TK-Report: Arzneiverordnungen erreichen 2025 neuen Höchststand

Die Arzneimittelverordnungen für Erwerbspersonen haben 2025 einen Höchststand erreicht. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsreport der TK. Besonders häufig verschrieben wurden Herz-Kreislauf-Medikamente. Regional und zwischen Männern und Frauen zeigen sich Unterschiede.

Apothekerin Gesundheitskarte

Erwerbstätige und arbeitslos gemeldete TK-Versicherte haben im Jahr 2025 so viele Arzneimittel verschrieben bekommen wie noch nie. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) lösten die rund 6,2 Millionen erfassten Erwerbspersonen Rezepte für rund 34,3 Millionen Arzneimittelpräparate ein. Insgesamt wurden 2,036 Milliarden definierte Tagesdosen (Defined Daily Doses, DDD) zulasten der Krankenkasse abgerechnet.

Im Durchschnitt entfielen 292 Tagesdosen auf jede Erwerbsperson. Das ist ein Plus von 2,6 % gegenüber dem Vorjahr mit 285 Tagesdosen. Gleichzeitig sank die Zahl der verordneten Präparate pro Person leicht von 5,12 auf 5,08. Nach Angaben der TK erhielten 67,4 % der Erwerbspersonen im Jahr 2025 mindestens eine Arzneimittelverordnung. Frauen waren mit 74,6 % deutlich häufiger betroffen als Männer mit 61,2 %.

Herz-Kreislauf-Medikamente dominieren

Mit großem Abstand am häufigsten wurden Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verordnet. Dazu zählen vor allem blutdrucksenkende Arzneimittel. Im Durchschnitt entfielen 112 Tagesdosen je Erwerbsperson auf diese Arzneimittelgruppe. Seit dem Jahr 2000 ist ihr Verordnungsvolumen bereinigt um demografische Veränderungen um 129 % gestiegen.

Dabei zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Männer erhielten durchschnittlich 142 Tagesdosen Herz-Kreislauf-Medikamente pro Jahr, Frauen lediglich 76 Tagesdosen. Auf die Herzmedikamente folgen Präparate gegen Magen-Darm-Beschwerden und Sodbrennen mit rund 37 Tagesdosen sowie Arzneimittel für das Nervensystem, darunter Antidepressiva, mit rund 32 Tagesdosen je Erwerbsperson.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Auch regional unterscheiden sich die Verordnungsmengen deutlich. Die höchsten Verordnungsvolumina verzeichnete Sachsen-Anhalt mit 329 Tagesdosen je Erwerbsperson, gefolgt vom Saarland mit 328 Tagesdosen. Am niedrigsten lag der Wert in Baden-Württemberg mit 257 Tagesdosen. Auch Bayern, Berlin und Sachsen wiesen vergleichsweise geringe Verordnungsvolumina auf.

Nach Einschätzung der Autoren könnten in Ballungsräumen besser verfügbare nichtmedikamentöse Therapieangebote dazu beitragen. Ein eindeutiger Zusammenhang lasse sich mit den vorliegenden Daten jedoch nicht belegen.

Pantoprazol bleibt auf hohem Niveau

Ein langfristig starker Anstieg zeigt sich auch bei Arzneimitteln für das alimentäre System und den Stoffwechsel. Verantwortlich dafür war vor allem die zunehmende Verordnung von Protonenpumpenhemmern wie Pantoprazol, die häufig als Begleitmedikation zu nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) verwendet werden. Nachdem die Verordnungen infolge der Diskussion über mögliche Risiken einer Langzeitanwendung zeitweise zurückgegangen waren, lagen sie 2025 mit durchschnittlich 37,2 Tagesdosen je Erwerbsperson weiterhin auf hohem Niveau. Auf Pantoprazol entfielen dabei durchschnittlich 13,1 Tagesdosen.

Autor:
Stand:
07.08.2026
Quelle:
  1. Pharma DeutschlandPressemitteilung, 04.08.2026.
  2. Techniker Krankenkasse (TK):  Pressemitteilung, 04.08.2026.
  3. Techniker Krankenkasse (TK): Gesundheitsreport Arzneiverordnungen 2026.
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