Chronischer Husten nach COVID-19
Chronischer Husten ist ein häufiges Symptom bei Patienten nach einer COVID-19-Erkrankung. Etwa 20-30% der Patienten leiden hierunter. Der Husten kann Wochen bis Monate nach der Infektion persistieren. Bei etwa 2,5% der Patienten bleibt er sogar länger als ein Jahr bestehen. Der dem Husten zugrunde liegende Mechanismus ist bisher nicht ermittelt worden.
Therapieversuch mit inhalativen Kortikosteroiden
Inhalative Kortikosteroide (Inhaled Corticosteroids [ICS]) sind die stärksten lokalen anti-inflammatorischen Medikamente für die Atemwege und werden überwiegend dazu genutzt, um Asthmasymptome zu kontrollieren und die Lungenfunktion zu verbessern.
So kann inhalatives Budesonid den epithelialen Schaden reduzieren und die T-Zell Antwort verbessern.
Die Atemwegsinflammation ist ein zentraler Mechanismus bei postinfektiösem Husten und ICS könnten daher eine effektive Therapieoption für Patienten mit Post-COVID-Husten sein.
Inhalative Kortikosteroide bei post-COVID-Husten?
Eine longitudinale Studie untersuchte daher während der Omikron-Variante, ob ICS bei Patienten mit chronischem Husten nach COVID-19 einen therapeutischen Benefit bringen. Insgesamt wurden 104 Patienten mit länger als acht Wochen andauerndem Post-COVID-Husten eingeschlossen. 51 kamen in die Gruppe, die mit ICS behandelt wurde, 53 Patienten waren in der Nicht-Kortikosteroidgruppe. Das mediane Alter der Studienteilnehmer lag bei 42,5 Jahren,62,5% waren Frauen.
Der chronische Husten der Patienten war teils von einer Lungendysfunktion begleitet, was sich bei 18,8% in einer obstruktiven und 6,3% in einer restriktiven Lungenfunktionsstörung zeigte. Beinahe die Hälfte der Patienten (41,7%) wies eine abnormale Funktion der kleinen Atemwege auf. Nach Aussage der Autoren zeigt das, wie wichtig die Durchführung von Lungenfunktiontests bei chronischem Husten nach COVID-19 ist.
Etwa die Hälfte der Patienten erhielt die Diagnose Asthma
Die häufigsten Symptome, welche die Patienten aufwiesen, waren Auswurf (58,7%) und Dyspnoe (48,1%). 82,6% der Patienten litten zudem an einer Hyperreagibilität der Atemwege und 47,1% wurden neu mit Asthma diagnostiziert. Die Wissenschaftler schlussfolgern aus ihren Ergebnissen, dass eine schwere SARS-CoV-2-Infektion zur Entstehung eines Asthmas beitragen kann. Das verwundert nicht, da bekannt ist, dass respiratorische Viren Asthma aggravieren oder induzieren können.
Verbesserung der Symptome in beiden Gruppen nach 60 Tagen vergleichbar
Die meisten Patienten (95,2%) zeigten bei der Nachuntersuchung nach 60 Tagen eine Verbesserung der Beschwerden. Die mediane Verbesserung der Scores des Cough Evaluation Tests (CET) war in der Kortikosteroidgruppe größer als in der Nicht-Kortikosteroidgruppe. Die Unterschiede waren allerdings nicht statistisch signifikant (p=0,178 nach 30 Tagen, p=0,094 nach 60 Tagen).
In Bezug auf Atembeschwerden zeigten beide Gruppen eine vergleichbar große Verbesserung im modified British Medical Research Council (mMRC) Score (p<0,001). Auch die Veränderung des Dyspnoescores nach 60 Tagen war zwischen den beiden Gruppen vergleichbar (p>0,05).
Die Wissenschaftler wiesen in diesem Zusammenhang auf ihre kleine Studiengruppe hin. Zudem beschrieben sie die selbstlimitierenden Eigenschaften bei postinfektiösem Husten und empfahlen daher längere Follow-Ups bei künftigen Studien.
Lungenfunktionsparameter verbesserten sich intensiver bei Kortikosteroidtherapie
Die Lungenfunktionsparameter verbesserten sich unter ICS im Vergleich zu den Ausgangswerten signifikant (p<0,05). So verbesserte sich beispielsweise der FEV1/FVC in der ICS-Gruppe nach 60 Tagen signifikant stärker als in der Nicht-Kortikosteroidgruppe (p=0,003).
Auch im bronchialen Provokationstest fielen die Ergebnisse in der ICS-Gruppe besser aus als in der Nicht-Kortikosteroidgruppe. Bei 41,4% der Patienten wurde der initial positive Test unter ICS negativ im Vergleich zu 23,1% bei der Nicht-Kortikosteroidgruppe. Das Ergebnis war aber nicht signifikant.









