Fenticonazol

Fenticonazol gehört zur Wirkstoffgruppe der Imidazole und wirkt durch die Hemmung der Ergosterolsynthese in der Zellmembran von Pilzen. Der Wirkstoff findet vorrangig Anwendung bei der Behandlung von kutanen und vaginalen Pilzinfektionen, einschließlich Candidiasis und Dermatophytosen.

Fenticonazol

Anwendung

Fenticonazol wird zur Behandlung von Pilzinfektionen eingesetzt. Der Wirkstoff ist ausschließlich zur äußeren Anwendung in Form von Cremes, Lösungen, Sprays oder Vaginalzäpfchen geeignet. Primär wird Fenticonazol bei Infektionen durch Dermatophyten (Pilzbefall von Haut, Haaren oder Nägeln) oder Hefepilzen angewendet.

Wirkmechanismus

Fenticonazol wirkt als Antimykotikum durch die Hemmung der Ergosterolsynthese, einem essenziellen Bestandteil der Zellmembran von Pilzen. Dies geschieht durch die Interaktion mit dem Enzym Lanosterol 14-α-Demethylase, welches für die Umwandlung von Lanosterol zu Ergosterol verantwortlich ist. Die Hemmung dieses Schritts führt zu einem Mangel an Ergosterol und zur Anhäufung toxischer Zwischenprodukte in der Zellmembran, was die Zellmembranintegrität der Pilze stört und letztendlich zu deren Tod führt. Fenticonazol besitzt sowohl fungizide als auch fungistatische Eigenschaften, abhängig von der Konzentration und dem spezifischen Pilztyp. Darüber hinaus zeigt Fenticonazol antimikrobielle Wirkung gegen einige grampositive Bakterien, was seinen Anwendungsbereich in der Behandlung von Mischinfektionen erweitert.

Dosierung

Die Dosierung von Fenticonazol kann je nach Darreichungsform und Indikation variieren. Im Allgemeinen gelten folgende Dosierungsrichtlinien für Fenticonazol laut Fachinformationen:

  • Fenticonazol-Creme (2%) für kutane Anwendungen: In der Regel wird die Creme ein- bis zweimal täglich auf die betroffenen Hautbereiche aufgetragen. Die Behandlungsdauer hängt von der Schwere der Infektion ab, üblicherweise zwischen 2 bis 4 Wochen.
  • Fenticonazol-Vaginalcreme oder -Ovula (600 mg): Für vaginale Infektionen wird oft eine Einmaldosis von 600 mg als Ovulum oder die Anwendung der Vaginalcreme über mehrere Tage, in der Regel einmal täglich vor dem Schlafengehen, empfohlen. Die genaue Dauer kann variieren, häufig wird eine 3- bis 6-tägige Behandlung angegeben.

Nebenwirkungen

Gelegentlich kommt es zu Nebenwirkungen von Fenticonazol wie allergischen Hautreaktionen mit Juckreiz, Hautschuppung oder Brennen.

Kontraindikationen

Fenticonazol ist kontraindiziert bei:

  • Säuglingen und Kleinkindern
  • bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff 
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Fenticonazol zu beachten:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen: Eine langfristige lokale Anwendung kann zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Es ist wichtig, auf Anzeichen einer Allergie oder Unverträglichkeit zu achten.
  • Versehentliche orale Einnahme: Sollte Fenticonazol versehentlich geschluckt werden, ist es ratsam, Erbrechen zu induzieren oder eine Magenspülung in Betracht zu ziehen. Anschließend sollte die betroffene Person Wasser oder Limonade mit Aktivkohle zu sich nehmen, unabhängig davon, ob Erbrechen ausgelöst wurde. Eine symptomatische Behandlung kann erforderlich sein.
  • Interaktion mit anderen Produkten: Fenticonazol-Vaginalovula sollten nicht zusammen mit Barrieremethoden der Schwangerschaftsverhütung, Spermiziden, Vaginalduschen oder anderen vaginalen Produkten verwendet werden, da dies die Wirksamkeit beeinträchtigen oder zu unerwünschten Reaktionen führen kann.
  • Anwendung bei Kindern: Fenticonazol ist für die Anwendung bei Kindern nicht vorgesehen. Die Sicherheit und Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe sind nicht nachgewiesen.

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
455.4 g·mol-1
Kindstoff(e):
Autor:
Stand:
25.03.2024
Quelle:

Fachinformation Fenizolan

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2 Präparate mit Fenticonazol