Guaifenesin
Guaifenesin ist ein Guajakolderivat, das zur Wirkstoffgruppe der schleimlösenden Mittel (Mukolytika) und auswurffördernden Wirkstoffen (Expektoranzien) gehört.
Guaifenesin: Übersicht

Anwendung
Guaifenesin wird bei Erkältungskrankheiten und Husten angewendet, um festsitzenden Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern.
Für die Therapie von Fibromyalgie ist der Wirkstoff nicht zugelassen. Entgegen allen Berichten über eine alternativmedizinische erfolgreiche Schmerztherapie ist eine schmerzlindernde Wirkung von Guaifenesin nicht nachgewiesen.
Wirkmechanismus
Die genaue Wirkweise von Guaifenesin ist nicht bekannt. Offenbar ist der Wirkstoff aber in der Lage, einen reflektorischen Prozess über eine Reizung der Magenschleimhaut anzustoßen, der sich auf die Bronchien auswirkt. Dort werden festsitzende Sekrete in den oberen Atemwegen verflüssigt und das Abhusten wird erleichtert. Zudem scheint Guaifenesin aktivierend auf die Flimmerhärchen zu wirken. Das beschleunigt den Abtransport von Sekreten aus den Atemwegen, lindert damit die Beschwerden und senkt zudem das Entzündungsrisiko.
Dosierung
Für Erwachsene und Kinder ab 14 Jahre:
- 200 mg alle 4 bis 6 Stunden.
- Anwendung nicht länger als zwei Wochen.
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen von Guaifenesin sind in den meisten Fällen gering ausgeprägt. Möglich sind beispielsweise Hautreaktionen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Schwindel. In höherer Dosierung sind Muskelschwächen und eine ausgeprägte Muskelerschlaffung möglich, die mitunter schnelle ärztliche Hilfe erfordern.
Auf keinen Fall sollte Guaifenesin gleichzeitig mit zentral dämpfenden Wirkstoffen wie Benzodiazepinen oder Muskelrelaxantien angewendet werden, weil sich deren Wirkung in unvorhersehbarer Weise verstärken könnte.
Auch Hustenblocker dürfen nicht gemeinsam mit Guaifenesin angewendet werden, da sich die verflüssigten Atemwegssekrete ansonsten stauen könnten.
Wechselwirkungen
Guaifenesin kann die sedierenden und myorelaxierenden Effekte von von Sedativa und Muskelrelaxanzien potenzieren. In Kombination mit Antitussiva ist eine muköse Retention möglich, da die Sekretolyse erhöht, aber der Abtransport durch den unterdrückten Hustenreflex gehemmt wird.
Kontraindikation
Guaifenesin darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Magen-Darm-Erkrankungen.
Schwangerschaft
Guaifenesin darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, da es beim Menschen Hinweise auf Fehlbildungen gibt (Leistenbrüche) und für das zweite und dritte Trimenon die Datenlage nicht ausreichend ist.
Stillzeit
Guaifenesin wird in die Muttermilch ausgeschieden und es gibt keine ausreichenden Informationen darüber, ob Guaifenesin Auswirkungen auf Neugeborene/Kinder hat.
Aus diesem Grund soll eine Anwendung während der Stillzeit vermieden werden.
Anwendungshinweise
Wenn Guaifenesin ohne Rücksprache mit dem Arzt angewendet wird, ist dies nur für 3 bis 5 Tage zu tun. Wenn nach dieser Zeit das Abhusten nicht deutlich leichter wird oder der Husten weiterhin besteht, sollte ein Arzt konsultiert werden.
Alternativen
Weitere Mukolytika, die zur Schleimlösung bei Husten eingesetzt werden können sind:
- Acetylcystein (NAC)
- Ambroxol
- Bromhexin
- Inhalation von Salzlösung
Wirkstoff-Informationen
InfectoPharm: Fachinformation Fagusan
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FAGUSAN® Lösung, 200 mg/15 ml Lösung zum Einnehmen
InfectoPharm Arzneimittel u. Consilium GmbH
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OtriComplex Erkältungskapseln 500 mg / 6,1 mg / 100 mg Hartkapseln
Haleon Germany GmbH
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OtriComplex forte Erkältungsgetränk, 1000 mg/12,2 mg/200 mg Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
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WICK DayMed Kombi Erkältungsgetränk 500 mg/200 mg/10 mg, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
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WICK Husten-Löser Sirup
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