschaftler Faktoren, die mit dem Erreichen einer Remission assoziiert sind.
Die Studienergebnisse betonen die Wirksamkeit von Biologika-Therapien
In die Studie wurden 116 Patienten mit schwerem Asthma aufgenommen, die mindestens 12 Monate mit Biologika behandelt wurden. Die Mehrheit der Studienteilnehmer war weiblich (68,9 %) mit einem Durchschnittsalter von 54,09 Jahren. Bei den meisten begann das Asthma im Erwachsenenalter (67,3 %). Der häufigste Asthma-Phänotyp war das allergische eosinophile Asthma (74,14 %). Etwa die Hälfte der Patienten trug den CC-Genotyp des IL-4 Gens (51,72 %) oder den GG-Genotyp des TNFα Gens (57,76 %).
Die Therapie mit Biologika verbesserte signifikant die Asthmakontrolle und die Lungenfunktion der Patienten. Außerdem reduzierte sie Exazerbationen und den Bedarf an oralen Kortikosteroiden (p=0,001).
18,1 % der Patienten erreichten eine klinische Remission
Nach mindestens 12 Monaten Behandlung mit Biologika erreichten 18,1 % der Patienten eine klinische Remission. Der effektivste Wirkstoff hierfür war Dupilumab. Dies traf insbesondere bei Biologika-naiven Asthmatikern zu.
Klinische Remission erreichten Patienten, die jünger waren, den CC-Genotyp des IL-4 Gens aufwiesen und Dupilumab bekamen
Die multiple logistische Regressionsanalyse zeigte, dass ein jüngeres Alter, der Vorhandensein des CC-Genotyp des IL-4-Gens und die Behandlung mit Dupilumab starke positive Prädiktoren für das Erreichen einer klinischen Remission waren.
Ausblick in die Zukunft: Personalisierte Therapieansätze
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass genetische Faktoren eine große Rolle bei der Effektivität einer Biologika-Therapie spielen. In der aktuellen Studie erwies sich der IL-4 CC-Genotyp als vorteilhaft. Die Studienautoren vermuten, dass er die IL4 Gen-Expression oder den Signal Pathway beeinflussen könnte und dadurch proinflammatorische Effekt abschwächen könnte. Dies könnte zu einem verbesserten Ansprechen auf die Therapie mit Dupilumab führen. Dieser Antikörper zielt nämlich spezifisch auf die IL4/IL-13 Achse ab. Weitere Forschung ist jedoch erforderlich, um diese Zusammenhänge zu bestätigen und in die klinische Praxis zu integrieren.









