Clioquinol

Clioquinol ist ein topisches Antimykotikum und Antibiotikum, das durch die Hemmung der DNA-Synthese von Bakterien und Pilzen wirkt. Es findet Anwendung bei der Behandlung von Hautinfektionen wie Dermatitis und Fußpilz. Seine Fähigkeit, Schwermetallionen zu chelatisieren, erweitert zudem sein therapeutisches Spektrum.

Clioquinol

Anwendung

Clioquinol ist für die Behandlung verschiedener Hauterkrankungen zugelassen, insbesondere für solche, die durch empfindliche Bakterien oder Pilze verursacht werden. Dazu gehören:

  • Dermatophytosen (Pilzinfektionen der Haut), wie Fußpilz (Tinea pedis), Ringelflechte (Tinea corporis) und Juckreiz (Tinea cruris).
  • Ekzeme und Dermatitis, wenn eine sekundäre Infektion durch empfindliche Mikroorganismen vorliegt oder eine solche Infektion befürchtet wird.
  • Impetigo (eine bakterielle Infektion, die die Haut betrifft) und andere oberflächliche Hautinfektionen.

Wirkmechanismus

Clioquinol ist ein Chelatbildner und antimikrobielles Medikament, das gegen eine Vielzahl von pathogenen Mikroorganismen, einschließlich Bakterien und Pilzen, wirksam ist. Der Wirkmechanismus von Clioquinol beruht hauptsächlich auf seiner Fähigkeit, mit Metallionen, insbesondere Zink (Zn²⁺) und Kupfer (Cu²⁺), Komplexe zu bilden. Diese Chelatbildung führt zu einer Störung der Metallionen-Homöostase in den Mikroorganismen, was für deren Wachstum und Überleben essentiell ist. Durch die Entziehung dieser essenziellen Metalle werden wichtige enzymatische Prozesse innerhalb der Zellen der Mikroorganismen gehemmt, was letztendlich zu deren Tod führt. Darüber hinaus wird vermutet, dass Clioquinol durch die Beeinträchtigung der Zellmembranintegrität und die Induktion von oxidativem Stress zusätzliche antimikrobielle Effekte ausübt.

Dosierung

Die erkrankten Hautpartien sollten 2-mal täglich mit Clioquinol-Creme eingerieben werden.

Nebenwirkungen

Zu den häufigeren Nebenwirkungen von Clioquinol gehören:

  • Hautirritationen: Bei topischer Anwendung kann Clioquinol Hautreizungen wie Rötungen, Juckreiz oder Brennen verursachen.
  • Veränderungen der Hautfarbe: Eine langfristige Anwendung kann zu einer Verfärbung der Haut führen, insbesondere in Bereichen, die dem Licht ausgesetzt sind.

Kontraindikationen

Clioquinol-Creme darf nicht angewendet werden:

  • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, dessen Derivate (Chinoline), Methyl-4-hydroxybenzoat und Natriumethyl-4-hydroxybenzoat
  • bei Iodüberempfindlichkeit
  • bei Otitis media, da ototoxische Schäden beim Eindringen von Clioquinol in die Paukenhöhle nicht auszuschließen sind
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • auf den Augenbindehäuten

Hinweise

Folgende HInweise sind bei der Anwendung von Clioquinol zu beachten:

  • Schilddrüsenstörungen: Bei Langzeitanwendung sollte der Iodplasmaspiegel bei Patienten mit Schilddrüsenproblemen überwacht werden.
  • Interaktion mit Latexprodukten: Die gleichzeitige Anwendung mit Latexprodukten im Genital- oder Analbereich kann deren Sicherheit beeinträchtigen.
  • Verfärbung von Kleidung: Clioquinol kann gelbe bis braune Flecken auf Kleidung hinterlassen, die schwer zu entfernen sind. Es wird empfohlen, behandelte Hautstellen abzudecken.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
305.5 g·mol-1
Autor:
Stand:
20.03.2024
Quelle:
  1. Fachinformation Linola sept Antiseptische Hautcreme mit Clioquinol
  2. Geisslinger, Gerd, et al. "Mutschler Arzneimittelwirkungen." (2020).
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