Azelainsäure

Azelainsäure ist eine Dicarbonsäure mit einem breiten Spektrum dermatologischer Anwendungen, insbesondere bei der Behandlung von Akne, Rosazea und Hyperpigmentierungsstörungen. Durch ihre antibakteriellen, antikeratinisierenden und antiinflammatorischen Eigenschaften adressiert sie effektiv die pathophysiologischen Faktoren dieser Zustände.

Azelainsaeure

Anwendung

Azelainsäure ist für die Behandlung mehrerer Hautzustände zugelassen, darunter:

  • Akne vulgaris: Azelainsäure wirkt effektiv gegen Akne, indem sie das Wachstum von Bakterien, die Akne verursachen, hemmt und die Erneuerung der Haut fördert. Sie hilft, verstopfte Poren zu öffnen und Entzündungen zu reduzieren.
  • Rosazea: Für die Behandlung dieser chronischen Hauterkrankung, die durch Rötung, Pusteln und Papeln im Gesicht gekennzeichnet ist, wird Azelainsäure aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften verwendet. Sie kann helfen, die Symptome von Rosazea zu lindern und die Hautbeschaffenheit zu verbessern.
  • Hyperpigmentierung: Azelainsäure besitzt haufhellende Eigenschaften und wird zur Behandlung von Hautverfärbungen und Hyperpigmentierungen wie Melasma oder postinflammatorischer Hyperpigmentierung eingesetzt. Sie wirkt, indem sie die Aktivität der Tyrosinase, ein Enzym, das bei der Melaninproduktion eine Rolle spielt, hemmt und somit die Produktion von Melanin reduziert.

Wirkmechanismus

Azelainsäure ist eine natürlich vorkommende Dicarbonsäure, die für ihre vielfältigen dermatologischen Anwendungen bekannt ist. Der Wirkmechanismus von Azelainsäure ist multifaktoriell und umfasst antibakterielle, antikeratinisierende und antiinflammatorische Effekte. Azelainsäure hemmt das Wachstum von Propionibacterium acnes und anderen Mikroorganismen auf der Haut, indem sie die Synthese von mikrobiellen Proteinen stört. Darüber hinaus normalisiert sie die gestörte keratinäre Differenzierung von Follikelzellen, was zur Reduktion von Komedonen führt und übt eine direkte antiinflammatorische Wirkung aus, indem sie die Produktion von Sauerstoffradikalen durch neutrophile Granulozyten reduziert und somit entzündliche Prozesse in der Haut dämpft.

Nebenwirkungen

Häufigste Nebenwirkungen der Anwendung von Azelainsäure sind lokale Hautreaktionen wie Rötungen, Schwellungen und Juckreiz oder vermehrte Schuppenbildung.

Kontraindikationen

Azelainsäure darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Azelainsäure zu beachten:

  • Nur zur äußerlichen Anwendung: Azelainsäure ist ausschließlich für die Anwendung auf der Haut vorgesehen.
  • Vermeidung von Kontakt mit Augen, Mund und Schleimhäuten: Es sollte darauf geachtet werden, dass Azelainsäure nicht in die Augen, den Mund oder auf andere Schleimhäute gelangt. Sollte dies doch passieren, sind die betroffenen Bereiche umgehend mit reichlich Wasser zu spülen. Bei anhaltender Augenreizung sollte ein Arzt konsultiert werden.
  • Handhygiene: Die Hände sind nach der Anwendung von Azelainsäure gründlich zu waschen.
  • Inhaltsstoffe und mögliche Reizungen: Azelainsäurepräparate können Benzoesäure enthalten, die lokale Reizungen verursachen kann. Weiterhin ist Propylenglycol in der Formulierung enthalten, welches ebenfalls Reizungen hervorrufen kann.
  • Verzicht auf bestimmte andere Hautpflegeprodukte: Während der Behandlung mit Azelainsäure, insbesondere bei Rosazea, sollte auf die gleichzeitige Anwendung von alkoholischen Reinigungsmitteln, Tinkturen, Adstringentien, abrasiven Mitteln und Peelings verzichtet werden.
  • Mögliche Verschlechterung von Asthma: Es gibt seltene Berichte über eine Verschlechterung von Asthma bei Patienten, die mit Azelainsäure behandelt wurden.

Alternativen

Für die Behandlung der Zustände, für die Azelainsäure typischerweise verwendet wird (wie Akne, Rosazea und Hyperpigmentierung), gibt es verschiedene Alternativen. Die Wahl der Behandlung hängt von der Schwere des Zustands, der individuellen Hautreaktion und den Vorlieben des Patienten ab.

Akne

  • Benzoylperoxid: Ein topisches Antiseptikum, das Bakterien bekämpft und die Haut schält, um verstopfte Poren zu öffnen.
  • Retinoide (wie Tretinoin, Adapalen): Topische Vitamin-A-Derivate, die die Zellumsatzrate erhöhen und die Bildung von Mikrokomedonen verhindern.
  • Salicylsäure: Ein Beta-Hydroxysäure-Peeling, das hilft, verstopfte Poren zu öffnen und Entzündungen zu reduzieren.
  • Antibiotika (topisch oder oral): Werden verwendet, um bakterielle Infektionen zu bekämpfen, die Akne verschlimmern können.

Rosazea

  • Metronidazol (topisch): Ein Antibiotikum mit antiinflammatorischen Eigenschaften, das zur Reduzierung von Entzündungen und Läsionen bei Rosazea eingesetzt wird.
  • Ivermectin (topisch): Hilft, Entzündungen zu reduzieren und die Anzahl von Hautmilben zu verringern, die mit Rosazea in Verbindung gebracht werden.

Hyperpigmentierung

  • Hydrochinon: Ein Hautaufheller, der die Melaninproduktion reduziert. Es ist eines der wirksamsten Mittel gegen Hyperpigmentierung, sollte aber aufgrund möglicher Nebenwirkungen vorsichtig verwendet werden.
  • Vitamin C (Ascorbinsäure): Ein Antioxidans, das die Haut aufhellt und den Hautton ausgleicht, indem es die Melaninproduktion hemmt.
  • Kojisäure: Ein weiterer Hautaufheller, der aus bestimmten Pilzarten gewonnen wird und die Tyrosinase-Aktivität hemmt.
  • Niacinamid (Vitamin B3): Hilft, die Haut zu beruhigen, Rötungen zu reduzieren und Hyperpigmentierung zu mildern.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
188.22 g·mol-1
Autor:
Stand:
28.03.2024
Quelle:
  1. Fachinformation Skinoren
  2. Geisslinger, Gerd, et al. "Mutschler Arzneimittelwirkungen." (2020).
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