Doxazosin

Doxazosin ist ein selektiver Alpha-1-Adrenorezeptor-Antagonist, der primär zur Behandlung von Hypertonie und benigner Prostatahyperplasie (BPH) eingesetzt wird. Durch die Blockade von Alpha-1-Rezeptoren in den Blutgefäßen und der Prostata führt es zu Vasodilatation und verbessertem Urinfluss, indem es den Gefäßwiderstand und den Muskeltonus reduziert.

Doxazosin

Anwendung

Der Wirkstoff Doxazosin wird zur Behandlung von Bluthochdruck und Entleerungsstörungen durch Harnröhrenverengungen bei gutartiger Prostatavergrößerung eingesetzt.

Anwendungsart

  • Doxazosin gibt es als schnell freisetzende Tabletten und Retardtabletten im Handel.
  • Die Tabletten sind morgens mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen.
  • Die Retardtabletten können zum Essen oder außerhalb einer Mahlzeit eingenommen werden und müssen als Ganzes mit ausreichend Flüssigkeit geschluckt werden.

Wirkmechanismus

Doxazosin ist ein selektiver Alpha-1-Adrenorezeptor-Antagonist, der durch die Blockade von Alpha-1-Adrenorezeptoren auf der Oberfläche der glatten Muskelzellen wirkt. Diese Rezeptoren finden sich vor allem in den Blutgefäßen und in der Prostata. Durch die Bindung an diese Rezeptoren verhindert Doxazosin die Wirkung von endogenem Noradrenalin, einem Neurotransmitter, der normalerweise eine Kontraktion der glatten Muskulatur bewirkt.

Die Folge ist eine Entspannung der glatten Muskulatur in den Blutgefäßen, was zu einer Vasodilatation führt und den peripheren Gefäßwiderstand sowie den Blutdruck senkt. Zusätzlich bewirkt Doxazosin eine Entspannung der glatten Muskulatur in der Prostata und im Blasenhals, was die Symptome der benignen Prostatahyperplasie (BPH) verbessert, indem es den Urinfluss erleichtert und die Harnwegssymptome reduziert.

Alpha-1-Blocker

Pharmakokinetik

Resorption

Nach oraler Applikation wird Doxazosin gut resorbiert sowohl aus den schnell freisetzenden Tabletten als auch aus den Retardtabletten.

Plasmaspiegel

Die Plasmaspitzenkonzentrationen werden bei der Anwendung von schnell freisetzenden Tabletten nach 2 Stunden erreicht, während die Blutspiegel bei den Retardtabletten langsam ansteigen und ihr Maximum nach 6 bis 8 Stunden erreichen. Die maximalen Plasmaspiegel der Retardtabletten betragen etwa ein Drittel derjenigen, die bei Anwendung derselben Doxazosin-Dosis in Form von schnell freisetzenden Tabletten erreicht werden. Die Talspiegel nach 24 Stunden sind dagegen ähnlich. Doxazosin Retardtabletten führen nur zu geringen Schwankungen der Plasmaspiegel im Vergleich zu den schnell freisetzenden Tabletten.

Bioverfügbarkeit

Die absolute Bioverfügbarkeit der schnell freisetzenden Tabletten beträgt nahezu 63%. Die relative Bioverfügbarkeit von Doxazosin 4 mg Retardtabletten beträgt im Steady State 54%.

Verteilung

Doxazosin wird im Plasma zu ca. 98% an Proteine gebunden.

Biotransformation

Doxazosin wird größtenteils metabolisiert, nur etwa 5% der Substanz werden unverändert ausgeschieden. Doxazosin wird hauptsächlich mittels O-Demethylierung und Hydroxylierung abgebaut.

Elimination

Die Elimination aus dem Plasma verläuft biphasisch und erfolgt vorwiegend über die Faeces. Die terminale Eliminationshalbwertszeit der beiden Darreichungsformen beträgt 22 Stunden.

Dosierung

Hypertonie:

  • Start mit 1 mg täglich.
  • Dosissteigerung möglich nach 1-2 Wochen in Schritten zu 1 mg, bis maximal 8 mg täglich.
  • Durchschnittliche Erhaltungsdosis: 2-4 mg täglich.
  • Maximaldosis: 16 mg täglich.
  • Anfangsschema: 1 mg für die ersten 8 Tage, dann 2 mg für die nächsten 7 Tage, gefolgt von einer Anpassung auf die Erhaltungsdosis.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH):

  • Beginn mit 1 mg täglich.
  • Dosisanpassung nach 1-2 Wochen möglich, bis maximal 4 mg täglich.
  • Durchschnittliche Erhaltungsdosis: 2-4 mg täglich.
  • Höchstdosis: 8 mg täglich.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Doxazosin zählen Benommenheit, niedriger Blutdruck, Bauchkrämpfe und Verdauungsstörungen.

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Doxazosin zu beachten:

  • Verapamil, Diltiazem: verstärkte blutdrucksenkende Wirkung
  • Dopaminagonisten: vermehrte oder verstärkte Blutdruckabfälle unmittelbar zu Behandlungsbeginn
  • Phosphodiesterase-5-Hemmer: verstärkte Blutdrucksenkung möglich
  • Enzyminhibitoren (CYP3A4): verstärkte Wirkungen (Blutdruckabfall) möglich
  • Beta-Blocker: verstärkte blutdrucksenkende Wirkung ("First-dose-Effekt")

Kontraindikationen

Doxazosin besitzt folgende Kontraindikationen:

  • Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber Doxazosin
  • Patienten mit orthostatischer Hypotonie in der Vorgeschichte
  • Benigne Prostatahyperplasie-Patienten mit Hypotonie
  • Patienten mit benigner Prostatahyperplasie, die an Stauungen im oberen Harntrakt, einer chronischen Harnwegsinfektion oder Blasensteinen leiden
  • als Monotherapie bei Patienten mit Überlaufblase oder Anurie (mit oder ohne progrediente Niereninsuffizienz)
  • Stillzeit

Schwangerschaft

Doxazosin sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt verabreicht werden. Ausreichende und kontrollierte Studien zur Therapie bei schwangeren Frauen liegen nicht vor.

Stillzeit

Doxazosin ist während der Stillzeit kontraindiziert. Ist eine Therapie mit Doxazosin unumgänglich, muss abgestillt werden, da Doxazosin in die Muttermilch übergeht.

Verkehrstüchtigkeit

Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann bei der Anwendung von Doxazosin beeinträchtigt werden. Dies gilt in verstärktem Maße zu Behandlungsbeginn oder bei einer Dosiserhöhung.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
451.48 g·mol-1
Mittlere Halbwertszeit:
ca. 12.0 H
Q0-Wert:
0.95
Kindstoff(e):
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