Clopamid
Clopamid ist ein Thiazid-ähnliches Diuretikum, das zur Behandlung von Hypertonie und Ödemen eingesetzt wird. Es gehört zur Klasse der Diuretika, die den Natrium- und Wasserhaushalt regulieren, den Blutdruck senken und Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe reduzieren.
Clopamid: Übersicht

Anwendung
Clopamid wird angewendet zur Behandlung von:
- Arterieller Hypertonie (allein oder in Kombination mit anderen Antihypertensiva)
- Ödemen infolge von Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder nephrotischem Syndrom
Anwendungsart
Clopamid wird oral in Tablettenform eingenommen. Die Dosierung erfolgt in der Regel einmal täglich am Morgen, um nächtlichen Harndrang zu vermeiden.
Wirkmechanismus
Clopamid hemmt den Natrium-Chlorid-Cotransporter im distalen Tubulus der Niere. Dies führt zu einer vermehrten Ausscheidung von Natrium, Chlorid und Wasser, wodurch das Blutvolumen und der Blutdruck gesenkt werden. Langfristig kann es zu einer Vasodilatation beitragen, die die blutdrucksenkende Wirkung unterstützt.
Pharmakokinetik
- Resorption: Schnell nach oraler Gabe resorbiert
- Maximale Plasmakonzentration: Nach ca. 2–4 Stunden
- Metabolismus: Gering, Hauptausscheidung unverändert über die Nieren
- Eliminationshalbwertszeit: Ca. 12–24 Stunden, abhängig von der Nierenfunktion
Dosierung
- Hypertonie: 5–10 mg täglich, bei Bedarf auf 20 mg steigerbar
- Ödeme: 10–20 mg täglich, maximal 40 mg pro Tag
- Hinweis: Die Dosis sollte individuell angepasst werden, insbesondere bei älteren Patienten oder bei Nierenfunktionsstörungen.
Nebenwirkungen
Häufig:
- Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hyponatriämie)
- Schwindel, Kopfschmerzen
- Müdigkeit
Gelegentlich:
- Hyperurikämie (Gichtanfälle)
- Hyperglykämie
- Hautreaktionen (Exantheme, Photosensitivität)
Selten:
- Pankreatitis, Leberfunktionsstörungen
- Arrhythmien bei schweren Elektrolytstörungen
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Clopamid zu beachten:
Verstärkte Wirkung:
- Mit anderen Antihypertensiva (Risiko für Hypotonie)
- Lithium: Erhöhtes Risiko für Lithiumtoxizität
Abgeschwächte Wirkung:
- NSAR (z. B. Ibuprofen): Reduzieren die diuretische und blutdrucksenkende Wirkung
Elektrolytstörungen:
- Verstärkt durch Glukokortikoide, Amphotericin B, Beta-Agonisten
Kontraindikationen
Kontraindikationen für Clopamid umfassen:
- Überempfindlichkeit: Gegen Clopamid oder andere Sulfonamidderivate
- Elektrolytstörungen: Schwere Hypokaliämie, Hyponatriämie oder Hyperkalzämie
- Lebererkrankungen: Schwere Leberfunktionsstörungen, einschließlich hepatischer Enzephalopathie
- Nierenerkrankungen: Schwere Niereninsuffizienz mit Anurie
- Dehydration und Hypotonie: Aufgrund des Risikos einer weiteren Volumenreduktion
- Schwangerschaft, Stillzeit
Schwangerschaft
Clopamid darf in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden, da es die Plazentadurchblutung beeinträchtigen und zu Elektrolytstörungen beim Fötus führen kann.
Stillzeit
Das Medikament geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Eine Anwendung wird in der Stillzeit nicht empfohlen, da es die Milchproduktion hemmen und beim Säugling Elektrolytstörungen verursachen kann.
Verkehrstüchtigkeit
Clopamid kann Schwindel und Benommenheit verursachen. Patienten sollten vor dem Bedienen von Maschinen oder Fahren von Fahrzeugen auf individuelle Reaktionen achten.
Anwendungshinweise
- Regelmäßige Kontrolle von Elektrolyten, Nierenfunktion und Blutzucker
- Vorsicht bei älteren Patienten aufgrund eines erhöhten Risikos für Dehydratation und Elektrolytstörungen
- Morgendliche Einnahme zur Vermeidung von nächtlichem Harndrang
Alternativen
- Andere Thiazid-Diuretika: Hydrochlorothiazid, Chlortalidon
- Schleifendiuretika: Furosemid (bei starker Ödembildung oder Niereninsuffizienz)
- Kaliumsparende Diuretika: Amilorid, Spironolacton (zur Kombination bei Hypokaliämie-Risiko)
Wirkstoff-Informationen
- Geisslinger, Gerd, et al. "Mutschler Arzneimittelwirkungen." (2020).
- Steinhilber, Dieter, Manfred Schubert-Zsilavecz, and Hermann Roth. "Medizinische Chemie." (2010).










