Albendazol

Albendazol ist ein Anthelminthikum, das durch Hemmung der mikrotubulären Polymerisation in Parasitenzellen wirkt und dadurch deren Glukoseaufnahme und digestive Funktionen stört. Es findet Anwendung bei der Behandlung diverser Wurminfektionen, einschließlich Echinokokkose und Neurozystizerkose.

Albendazol

Anwendung

Albendazol wird für die Behandlung verschiedener Helminthosen eingesetzt, wobei sein Anwendungsspektrum spezifische parasitäre Infektionen umfasst:

Zystische Echinokokkose (Infektion durch Echinococcus granulosus, Hundebandwurm):

  • Inoperable Fälle
  • Nicht radikal operierbare Fälle
  • Präoperative Unterstützung

Alveoläre Echinokokkose (Infektion durch Echinococcus multilocularis, Fuchsbandwurm):

  • Inoperable Fälle
  • Nicht radikal operierbare Fälle
  • Präoperative Unterstützung

Trichinen-Befall (Infektion durch Trichinella spiralis, Trichinose)

Darüber hinaus ist Albendazol indiziert für einen Behandlungsversuch bei Zwergfadenwurmbefall (Strongyloidiasis, verursacht durch Strongyloides stercoralis).

Wirkmechanismus

Albendazol ist ein Anthelminthikum, das zur Klasse der Benzimidazole gehört und seine antiparasitäre Wirkung durch die Hemmung der Polymerisation von β-Tubulin-Proteinen entfaltet. Diese Hemmung stört spezifisch die Mikrotubuli-Funktion und damit die zelluläre Struktur und den Transport innerhalb der Helminthenzellen, was letztendlich zum Zelltod führt. Darüber hinaus beeinträchtigt Albendazol die Glukoseaufnahme der Parasiten, was eine wesentliche Energiequelle darstellt, und führt somit zu einer Erschöpfung der Energiereserven des Parasiten. Die selektive Bindung von Albendazol an Parasiten-Tubulin und nicht an das Tubulin in Säugetierzellen erklärt seine relative Sicherheit und Wirksamkeit bei der Behandlung von Helminthosen.

Kontraindikation

Albendazol darf nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, während der Schwangerschaft oder bei Kindern unter 6 Jahren angewendet werden.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Albendazol zu beachten:

  • Leberfunktion: Regelmäßige Leberfunktionstests sind erforderlich. Bei signifikant erhöhten Werten ist die Therapie zu beenden.
  • Myelosuppression: Blutbildkontrollen sind zu Therapiebeginn und regelmäßig währenddessen notwendig.
  • Anwendung mit Vorsicht: Ältere, niereninsuffiziente und vorerkrankte Leberpatienten bedürfen besonderer Überwachung.
  • Schwangerschaft: Vermeiden Sie eine Anwendung im frühen Schwangerschaftsstadium.
  • Hereditäre Intoleranzen: Nicht geeignet für Patienten mit Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption.
  • Neurozystizerkose: Kann bestehende Infektionen sichtbar machen und neurologische Symptome hervorrufen. Sofortige Behandlung mit Kortikosteroiden und Antikonvulsiva kann nötig sein.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
265.33 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 8.5 H
Q0-Wert:
0.99
Autor:
Stand:
27.03.2024
Quelle:

Fachinformation Eskazole

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