Während der Ferien füllen sich Instagram, TikTok und Co. mit Sonnenuntergängen, Traumstränden und scheinbar perfekten Urlaubserlebnissen. Schnell entsteht der Eindruck, alle anderen hätten den besseren Sommer. Doch warum lösen solche Bilder bei vielen Menschen Unzufriedenheit aus?
Forschende des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) erklären: Unser Gehirn vergleicht sich ständig mit anderen. Auf Social Media trifft es dabei allerdings auf eine verzerrte Wirklichkeit. Gezeigt werden vor allem die schönsten Momente – nicht der verpasste Zug, der Regentag oder der Streit im Hotelzimmer.
Unser Gehirn vergleicht automatisch
Sich mit anderen zu vergleichen, gehört zum Menschsein. Solche Vergleiche helfen bei der Orientierung und können sogar motivieren. Problematisch wird es, wenn die Vergleichsgrundlage unrealistisch ist.
Genau das passiert häufig in sozialen Netzwerken. Statt gewöhnlicher Alltagssituationen sehen wir vor allem Highlights, Erfolgsmomente und sorgfältig ausgewählte Fotos. Vergleicht man diese Momentaufnahmen mit dem eigenen Alltag, schneidet dieser oft schlechter ab.
Entscheidend ist nicht die Bildschirmzeit
Lange galt vor allem die Nutzungsdauer sozialer Medien als problematisch. Forschende weisen inzwischen darauf hin, dass etwas anderes wichtiger ist: Wie erleben wir die Zeit online?
Wer sich inspiriert, gut unterhalten oder mit anderen verbunden fühlt, profitiert häufig von sozialen Medien. Anders sieht es aus, wenn der Feed regelmäßig Neid, Druck oder das Gefühl auslöst, etwas zu verpassen. Dieses Phänomen wird als Fear of Missing Out (FOMO) bezeichnet – die Angst, anderswo könnte gerade etwas Besseres passieren.
Warum die Ferien den Effekt verstärken
Gerade in den Sommerferien fallen solche Vergleiche oft stärker ins Gewicht. Viele Menschen verbringen mehr Zeit online, feste Tagesstrukturen entfallen und die sozialen Netzwerke sind voller Reise- und Freizeitbilder.
Besonders Jugendliche sind dafür empfänglich. In dieser Lebensphase spielen soziale Anerkennung und die Entwicklung des eigenen Selbstbildes eine wichtige Rolle. Ideal inszenierte Bilder können deshalb leichter am Selbstwertgefühl kratzen.
Was wirklich hilft
Die gute Nachricht: Das wirksamste Gegenmittel ist nicht zwangsläufig weniger Social Media.
Eigene positive Erlebnisse – Zeit mit Freunden, Sport, Hobbys oder Aktivitäten in der Natur – stärken das Wohlbefinden und schaffen Erfahrungen, die nicht von Likes oder Algorithmen abhängen. Ebenso hilfreich kann es sein, den eigenen Feed bewusst zu gestalten und Accounts zu entfolgen, die regelmäßig Stress oder Unzufriedenheit auslösen.
Gut zu wissen
Dass man sich nach dem Scrollen durch Urlaubsbilder schlechter fühlt, ist zunächst eine normale Reaktion auf soziale Vergleiche. Entscheidend ist jedoch, wie häufig das passiert. Wer merkt, dass Social Media regelmäßig Neid, Druck oder Unzufriedenheit auslöst, sollte weniger auf die Bildschirmzeit achten als auf die Frage: Wie fühle ich mich nach der Nutzung?












