Amorolfin

Der Wirkstoff Amorolfin gehört zur Gruppe der Antimykotika und wird als topischer Nagellack zur Bekämpfung von Nagelpilz angewendet. Zu den Vorteilen von Amorolfin zählt, dass der Wirkstoff nur ein bis zwei Mal pro Woche aufgetragen werden muss.

Amorolfin

Anwendung

Amorolfin (Handelsname Loceryl und Generika) ist ein topisch anwendbares Antimykotikum, das speziell für die Behandlung von Nagelpilzinfektionen (Onychomykosen) indiziert ist, bei denen die Nagelmatrix nicht betroffen ist. Es zeigt sich besonders wirksam bei oberflächlicher weißer Onychomykose und subungualer (unter dem Nagel befindliche) Onychomykose, vorausgesetzt, dass weniger als 50% der Nageloberfläche und maximal zwei weitere Nägel betroffen sind.

Wirkmechanismus

Amorolfin gehört zur Wirkstoffgruppe der Morpholine. Seine Wirkunge beruht auf der Hemmung der Ergosterolsynthese der Pilze, indem der Wirkstoff spezifisch die Δ14-Reduktase und die Δ7,8-Isomerase, zwei Enzyme, die für die Umwandlung von Lanosterol in Ergosterol notwendig sind inhibiert. Ergosterol ist ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembran von Pilzen, weshalb seine reduzierte Synthese zu einer gestörten Zellmembranfunktion und -integrität führt, was letztlich das Wachstum und die Vermehrung der Pilzzellen hemmt.

Durch diesen Mechanismus wirkt Amorolfin fungizid oder fungistatisch, abhängig von der Konzentration des Wirkstoffs und der Empfindlichkeit des Pilzes. Diese breitgefächerte Wirkung macht Amorolfin effektiv gegen ein weites Spektrum von Pilzarten, die Onychomykosen und andere Pilzinfektionen verursachen.

Dosierung

Der Nagellack sollte einmal pro Woche auf die befallenen Finger- oder Fußnägel aufgetragen werden.

Die Behandlungsdauer beträgt bei Fingernägeln in der Regel 6 Monate und bei Befall der Zehennägel 9 bis 12 Monate.

Die Wirksamkeit der Behandlung sollte in Abständen von ungefähr 3 Monaten überprüft werden.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Amorolfin beschränken sich auf leichte Hautreaktionen wie Juckreiz oder Brennen.

Kontraindikationen

Amorolfin darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten, da die systemische Exposition gegenüber Amorolfin-Nagellack vernachlässigbar ist.

Stillzeit

Da die systemische Exposition gegenüber Amorolfin vernachlässigbar ist kann Amorolfin-Nagellack während der Stillzeit angewendet werden.

Verkehrstüchtigkeit

Amorolfin-Nagellack hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Amorolfin zu beachten:

  • Amorolfin-Nagellack sollte ausschließlich auf den betroffenen Nagel aufgetragen und der Kontakt mit der umgebenden Haut vermieden werden.
  • Für Personen mit entzündlichen Veränderungen um den Nagel, Diabetes, Durchblutungsstörungen, Fehlernährung oder Alkoholmissbrauch liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Amorolfin vor.
  • Jeglicher Kontakt des Nagellacks mit Augen, Ohren und Schleimhäuten sollte vermieden werden.
  • Während der Behandlung mit Amorolfin sollten keine künstlichen Nägel verwendet werden.
  • Personen, die mit organischen Lösungsmitteln arbeiten, sollten undurchlässige Handschuhe tragen, um den Nagellack zu schützen und ein Ablösen zu verhindern.
  • Bei allergischen Reaktionen sollte die Anwendung sofort gestoppt und ärztlicher Rat eingeholt werden. Der Nagellack ist dann umgehend zu entfernen.
  • Aufgrund fehlender klinischer Erfahrungen wird die Anwendung von Amorolfin bei Personen unter 18 Jahren nicht empfohlen.
  • Da Amorolfin-Nagellack Ethanol enthält, kann es bei Kontakt mit geschädigter Haut ein brennendes Gefühl verursachen.
  • Amorolfin-Nagellack ist entzündlich. Aufgrund des Ethanolgehalts sollte es nicht in der Nähe offener Flammen oder Hitzequellen verwendet werden.

Alternativen

Für die Behandlung von Nagelpilzinfektionen und anderen Pilzinfektionen der Haut gibt es neben Amorolfin mehrere wirksame Alternativen. Diese umfassen sowohl topische (lokale) als auch systemische (oral eingenommene) Antimykotika:

Topische Antimykotika

Systemische Antimykotika

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
317.51 g·mol-1
Kindstoff(e):
Autor:
Stand:
21.02.2024
Quelle:
  1. Fachinformation Amorolfin acis
  2. Tabara, Katarzyna, et al. "Amorolfine vs. ciclopirox–lacquers for the treatment of onychomycosis." Advances in Dermatology and Allergology/Postępy Dermatologii i Alergologii 32.1 (2015): 40-45.
  3. Flagothier, Caroline, C. Piérard‐Franchimont, and G. E. Piérard. "New insights into the effect of amorolfine nail lacquer." Mycoses 48.2 (2005): 91-94.
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