Exemestan

Exemestan ist ein irreversibler Aromatase-Inhibitor, der die Umwandlung von Androgenen in Östrogene hemmt und somit den Östrogenspiegel im Körper reduziert. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von östrogenrezeptorpositivem Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen eingesetzt.

Exemestan

Anwendung

Exemestan besitzt folgende Indikationen:

  • adjuvante Behandlung eines Östrogenrezeptor-positiven, invasiven frühen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen nach 2 bis 3 Jahren adjuvanter Initialtherapie mit Tamoxifen
  • Behandlung des fortgeschrittenen Mammakarzinoms bei Frauen mit natürlicher oder induzierter Postmenopause nach Progression unter Antiöstrogenbehandlung.

Bei Patientinnen mit negativem Östrogenrezeptor Status ist die Wirksamkeit nicht belegt.

Wirkmechanismus

Exemestan ist ein selektiver und irreversibler Inhibitor der Aromatase, einem Schlüsselenzym im Östrogenbiosyntheseweg. Es bindet dauerhaft an das Aromatase-Enzym, das für die Umwandlung von Androgenen (Androstendion und Testosteron) in Östrogene (Östron und Östradiol) in peripheren Geweben und in Tumorgeweben verantwortlich ist. Durch die Hemmung dieses Enzyms reduziert Exemestan effektiv die Östrogenkonzentrationen im Körper, was besonders bei postmenopausalen Frauen relevant ist, bei denen die meisten Östrogene in peripheren Geweben produziert werden.

Diese Reduktion des Östrogenspiegels ist besonders wirksam bei der Behandlung von Brustkrebs, der östrogenrezeptorpositiv ist. Die Mehrheit der Brustkrebsfälle bei postmenopausalen Frauen ist hormonabhängig, und das Tumorwachstum wird durch Östrogene stimuliert. Indem Exemestan die Östrogenproduktion unterdrückt, hemmt es das Wachstum und die Ausbreitung dieser Art von Brustkrebszellen.

Aromatasehemmer

Dosierung

Die empfohlene Dosierung von Exemestan beträgt 25 mg täglich, vorzugsweise nach einer Mahlzeit.

Nebenwirkungen

Sehr häufige und häufige Nebenwirkungen von Exemestan Hitzewallungen, verstärktes Schwitzen und diverse Magen-Darm-Beschwerden. Kopfschmerzen, Schwindel, Ödeme, Haarausfall und Depressionen oder Schlafstörungen sind weitere Nebenwirkungen von Exemestan.

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Exemestan zu beachten:

  • Metabolisierung: Exemestan wird hauptsächlich durch CYP3A4 und Aldoketoreduktasen abgebaut, ohne wichtige CYP-Isoenzyme zu hemmen.
  • Interaktion mit CYP3A4-Induktoren: Starke CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin können die Konzentration von Exemestan im Blut signifikant reduzieren. Daher könnte die gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Induktoren (z. B. Antikonvulsiva, Johanniskraut) die Wirksamkeit von Exemestan beeinträchtigen.
  • Vorsicht bei Kombinationstherapie: Bei gleichzeitiger Verwendung von Medikamenten, die durch CYP3A4 metabolisiert werden und ein enges therapeutisches Fenster haben, ist Vorsicht geboten.
  • Die gleichzeitige Anwendung von östrogenhaltigen Arzneimitteln mit Exemestan sollte vermieden werden, da diese die Wirkung von Exemestan aufheben können.

Kontraindikationen

Exemestan darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Wirkstoff
  • prämenopausalen Frauen
  • Schwangeren
  • Stillenden

Anwendungshinweise

Folgende Hinweise sind bei der Anwendung von Exemestan zu beachten:

  • Nicht anwenden bei Frauen mit prämenopausalem Hormonstatus.
  • Vorsicht bei Patientinnen mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.
  • Beobachtung einer Verringerung der Knochendichte und erhöhten Frakturrate; Überwachung und gegebenenfalls Behandlung von Osteoporose erforderlich.
  • Empfehlung der Überprüfung des Vitamin-D-Spiegels vor Behandlungsbeginn.
  • Dopinghinweis: Exemestan kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen und ist gesundheitsgefährdend bei Anwendung als Dopingmittel.

Alternativen

Bei der Behandlung von östrogenrezeptorpositivem Brustkrebs, insbesondere bei postmenopausalen Frauen, wenn Exemestan nicht geeignet ist oder nicht vertragen wird, können verschiedene Behandlungsalternativen in Betracht gezogen werden. Diese umfassen:

  • Andere Aromatase-Inhibitoren: Neben Exemestan gibt es weitere Aromatase-Inhibitoren wie Letrozol und Anastrozol, die ähnlich wirken, indem sie die Umwandlung von Androgenen in Östrogene hemmen.
  • Selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs): Wirkstoffe wie Tamoxifen, die an Östrogenrezeptoren binden und deren Aktivität modulieren. Tamoxifen wird häufig zur Behandlung von Brustkrebs bei prä- und postmenopausalen Frauen eingesetzt.
  • Fulvestrant: Ein Östrogenrezeptor-Antagonist, der in der Lage ist, Östrogenrezeptoren abzubauen und wird bei bestimmten Formen von fortgeschrittenem Brustkrebs eingesetzt.
  • GnRH-Analoga (Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga): Diese Medikamente, wie Goserelin, werden manchmal bei prämenopausalen Frauen eingesetzt, um die Östrogenproduktion der Eierstöcke zu unterdrücken.
  • Chemotherapie: In fortgeschrittenen Fällen oder wenn hormonbasierte Therapien nicht wirksam sind, kann eine Chemotherapie eine Option sein.
  • Immuntherapie und zielgerichtete Therapie: Abhängig vom genetischen Profil des Tumors können Therapien, die spezifisch gegen Krebszellen gerichtet sind, wie Trastuzumab oder Pertuzumab bei HER2-positivem Brustkrebs, eingesetzt werden.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
296.4 g·mol-1
Autor:
Stand:
05.12.2023
Quelle:
  1. Fachinformation Exemestan Pfizer

Abbildung:
Anika Mifka adapted from Johnston & Dowsett (2003): Aromatase inhibitors for breast cancer: lessons from the laboratory. Nature Reviews Cancer, DOI: https://doi.org/10.1038/nrc1211

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