Bendroflumethiazid
Bendroflumethiazid ist ein Thiazid-Diuretikum, das zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) und Ödemen eingesetzt wird. Es gehört zur Klasse der Diuretika, die den Natrium- und Wasserhaushalt regulieren und so den Blutdruck senken sowie Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe reduzieren.
Bendroflumethiazid: Übersicht

Anwendung
Bendroflumethiazid wird angewendet zur Behandlung von:
- Arterieller Hypertonie (allein oder in Kombination mit anderen Antihypertensiva)
- Ödemen infolge von Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder nephrotischem Syndrom
Anwendungsart
Bendroflumethiazid wird oral in Tablettenform eingenommen. Die Dosierung erfolgt in der Regel einmal täglich am Morgen, um nächtlichen Harndrang zu vermeiden.
Wirkmechanismus
Bendroflumethiazid hemmt den Natrium-Chlorid-Cotransporter im distalen Tubulus der Niere. Dies führt zu einer vermehrten Ausscheidung von Natrium, Chlorid und Wasser, wodurch das Blutvolumen und der Blutdruck gesenkt werden. Langfristig bewirkt es eine Vasodilatation, die zusätzlich zur Blutdrucksenkung beiträgt.
Pharmakokinetik
- Resorption: Schnell nach oraler Gabe resorbiert
- Maximale Plasmakonzentration: Nach ca. 2–4 Stunden
- Metabolismus: Gering, Hauptausscheidung unverändert über die Nieren
- Eliminationshalbwertszeit: Ca. 3–10 Stunden, abhängig von der Nierenfunktion
Dosierung
- Hypertonie: 2,5 mg täglich, bei Bedarf auf 5 mg steigerbar
- Ödeme: 5–10 mg täglich, max. 20 mg pro Tag
- Hinweis: Die Dosis sollte individuell angepasst werden, insbesondere bei älteren Patienten oder Nierenfunktionsstörungen.
Nebenwirkungen
Häufig:
- Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hyponatriämie)
- Schwindel, Kopfschmerzen
- Müdigkeit
Gelegentlich:
- Hyperurikämie (Gichtanfälle)
- Hyperglykämie
- Hautreaktionen (Exantheme, Photosensitivität)
Selten:
- Pankreatitis, Leberfunktionsstörungen
- Arrhythmien bei schweren Elektrolytstörunge
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Bendroflumethiazid zu beachten:
Verstärkte Wirkung:
- Mit anderen Antihypertensiva (Risiko für Hypotonie)
- Lithium: Erhöhtes Risiko für Lithiumtoxizität
Abgeschwächte Wirkung:
Elektrolytstörungen:
- Verstärkt durch Glukokortikoide, Amphotericin B, Beta-Agonisten
Kontraindikationen
Kontraindikationen für Bendroflumethiazid umfassen:
- Überempfindlichkeit: Allergie gegen Bendroflumethiazid oder andere Sulfonamidderivate.
- Elektrolytstörungen: Schwere Hypokaliämie, Hyponatriämie oder Hyperkalzämie.
- Stoffwechselstörungen: Hyperurikämie (Gicht).
- Lebererkrankungen: Schwere Leberfunktionsstörungen, einschließlich hepatischer Enzephalopathie.
- Nierenerkrankungen: Schwere Niereninsuffizienz mit Anurie.
- Glomerulonephritis
Schwangerschaft
Bendroflumethiazid sollte in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden, da es die Plazentadurchblutung beeinträchtigen und zu Elektrolytstörungen beim Fötus führen kann.
Stillzeit
Das Medikament geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Eine Anwendung wird in der Stillzeit nicht empfohlen, da es die Milchproduktion hemmen und beim Säugling Elektrolytstörungen verursachen kann.
Verkehrstüchtigkeit
Bendroflumethiazid kann Schwindel und Benommenheit verursachen. Patienten sollten vor dem Bedienen von Maschinen oder Fahren von Fahrzeugen auf individuelle Reaktionen achten.
Anwendungshinweise
- Regelmäßige Kontrolle von Elektrolyten, Nierenfunktion und Blutzucker
- Vorsicht bei älteren Patienten aufgrund eines erhöhten Risikos für Dehydratation und Elektrolytstörungen
- Morgendliche Einnahme zur Vermeidung von nächtlichem Harndrang
Alternativen
- Andere Thiazid-Diuretika: Hydrochlorothiazid, Chlortalidon
- Schleifendiuretika: Furosemid (bei starker Ödembildung oder Niereninsuffizienz)
- Kaliumsparende Diuretika: Amilorid, Spironolacton (zur Kombination bei Hypokaliämie-Risiko)
Wirkstoff-Informationen
Fachinformation Bendroflumethiazid










