Caspofungin
Caspofungin ist ein Echinocandin-Antimykotikum, das als Zellwandinhibitor wirkt und zur Behandlung invasiver Candidiasis, und invasiver Aspergillose eingesetzt wird.
Caspofungin: Übersicht

Anwendung
Caspofungin hat folgende Anwendungsgebiete:
- Behandlung der invasiven Candidiasis bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten.
- Behandlung der invasiven Aspergillose bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten, die auf Amphotericin B, Lipidformulierungen von Amphotericin B und/oder Itraconazol nicht ansprechen oder diese nicht vertragen.
- Empirische Behandlung bei Verdacht auf invasive Pilzinfektionen (z. B. durch Candida oder Aspergillus) bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Fieber und Neutropenie.
Wirkmechanismus
Caspofunginacetat ist ein Antimykotikum aus der Gruppe der Echinocandine. Es hemmt die Synthese von β‑(1,3)‑D‑Glukan, einem Hauptbestandteil der Zellwand vieler Pilzarten. Dadurch wird die Integrität der Pilzzellwand gestört.
Caspofunginacetat zeigt eine fungizide Wirkung gegen Candida‑Hefen. In‑vitro‑ und In‑vivo‑Studien haben zudem gezeigt, dass es bei Aspergillus zu einer Hemmung des Wachstums kommt, wobei die Apikalenden und Verzweigungspunkte der Hyphen, an denen Zellwachstum und ‑teilung stattfinden, lysiert werden und absterben.
Pharmakokinetik
Resorption
- Keine orale Resorption; Anwendung ausschließlich intravenös.
Verteilung
- Hohe Proteinbindung (überwiegend an Albumin).
- Langsame und ausgeprägte Gewebeverteilung, die die Pharmakokinetik maßgeblich bestimmt.
Metabolisierung
- Kein Metabolismus über das Cytochrom‑P450‑System.
- Langsame chemische Zersetzung (Ringöffnung), anschließende Peptidhydrolyse und N‑Acetylierung.
Elimination
- Langsame, mehrphasige Elimination aus dem Plasma.
- Ausscheidung überwiegend in metabolisierten Formen über Urin und Faeces.
- Nur ein sehr geringer Anteil unverändert im Urin.
- Nicht dialysierbar.
Dosierung
- Für Erwachsene mit einem Körpergewicht von weniger als 80 kg sollte die Therapie mit einer Initialdosis von 70 mg am ersten Tag begonnen und dann mit 50 mg pro Tag fortgesetzt werden.
- Für Patienten mit einem Gewicht von mehr als 80 kg wird eine Dosis von 70 mg pro Tag empfohlen.
- Geschlecht oder ethnische Zugehörigkeit erfordern keine Dosisanpassung.
- Für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 Monaten bis 17 Jahren sollte die Dosierung auf der Körperoberfläche des Patienten basieren und mit einer Initialdosis von 70 mg/m2 am ersten Tag beginnen und dann mit 50 mg/m2 pro Tag fortgesetzt werden.
- Wenn die Tagesdosis von 50 mg/m2 gut vertragen wird, aber nicht zu einem ausreichenden klinischen Ansprechen führt, kann die Tagesdosis auf 70 mg/m2 erhöht werden; die maximale Tagesdosis von 70 mg darf nicht überschritten werden.
- Die Dauer der Therapie sollte sich nach dem klinischen Ansprechen des Patienten richten.
- Für Patienten mit einer nachgewiesenen Pilzinfektion sollten mindestens 14 Tage behandelt werden.
- Die Behandlung sollte nach dem Rückgang der Neutropenie und dem Abklingen der klinischen Symptome mindestens 7 Tage fortgesetzt werden.
- Für die invasiven Aspergillosen sollte die Behandlung mindestens 7 Tage nach dem Abklingen der Symptome fortgesetzt werden.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen (≥ 1/100 bis < 1/10) von Caspofungin sind:
- erniedrigtes Hämoglobin
- erniedrigter Hämatokrit
- erniedrigte Leukozytenzahl
- Hypokaliämie
- Kopfschmerzen
- Phlebitis
- Dyspnoe
- Übelkeit
- Diarrhö
- Erbrechen
- erhöhte Leberwerte (ALT, AST,alkalische Phosphatase, direktes und Gesamt-Bilirubin)
- Ausschlag, Pruritus, Erythem
- Hyperhidrose
- Arthralgie
- Fieber
- Schüttelfrost
- erniedrigtes Serum-Albumin
Wechselwirkungen
- Caspofungin hemmt keine Enzyme des Cytochrom‑P450‑Systems und induziert den CYP3A4‑Metabolismus anderer Substanzen nicht.
- Caspofungin wird nicht über das Cytochrom‑P450‑System metabolisiert.
- Die gleichzeitige Gabe von Ciclosporin A erhöht die AUC von Caspofungin um etwa 35 %, während Caspofungin die Plasmakonzentration von Ciclosporin nicht beeinflusst.
- Caspofungin verringert die minimale Plasmakonzentration von Tacrolimus um etwa 26 %.
- Die Pharmakokinetik von Caspofungin wird durch Itraconazol, Amphotericin B, Mycophenolat, Nelfinavir oder Tacrolimus nicht in klinisch relevantem Ausmaß verändert.
- Die gleichzeitige Anwendung von Caspofungin mit Induktoren von Stoffwechselenzymen kann zu einer Verringerung der AUC von Caspofungin führen.
Kontraindikationen
Caspofungin darf bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff nicht angewendet werden.
Schwangerschaft
Für die Anwendung von Caspofungin in der Schwangerschaft liegen keine oder nur sehr begrenzte klinische Daten vor. Tierexperimentelle Studien zeigten reproduktionstoxische Effekte und einen plazentaren Übergang. Caspofungin sollte während der Schwangerschaft daher nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen für die Mutter das potenzielle Risiko für den Fetus überwiegt.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Caspofungin beim Menschen in die Muttermilch übergeht. In Tierstudien wurde ein Übergang in die Milch beobachtet. Stillen sollte während der Behandlung mit Caspofungin unterbrochen werden.
Verkehrstüchtigkeit
Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass Caspofungin die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.
Anwendungshinweise
- Während der Behandlung mit Caspofungin können Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Anaphylaxie, Hautausschlägen, Juckreiz, Angioödem, Wärmegefühl oder Bronchospasmus auftreten.
- Es wurden außerdem histaminvermittelte Reaktionen wie Flush oder Hypotonie im Zusammenhang mit der Infusion berichtet.
- Caspofungin ist möglicherweise nicht gegen alle, insbesondere seltene Pilzarten wirksam; seine Wirksamkeit gegen Aspergillus ist fungistatisch, die klinische Bedeutung der in‑vitro‑Befunde ist begrenzt.
- Bei einigen Patienten wurden Erhöhungen der Leberfunktionswerte beobachtet. Insbesondere bei gleichzeitiger Anwendung mit Ciclosporin traten erhöhte Leberenzymwerte auf; eine sorgfältige Nutzen‑Risiko‑Abwägung wird empfohlen. Bei Patienten mit bereits bestehenden Leberfunktionsstörungen oder bei neu auftretenden Veränderungen der Leberwerte sollte eine engmaschige Überwachung erfolgen.
- Schwere kutane Nebenwirkungen wie Stevens‑Johnson‑Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse wurden berichtet; bei Patienten mit entsprechender Anamnese ist besondere Vorsicht geboten.
- Die gleichzeitige Anwendung mit Induktoren von Stoffwechselenzymen kann die Exposition von Caspofungin verringern und erfordert gegebenenfalls eine Anpassung der Dosierung.
- Nierenersatztherapie: Bei Patienten unter kontinuierlicher Nierenersatztherapie (CRRT) kann es bei Verwendung von Polyacrylnitril‑(PAN‑)Membranen zu einer Adsorption von Caspofungin kommen, was zu einer verminderten Exposition und einem unzureichenden Therapieansprechen führen kann. In diesen Fällen sollte die Verwendung einer alternativen Membran oder eines anderen Antimykotikums erwogen werden.
Wirkstoff-Informationen
- Fachinformation Caspofungin ratiopharm
- Cappelletty, Diane, and Kasi Eiselstein‐McKitrick. "The echinocandins." Pharmacotherapy: The Journal of Human Pharmacology and Drug Therapy 27.3 (2007): 369-388.
- Denning, David W. "Echinocandins: a new class of antifungal." Journal of Antimicrobial Chemotherapy 49.6 (2002): 889-891.
- MSD Sharp & Dohme GmbH: Cancidas® 50 mg / 70 mg Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung – Fachinformation, Stand: Januar 2026
- BfArM: Europäische Kommission: Durchführungsbeschluss der Kommission vom 21. November 2025 betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff „Caspofungin“ gemäß Artikel 107e der Richtlinie 2001/83/EG (C(2025) 8173 final).
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Cancidas 50 mg kohlpharma Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Cancidas® 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Cancidas® 70 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Caspofungin Eberth 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Caspofungin Hikma 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Caspofungin Mylan 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Pharmore GmbH
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Caspofungin-Pharmore® 70 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Caspofungin Sandoz 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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Caspofungin SGS Pharma 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Sgs Pharma Magyarorszag Kft.
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Caspofungin SGS Pharma 70 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Sgs Pharma Magyarorszag Kft.
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Caspofungin STADA® 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
STADAPHARM GmbH
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Caspofungin STADA® 70 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
STADAPHARM GmbH
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Caspofungin SUN 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Sun Pharmaceuticals Germany GmbH
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Caspofungin SUN 70 mg Pulver für ein Konzentrat zu Herstellung einer Infusionslösung
Sun Pharmaceuticals Germany GmbH
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Caspofungin Tillomed 50 mg Pulver für ein Konzentrat zu Herstellung einer Infusionslösung
Tillomed Pharma GmbH
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Caspofungin Tillomed 70 mg Pulver für ein Konzentrat zu Herstellung einer Infusionslösung
Tillomed Pharma GmbH
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Caspofungin Zentiva 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zentiva Pharma GmbH
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Caspofungin Zentiva 70 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
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