Aceclofenac

Aceclofenac ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) mit bevorzugter COX-2-Hemmung, das die Prostaglandinsynthese reduziert und so entzündungshemmende, analgetische sowie antipyretische Effekte erzielt. Es wird bei der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie rheumatoider Arthritis und Osteoarthritis, eingesetzt.

Aceclofenac

Anwendung

Der Wirkstoff ist für die Behandlung von rheumatischen Schmerzen und Gelenkschmerzen zugelassen, etwa für Arthrose, rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) und Morbus Bechterew.

Wirkmechanismus

Aceclofenac ist chemisch eng mit Diclofenac verwandt und wirkt als ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR), dessen Wirkung auf der Hemmung der Cyclooxygenase-Enzyme (COX-1 und COX-2) beruht. Diese Enzyme sind zentral an der Synthese von Prostaglandinen beteiligt, welche Schlüsselmoleküle in der Entzündungsreaktion und Schmerzentstehung darstellen. Durch die Hemmung von COX-2 reduziert Aceclofenac die Produktion von Prostaglandinen im Entzündungsgebiet, was zu einer verminderten Entzündungsreaktion, Schmerzlinderung und Fiebersenkung führt.

Dosierung

Die maximale tägliche Dosis von Aceclofenac beträgt 200 mg, aufgeteilt in zwei Dosen. Dabei sollte je eine 100-mg-Filmtablette morgens und eine abends eingenommen werden.

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Aceclofenac zu beachten:

  • Metabolisierung: Aceclofenac kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen, die durch Cytochrom P450 2C9 metabolisiert werden, z. B. Phenytoin oder Warfarin.
  • Renale Ausscheidung: Medikamente, die aktiv renal eliminiert werden (z.B. Methotrexat, Lithium), können in ihrer Ausscheidung gehemmt werden.
  • Plasmaeiweißbindung: Wegen der fast vollständigen Bindung von Aceclofenac an Plasmaalbumin können Wechselwirkungen mit anderen stark an Plasmaeiweiße gebundenen Substanzen auftreten.
  • Methotrexat (hohe Dosen): NSAR können die Ausscheidung von Methotrexat hemmen und dessen Toxizität erhöhen. Eine Kombination sollte vermieden werden.
  • Lithium und Digoxin: Die gleichzeitige Anwendung kann zu erhöhten Plasma-Konzentrationen dieser Stoffe führen. Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich.
  • Glukokortikoide: Das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre oder -Blutungen kann erhöht sein.
  • Antikoagulanzien: NSAR können die Wirkung verstärken. Engmaschige Überwachung ist notwendig.
  • Thrombozytenaggregationshemmer und SSRI: Erhöhtes Risiko für gastrointestinale Blutungen.
  • Ciclosporin, Tacrolimus: Erhöhtes Risiko einer Nierentoxizität. Die Nierenfunktion sollte überwacht werden.
  • Andere NSAR, einschließlich hoher Dosen von Salicylaten: Erhöhte Nebenwirkungsrate.
  • Antihypertensiva: NSAR können deren Wirkung abschwächen.
  • Diuretika: Aceclofenac kann die Wirkung von Diuretika hemmen. Bei Kombination mit kaliumsparenden Diuretika sollte der Kaliumspiegel überwacht werden.
  • Antidiabetika: Mögliche Beeinflussung der Blutzuckerkontrolle. Dosisanpassung der Antidiabetika könnte notwendig sein.
  • Zidovudin: Erhöhtes Risiko für hämatologische Toxizität.

Kontraindikationenen

Aceclofenac darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Patienten, bei denen Asthmaanfälle, Bronchospasmen, akute Rhinitis oder Urtikaria durch die Einnahme von ähnlich wirkenden Arzneimitteln (z. B. Acetylsalicylsäure oder andere NSAR) ausgelöst werden oder bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber diesen Wirkstoffen
  • Patienten mit akuten Blutungen oder Blutungsstörungen
  • Patienten mit gastrointestinalen Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen Therapie mit NSAR
  • Patienten mit bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Hämorraghien (mindestens 2 unterschiedliche Episoden nachgewiesener Ulzeration oder Blutung)
  • Patienten mit bekannter kongestiver Herzinsuffizienz (NYHA II-IV), ischämischer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder zerebrovaskuläre Erkrankungen
  • Patienten mit schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
  • Schwangerschaft, während der letzten drei Monate

Anwendungshinweise

Bei der Anwendung von Aceclofenac sind folgende Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:

  • Vermeidung mit anderen NSAR: Kombination mit anderen NSAR oder COX-2-Hemmern sollte vermieden werden.
  • Dosis und Anwendungsdauer: Um Nebenwirkungen zu minimieren, die niedrigstmögliche Dosis für den kürzest nötigen Zeitraum anwenden.
  • Gastrointestinale Risiken: Erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Blutungen oder -Geschwüre, besonders bei älteren Patienten oder solchen mit vorherigen Magen-Darm-Problemen.
  • Kardiovaskuläre Vorsicht: Vorsicht bei Patienten mit Herzerkrankungen; Aceclofenac kann Flüssigkeitsretention und Ödeme verursachen.
  • Nieren- und Leberfunktion: Bei beeinträchtigter Nieren- oder Leberfunktion ist besondere Vorsicht geboten und regelmäßige Kontrollen sind empfehlenswert.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen: Bei ersten Anzeichen von Hautreaktionen oder Überempfindlichkeit die Behandlung beenden.
  • Atemwegserkrankungen: Vorsicht bei Asthma-Patienten, da ein Bronchospasmus ausgelöst werden kann.
  • Ältere Patienten und Langzeittherapie: Höheres Risiko für Nebenwirkungen; regelmäßige Überwachung ist ratsam.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
354.19 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 4.0 H
Q0-Wert:
0.99
Autor:
Stand:
09.04.2024
Quelle:

Fachinformation Beofenac

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
3 Präparate mit Aceclofenac