Viele Menschen haben ihre besten Ideen im Café. Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass eine Umgebung mit moderaten Hintergrundgeräuschen kreatives Denken fördern kann.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Eine häufig zitierte Studie von Mehta, Zhu und Cheema (2012) untersuchte, wie sich unterschiedliche Lautstärken von Hintergrundgeräuschen auf die Kreativität auswirken.
Die Forschenden verglichen verschiedene Geräuschpegel:
- Ca. 50 dB (ruhige Umgebung): Geringer förderlich für kreative Aufgaben.
- Ca. 70 dB (moderate Hintergrundgeräusche, ähnlich einem belebten Café): Die besten Ergebnisse bei kreativen Denkaufgaben.
- Ca. 85 dB (laute Umgebung): Deutlich reduzierte kreative Leistungen.
Die Autoren vermuten, dass ein moderates Maß an Ablenkung das Gehirn dazu anregt, abstrakter zu denken. Durch die leichte kognitive Beanspruchung werden gewohnte Denkmuster eher verlassen, wodurch neue Ideen entstehen können.
Was die Forschung zeigt
Die positiven Effekte beziehen sich vor allem auf kreative Aufgaben wie Brainstorming, Ideenentwicklung oder Problemlösen. Für Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration oder präzises Arbeiten erfordern – etwa das Lesen komplexer Fachtexte oder das Bearbeiten anspruchsvoller Rechenaufgaben – ist eine ruhige Umgebung in der Regel besser geeignet.
Neuere Untersuchungen deuten ebenfalls darauf hin, dass die Art und Intensität von Hintergrundgeräuschen die kognitive Leistung beeinflussen können. Die Wirkung hängt jedoch von der jeweiligen Aufgabe und individuellen Unterschieden ab.












