Hintergrund
Die rheumatoide Arthritis (RA) ist durch ein Ungleichgewicht zwischen T-Helfer-17-Zellen (Th17) und regulatorischen T-Zellen (Treg-Zellen) gekennzeichnet.
Proinflammatorische Th17-Zellen verursachen Gelenkschäden und autoimmunbedingte Gewebeentzündungen, indem sie proinflammatorische Zytokine induzieren.
Treg-Zellen hingegen hemmen die Aktivität von Th17-Zellen und anderen Effektor-T-Zellen. Sie regulieren das Immunsystem und verhindern Autoimmunreaktionen, indem sie entzündungshemmende Zytokine produzieren.
Bei der rheumatoiden Arthritis zeigen T-Zellen Anzeichen zellulärer Alterung und akkumulieren DNA-Schäden, was zu Mutationen und epigenetischen Veränderungen führen kann. Eine Forschungsgruppe aus Indien untersuchte nun, wie sich ein 8-wöchiges Yoga-Training auf die Krankheitsschwere, das Entzündungsgeschehen und die T-Zell-Subtypen bei Patienten mit aktiver RA auswirkt, die mit krankheitsmodifizierenden antirheumatischen Medikamenten (DMARDs) behandelt wurden.
Die Ergebnisse der Studie sind in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Scientific Reports" erschienen [1].
Studiendesign und Teilnehmer
Das Forschungsteam vom "All India Institute for Medical Sciences" (AIIMS) in Neu-Delhi, Indien, randomisierte 64 Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis in zwei Kohorten: eine Yoga-Gruppe (n=32) und eine Nicht-Yoga-Gruppe (n=32). Die Studienteilnehmer wurden zu Beginn und nach einer 8-wöchigen Studiendauer auf folgende Aspekte hin untersucht:
- Krankheitsschwere, erfasst durch den Disease Activity Score (DAS28-ESR)
- T-Zell-Subtypen (Th17 und Treg-Zellen)
- Marker für die Alterung von T-Zellen
- pro-inflammatorische Marker (IL-6 und IL-17)
- anti-inflammatorische Marker (TGF-β und IL-10)
- epigenetische Veränderungen (5-Methylcytosin, 5-Hydroxymethylcytosin und HDAC1)
- Genexpressionsmuster (RORγt, FoxP3, IL-17, IL-6, TGF-β, CXCL2, CXCR2 und JUN)
Immunmodulation und molekulare Remission durch Yoga
Nach Abschluss des 8-wöchigen Yoga-Programms verbesserten sich bei den Yoga-Praktizierenden die DAS28-ESR-Werte signifikant. Die Th17-Zellen und gealterten T-Zell-Subtypen nahmen ab, während sich die Treg-Zellpopulation deutlich erhöhte. Weiterhin zeigte die Yoga-Gruppe Verbesserungen in den epigenetischen und entzündlichen Markern, eine Herunterregulierung der Transkripte für RORγt, IL-17, IL-6, CXCL2, CXCR2 und eine Hochregulierung von FoxP3 und TGF-β.
Yoga als ergänzende Therapie bei rheumatoider Arthritis
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Yoga bei rheumatoider Arthritis das Immunsystem so beeinflussen kann, dass eine molekulare Remission eintritt und die immunologische Toleranz wiederhergestellt wird. Die Technik, die auf der Ganzheitlichkeit von Körper, Geist und Seele basiert, eignet sich als adjuvante Therapie bei rheumatoider Arthritis, da sie die körperliche Funktionsfähigkeit steigert, das psychische Wohlbefinden verbessert und die immunologische Toleranz wiederherstellt, so das Resümee der Studienautoren.








