Fosfomycin
Fosfomycin ist ein Breitbandantibiotikum und gehört zu den Epoxyd-Verbindungen. Es zeigt eine gute Wirksamkeit gegen grampositive und gramnegative Bakterien. Aufgrund seiner besonderen Wirkweise ist es vor allem bei akuten Harnwegsinfektionen von besonderer Bedeutung.
Fosfomycin: Übersicht

Anwendung
Fosfomycin ist indiziert für die Behandlung von akuter, unkomplizierter Zystitis durch Fosfomycin-empfindliche Erreger bei Frauen und weiblichen Jugendlichen.
Anwendungsart
Fosfomycin wird als Pulver oder Granulat auf leeren Magen eingenommen, idealerweise zwei bis drei Stunden vor oder nach einer Mahlzeit, vorzugsweise vor dem Schlafengehen nach Entleerung der Blase. Das Präparat wird in einem Glas Wasser aufgelöst und sofort nach der Zubereitung eingenommen.
Wirkmechanismus
Fosfomycin wirkt bakterizid auf wachsende Krankheitserreger, indem es die Synthese der Bakterienzellwand hemmt. Es blockiert die erste Stufe der intrazellulären Zellwandsynthese durch die Hemmung der Peptidoglykansynthese. Der Wirkstoff wird über zwei verschiedene Transportsysteme, das sn-Glycerin-3-phosphat- und das Hexose-6-Transportsystem, aktiv in die Bakterienzelle transportiert.
Pharmakokinetik
Resorption
- Nach oraler Einnahme von Fosfomycin beträgt die Bioverfügbarkeit etwa 33–53%.
- Nahrungsaufnahme reduziert die Resorptionsrate und den Resorptionsumfang, jedoch bleibt die Gesamtmenge des über den Urin ausgeschiedenen Wirkstoffs unverändert.
- Die Konzentrationen im Urin bleiben nach einer 3-g-Dosis für mindestens 24 Stunden über einem Schwellenwert von 128 μg/ml.
- Nahrung verzögert den Zeitpunkt der maximalen Harnkonzentrationen um vier Stunden.
- Fosfomycin wird auch über die enterohepatische Rezirkulation wieder aufgenommen.
Verteilung
- Fosfomycin verteilt sich im Gewebe, einschließlich der Nieren und Blasenwand.
- Es bindet nicht an Plasmaproteine und kann die Plazentaschranke passieren.
Metabolismus
- Fosfomycin wird nicht metabolisiert.
Elimination
- Fosfomycin wird unverändert hauptsächlich über die Nieren (40–50% der Dosis) durch glomeruläre Filtration mit einer Halbwertszeit von etwa vier Stunden ausgeschieden.
- Ein kleinerer Teil (18–28% der Dosis) wird über den Stuhl eliminiert.
Besondere Patientengruppen
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Eliminationshalbwertszeit verlängert sich proportional zur Niereninsuffizienz. Bei einer Kreatinin-Clearance über 10 ml/min bleibt die Harnkonzentration von Fosfomycin für 48 Stunden wirksam.
- Ältere Menschen: Mit zunehmendem Alter nimmt die Clearance von Fosfomycin aufgrund der altersbedingten Abnahme der Nierenfunktion ab.
Dosierung
Behandlung der akuten, unkomplizierten Zystitis
Frauen und weibliche Jugendliche ab 12 Jahren erhalten 3 g Fosfomycin als Einmalgabe.
Dosisanpassung
- Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 10 ml/min) wird die Anwendung von Fosfomycin nicht empfohlen.
- Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren: Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fosfomycin sind nicht erwiesen. Eine Anwendung wird nicht empfohlen.
Überdosierung
Erfahrungen mit einer Überdosierung von oral angewendetem Fosfomycin sind begrenzt. Bei parenteraler Anwendung wurden Hypotonie, Somnolenz, Elektrolytstörungen, Thrombozytopenie und Hypoprothrombinämie berichtet. Im Falle einer Überdosierung sollte der Patient überwacht und die Behandlung symptomatisch und unterstützend erfolgen. Eine Rehydrierung wird empfohlen, um die Ausscheidung des Wirkstoffs zu fördern. Fosfomycin kann durch Hämodialyse mit einer Eliminationshalbwertszeit von etwa vier Stunden wirksam entfernt werden.
Nebenwirkungen
Zu den häufigen Nebenwirkungen, die während einer Therapie mit Fosfomycin auftreten können, zählen:
Die vollständigen Angaben können der jeweiligen Fachinformation entnommen werden.
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Fosfomycin zu beachten:
- Metoclopramid: Die gleichzeitige Anwendung führt zu niedrigeren Serum- und Harnkonzentrationen von Fosfomycin und sollte daher vermieden werden.
- Arzneimittel, die die Motilität des Magen-Darm-Traktes erhöhen: Diese können ähnliche Wirkungen wie Metoclopramid auf Fosfomycin haben.
- Einfluss von Nahrungsmitteln: Nahrungsmittel können die Resorption verzögern, was zu einem leichten Rückgang der Plasmaspitzenwerte und Harnkonzentrationen führt. Daher sollte Fosfomycin auf nüchternen Magen oder zwei bis drei Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden.
- Orale Antikoagulanzien: Antibiotika können die Wirkung von Antikoagulanzien verstärken. Dies betrifft besonders Antibiotika wie Fluorchinolone, Makrolide, Cycline und bestimmte Cephalosporine. Bei gleichzeitiger Gabe sollten INR-Werte überwacht werden.
Kontraindikationen
Die Anwendung von Fosfomycin ist generell kontraindiziert bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
Schwangerschaft
Fosfomycin kann die Plazenta passieren. Die vorliegenden Daten zur Anwendung im ersten Schwangerschaftsdrittel sind begrenzt, jedoch wurden bisher keine Hinweise auf Teratogenität gefunden. Tierstudien zeigten keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen auf die Reproduktionstoxizität. Fosfomycin sollte während der Schwangerschaft jedoch nur dann angewendet werden, wenn es eindeutig notwendig ist.
Stillzeit
Fosfomycin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Wenn die Anwendung erforderlich ist, kann eine Einzeldosis orales Fosfomycin während der Stillzeit verabreicht werden.
Verkehrstüchtigkeit
Es wurden keine speziellen Studien zur Auswirkung von Fosfomycin auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt. Da jedoch über Schwindel als Nebenwirkung berichtet wurde, sollten Patienten darauf hingewiesen werden, dass dies ihre Verkehrstüchtigkeit und ihr Reaktionsvermögen beim Bedienen von Maschinen beeinträchtigen könnte.
Anwendungshinweise
Bei der Anwendung von Fosfomycin sind folgende Warnhinweise zu beachten:
- Überempfindlichkeitsreaktionen: Schwere Reaktionen wie Anaphylaxie können auftreten. Die Behandlung ist sofort abzubrechen, Notfallmaßnahmen sind einzuleiten.
- Clostridioides difficile-assoziierte Diarrhö: Fosfomycin kann zu schwerer Diarrhö durch Clostridioides difficile führen. Therapieabbruch und spezifische Behandlung sollten erwogen werden.
- Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern unter 12 Jahren sind nicht nachgewiesen. Anwendung in dieser Altersgruppe wird nicht empfohlen.
- Persistierende Infektionen und männliche Patienten: Bei anhaltenden Infektionen oder männlichen Patienten sollte die Diagnose überprüft werden. Fosfomycin ist für komplizierte Harnwegsinfektionen nicht geeignet.
Wirkstoff-Informationen
- Freissmuth et al., Pharmakologie und Toxikologie, 2020, Springer
- Fachinformationen ausgewählter Fosfomycin Hersteller (z. B. Monuril 3000 mg Granulat, kohlpharma)
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Afosfol 3 g Granulat im Beutel zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
axunio Pharma GmbH
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Fomicyt 2 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung (FR)
InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH
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Fomicyt 40 mg/ml 2 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung (UK)
InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH
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Fosfomycin AL 3 g Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
ALIUD PHARMA® GmbH
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Fosfomycin Aristo® 3000 mg Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
Aristo Pharma GmbH
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Fosfomycin Ascend 3 g Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
Ascend GmbH
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Fosfomycin Eberth 2 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Dr. Friedrich Eberth Arzneimittel GmbH
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Fosfomycin Eberth 3 g Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
Dr. Friedrich Eberth Arzneimittel GmbH
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Fosfomycin Eberth 4 g Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
Dr. Friedrich Eberth Arzneimittel GmbH
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Fosfomycin HEXAL® 3 g Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
Hexal AG
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Fosfomycin-Uropharm 3 g Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
Abanta Pharma GmbH
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Fosfuro® 3000 mg, Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
APOGEPHA Arzneimittel GmbH
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INFECTOFOS® 2 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH
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INFECTOFOS® 3 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH
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INFECTOFOS® 5 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH
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INFECTOFOS® 8 g, Pulver zur Herstellung einer Infusionslösung
InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH
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Monural 3000 mg Emra Granulat
Emra-Med Arzneimittel GmbH
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Monuril 3000 mg ACA Granulat
A.C.A. Müller ADAG Pharma AG
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Monuril 3000 mg Emra Granulat
Emra-Med Arzneimittel GmbH
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Monuril 3000 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
Zambon GmbH
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Monuril 3000 mg kohlpharma Granulat
kohlpharma GmbH
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Monuril 3000 mg Orifarm Granulat
Orifarm GmbH
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Monuril 3000mg Eurim Granulat
Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH
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Monuril 3000mg Gerke Granulat
Pharma Gerke Arzneimittelvertriebs GmbH
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Monurol 3000 mg kohlpharma Granulat
kohlpharma GmbH










