Cefixim

Cefixim ist ein Cephalosporin-Antibiotikum der dritten Generation, das zur Behandlung anfälliger gramnegativer und grampositiver bakterieller Infektionen eingesetzt wird.

Cefixim

Anwendung

Cefixim ist zur Behandlung folgender bakterieller Infektionen indiziert, die durch Cefixim-empfindliche Erreger verursacht werden:

  • Infektionen der oberen und unteren Atemwege
  • Infektionen im HNO-Bereich (z.B. Otitis media, Sinusitis, Tonsillitis, Pharyngitis, Laryngitis)
  • Unkomplizierte akute und rezidivierende Harnwegsinfektionen einschließlich gonorrhoischer Urethritis

Cefixim wird oral angewendet. Es steht als Filmtabletten für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren sowie als Pulver/Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen für Kinder ab 6 Monaten, Jugendliche und Erwachsene zur Verfügung. Die Einnahme ist unabhängig von den Mahlzeiten möglich.

Wirkmechanismus

Das Antibiotikum Cefixim ist ein Cephalosporin der dritten Generation und in Gegenwart von Beta-Lactamase-Enzymen sehr stabil. Infolgedessen können viele Organismen, die aufgrund des Vorhandenseins von Beta-Laktamasen gegen Penicilline und einige Cephalosporine resistent sind, gegenüber Cefixim empfindlich sein. Die antibakterielle Wirkung von Cefixim resultiert aus der Hemmung der Mucopeptidsynthese in der Bakterienzellwand.

Wie alle Beta-Lactam-Antibiotika bindet Cefixim an spezifische Penicillin-bindende Proteine (PBPs), die sich innerhalb der bakteriellen Zellwand befinden, wodurch die dritte und letzte Stufe der bakteriellen Zellwandsynthese gehemmt wird. Die Zelllyse wird dann durch autolytische Enzyme der bakteriellen Zellwand wie Autolysine vermittelt.

Cephalosporine Transpeptidase

Pharmakokinetik

Resorption

  • Die orale Bioverfügbarkeit beträgt etwa 48–50 %.
  • Nahrung beeinflusst die Resorption nicht wesentlich, verzögert jedoch die maximale Konzentration.
  • Die Zeit bis zur maximalen Resorption verlängert sich um etwa 0,8 Stunden, wenn Cefixim mit Nahrung eingenommen wird.

Verteilung

  • Plasmaeiweißbindung ca. 65–70 %.
  • Gute Verteilung in Gewebe, geringe Penetration ins ZNS

Metabolismus

  • Cefixim wird nur in geringem Umfang metabolisiert und liegt überwiegend unverändert im Körper vor.

Elimination

  • Etwa 50% der resorbierten Dosis werden innerhalb von 24 Stunden unverändert mit dem Urin ausgeschieden.
  • Die Eliminationshalbwertszeit beträgt etwa 2–4 Stunden und ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion verlängert.
  • Bei schwerer Nierenfunktionsstörung (5 bis 20 ml/min Kreatinin-Clearance) erhöhte sich die Halbwertszeit auf durchschnittlich 11,5 Stunden.

Dosierung

  • Erwachsene und Jugendliche ≥ 12 Jahre: 400 mg täglich (einmal täglich oder 2 × 200 mg).
  • Unkomplizierte Harnwegsinfektionen: 200 mg täglich ausreichend.
  • Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 20 ml/min): maximal 200 mg täglich.
  • Kinder: 8 mg/kg Körpergewicht pro Tag.

Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Infektion (typisch 7–10 Tage; bei Streptokokkeninfektionen mindestens 10 Tage).

Für unkomplizierte Infektionen der unteren Harnwege bei Frauen reicht eine Behandlungsdauer von 1 bis 3 Tagen aus. Bei der Gonorrhö ist in der Regel eine einmalige Gabe von 400 mg Cefixim ausreichend.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:

  • Gastrointestinale Beschwerden (Diarrhö, Übelkeit, Bauchschmerzen)
  • Kopf­schmerzen, Schwindel
  • Hautreaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen

Weitere relevante Nebenwirkungen:

  • Pseudomembranöse Kolitis
  • Hämolytische Anämie
  • Interstitielle Nephritis
  • Schwere Hautreaktionen (SJS, TEN, DRESS)
  • Enzephalopathie (Häufigkeit: nicht bekannt)

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Cefixim zu beachten:

  • Potenziell nephrotoxische Substanzen (wie Aminoglykosid-Antibiotika, Colistin, Polymyxin) oder stark wirksamen Diuretika (wie Etacrynsäure oder Furosemid): Erhöhtes Risiko für eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion
  • Calciumkanalblocker Nifedipin: Bioverfügbarkeit von Cefixim wird um ca. 70 % erhöht.
  • Probenecid kann die renale Ausscheidung von Cefixim vermindern und die Plasmaspiegel erhöhen.
  • Salicylate und andere nicht-steroidale Antirheumatika können die Plasmaproteinbindung von Cefixim vermindern und die freie Wirkstofffraktion erhöhen.
  • Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ: Verlängerte Prothrombinzeiten mit und ohne Blutung möglich.
  • Orale Kontrazeptiva: Sicherheit der empfängnisverhütenden Wirkung oraler Kontrazeptiva kann reduziert sein.
  • Bei Harnzuckerbestimmungen mit Reduktionsmethoden sowie beim Coombs-Test sind falsch-positive Ergebnisse möglich.
  • Antazida beeinflussen die Resorption von Cefixim nicht.

Kontraindikationen

Cefixim darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Cephalosporine oder Penicilline
  • Frühgeborene und Neugeborene
  • Patienten mit schweren Magen- und Darmstörungen mit Erbrechen und Durchfällen (ausreichende Absorption nach oraler Anwendung nicht gewährleistet)

Schwangerschaft

  • Es liegen keine oder nur sehr begrenzte Daten zur Anwendung von Cefixim bei Schwangeren vor.
  • Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf Reproduktionstoxizität.
  • Laut Fachinformation sollte Cefixim aus Vorsichtsgründen während der Schwangerschaft vermieden werden, es sei denn, eine Anwendung ist aufgrund des klinischen Zustands erforderlich.

Stillzeit

  • Es ist nicht bekannt, ob Cefixim beim Menschen in die Muttermilch übergeht.
  • Laut Fachinformation sollte eine Anwendung während der Stillzeit nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
  • Treten beim gestillten Säugling Durchfall oder Candidosen auf, ist ein Abstillen oder ein Absetzen der Therapie in Betracht zu ziehen.

Verkehrstüchtigkeit

Es wurden keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit beobachtet.

Anwendungshinweise

  • Penicillinallergie: Vorsicht aufgrund möglicher Kreuzreaktionen.
  • Überempfindlichkeitsreaktionen: Bei schweren Reaktionen ist Cefixim sofort abzusetzen.
  • Schwere Hautreaktionen: (z. B. Stevens‑Johnson‑Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, DRESS) erfordern einen Therapieabbruch.
  • Pseudomembranöse Kolitis: Bei schwerer oder anhaltender Diarrhö ist Cefixim sofort abzusetzen und ein Erregernachweis sowie eine geeignete Therapie durchzuführen (z. B. Vancomycin p.o., 4 × 250 mg täglich).
  • Superinfektionen: Eine länger dauernde Anwendung kann zu einem vermehrten Wachstum nicht empfindlicher Erreger führen.
  • Nierenfunktion: Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten, ggf. Dosisanpassung erforderlich.
  • Nephrotoxische Kombinationen: Bei gleichzeitiger Anwendung entsprechender Arzneimittel sollte die Nierenfunktion überwacht werden.
  • Hämolytische Anämie: Bei Verdacht ist die Therapie abzusetzen.
  • Enzephalopathie: Risiko insbesondere bei Überdosierung oder Nierenfunktionsstörung; bei neurologischen Symptomen ist die Behandlung zu beenden.

Alternativen

Weitere Cephalosporine der 3. Generation sind neben Cefixim:

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
453.45 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 3.5 H
Q0-Wert:
0.5
Kindstoff(e):
Quelle:
  1. DrugBank: Cefixim
  2. Fachinformation Cefixim AL
  3. Viatris Healthcare GmbH. Cefixim Viatris 400 mg Filmtabletten: Fachinformation. Stand: Oktober 2025.
  4. InfectoPharm Arzneimittel und Consilium GmbH. (2020). INFECTOOPTICEF® Saft 100 mg/5 ml: Fachinformation. Stand: März 2020.
  5. Umsetzung des einstimmigen Beschlusses der Koordinierungsgruppe vom 29.01.2026 betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Cefixim,
    BfArM, abgerufen am 21.05.2026

Abbildung

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