Berlin. Ein Jahr nach dem bundesweiten Start sind in Deutschland mehr als 100 Millionen medizinische Dokumente in elektronischen Patientenakten (ePA) gespeichert. Dazu zählen unter anderem Befunde, Laborberichte und Arztbriefe. Nach Angaben der gematik werden diese Daten zunehmend im Versorgungsalltag genutzt.
5,1 Millionen Versicherte für die Nutzung der ePA registriert
Die „ePA für alle“ wurde 2025 bundesweit eingeführt. Nach Angaben der gematik haben die Krankenkassen für nahezu alle Krankenversicherten (mehr als 73 Millionen) eine ePA angelegt. Ausgenommen sind im Wesentlichen nur die Versicherten, die der ePA widersprochen haben. Seit Oktober 2025 sind Arztpraxen, Krankenhäuser und weitere Einrichtungen verpflichtet, relevante medizinische Informationen in die ePA einzustellen.
Um diese Daten einsehen zu können, müssen Versicherte eine digitale Gesundheitsidentität anlegen, indem sie ihre ePA bei ihrer Krankenversicherung freischalten lassen. Von dieser Möglichkeit haben bislang 5,1 Millionen Versicherte Gebrauch gemacht. Vor gut einem halben Jahr waren es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gut 3,9 Millionen – also fast ein Drittel weniger.
Nutzung im Versorgungsalltag nimmt zu
Die ePA ist nach Angaben der gematik inzwischen in vielen Gesundheitseinrichtungen Teil der Versorgung. Demnach werden beispielsweise im Durchschnitt mehr als 21 Millionen Abrufe von Medikationslisten pro Woche verzeichnet. Damit zeige sich, dass die elektronische Patientenakte nicht nur technisch verfügbar ist, sondern auch aktiv in Behandlungsprozesse eingebunden wird.
Am intensivsten wird die ePA den Angaben zufolge von Ärzten und Zahnärzten genutzt. Bis zu 93.000 Praxen greifen demnach derzeit (Mitte April) wöchentlich auf die ePA ihrer Versicherten. Vor einem halben Jahr (Anfang Oktober 2025) waren es knapp 84.000.
In Krankenhäusern hingegen gehe die Umstellung aufgrund der komplexeren technischen Infrastruktur weiterhin langsamer voran. Die Nutzung nehme aber auch in den Kliniken zu. So wurden zuletzt mehr als 90.000 Dokumente von Krankenhäusern in elektronische Patientenakten hochgeladen.
Neue Funktionen für die elektronische Patientenakte vorgesehen
Die gematik sieht in der wachsenden Zahl gespeicherter Dokumente einen Fortschritt für die medizinische Versorgung. Die verfügbaren Daten sollen dazu beitragen, Therapien besser zu koordinieren und Doppeluntersuchungen zu vermeiden.
Das gelte auch für kommende ePA-Funktionen. So soll die bisherige Medikationsliste zu einem strukturierten digitalen Medikationsplan ausgebaut werden. Zudem ist angestrebt, dass strukturierte medizinische Inhalte („MIOs“) wie Impfpass, Mutterpass, Kinderuntersuchungsheft oder Zahnbonusheft künftig flächendeckend nur noch digital vorgehalten werden.












