EU-Konsultation zu Herz-Checks: Neue Impulse für die kardiovaskuläre Prävention

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Europas häufigste Todesursache. Die EU will gegensteuern und bittet nun gezielt um Feedback zu neuen Vorsorgeuntersuchungen.

Blutdruckmessung

Die Europäische Kommission hat eine öffentliche Konsultation zu Gesundheitschecks für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestartet. Über das „Have your say“-Portal können Bürger, Fachkreise und Organisationen ihre Einschätzungen zu Früherkennung und Screening einbringen. Ziel ist es, eine Grundlage für eine künftige Empfehlung an die Mitgliedstaaten zu schaffen, die systematische Herz-Checks europaweit stärken soll. Die Konsultation läuft vier Wochen und endet am 19. Mai 2026.

Prävention als Schlüsselstrategie

Der Hintergrund der Initiative ist die Krankheitslast durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie verursachen jährlich rund 1,7 Millionen Todesfälle in der EU und gelten als häufigste Ursache für Invalidität und vorzeitigen Ruhestand. Dabei sind viele dieser Erkrankungen durch frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren wie Hypertonie vermeidbar. Genau hier setzen Gesundheitschecks an: Sie können Erkrankungen identifizieren, bevor Symptome auftreten, und so eine frühere Behandlung ermöglichen.

Große Versorgungslücken in Europa

Die Initiative reagiert auf Defizite in der Versorgung:

  • weniger als die Hälfte der EU-Länder verfügt über strukturierte Screeningprogramme
  • mehr als ein Drittel der Europäer zwischen 25 und 64 Jahren hat im letzten Jahr keinen Blutdruck messen lassen

Diese Lücken sollen durch einheitlichere Ansätze geschlossen werden. Das soll auch gesundheitliche Ungleichheiten zwischen Ländern und Bevölkerungsgruppen reduzieren.

Teil des „Safe Hearts“-Plans

Die Konsultation ist Teil des „Safe Hearts Plan“, den die Europäische Kommission im Dezember 2025 als ersten gemeinsamen EU-Ansatz gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgestellt hat. Als Baustein der Europäischen Gesundheitsunion bündelt er Maßnahmen entlang der gesamten Versorgungskette von Prävention und Früherkennung bis hin zu Behandlung und Rehabilitation mit besonderem Fokus auf vulnerable Gruppen wie Kinder, Jugendliche und Frauen.

Zum Plan gehören zehn Leitinitiativen, darunter ein personalisiertes Präventionsprogramm („EU cares for your heart“), ein EU-Protokoll für Gesundheitschecks, Maßnahmen zur Tabakkontrolle und Ernährung sowie der Einsatz digitaler Technologien und KI. Im Fokus steht Prävention als kosteneffizientester Hebel, auch vor dem Hintergrund erheblicher Unterschiede in der kardiovaskulären Sterblichkeit innerhalb der EU. Der Plan soll Mitgliedstaaten bei nationalen Strategien unterstützen, individuelle Präventionsansätze fördern und langfristig sowohl die Krankheitslast als auch wirtschaftliche Folgen reduzieren.

Beteiligung ausdrücklich erwünscht

Mit der aktuellen Konsultation setzt die Kommission bewusst auf partizipative Regulierung. Beiträge aus Praxis, Wissenschaft und Bevölkerung sollen helfen, Handlungsfelder zu definieren und die Wirkung geplanter Maßnahmen besser abzuschätzen. Damit entscheidet sich jetzt mit, wie zukünftige Herz-Screenings in Europa gestaltet werden und wie früh Risiken künftig erkannt werden.

Autor:
Stand:
30.04.2026
Quelle:
  1. Europäische Kommission: Pressemitteilung, 21.04.2026
  2. Europäische Kommission: Herz-Kreislauf-Gesundheit, 21.04.2026
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