Hexamidin
Hexamidin ist ein antiseptischer Wirkstoff, der durch Interaktion mit der Zellmembran von Mikroorganismen deren Permeabilität erhöht und schließlich zum Zelltod führt. Es wird vor allem topisch zur Behandlung verschiedener Hautinfektionen und zur Prävention von Wundinfektionen verwendet.
Hexamidin: Übersicht

Anwendung
Der Wirkstoff Hexamidin wird – alleine oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen - bei Infektionen des Mund- und Rachenraumes sowie der Augen angewendet, um das Wachstum von Bakterien oder Pilze zu stoppen. Typische Anwendungsgebiete sind Entzündungen von Mund, Rachen, Mandeln und Nasenschleimhaut. In der Augenheilkunde dient Hexamidin der Behandlung von Bindehaut- und Hornhautentzündungen.
Wirkmechanismus
In geringen Dosierungen verlangsamt der Wirkstoff das Wachstum von grampositiven und einigen gramnegativen Bakterien (bakteriostatische Wirkung). In hohen Dosierungen lässt der Wirkstoff die Erreger absterben (bakterizide Wirkung). Zudem bekämpft Hexamidin Infektionen mit Candida-Pilzen (antimykotische Wirkung). Der Wirkstoff entfaltet seine desinfizierenden Effekte, indem er die Erreger einerseits am Aufbau lebensfähiger Zellwände hindert und andererseits die Energieproduktion der Erregerzellen beeinträchtigt.
Dosierung
Die Dosierung von Hexamidin kann je nach Produkt, Anwendungsgebiet und Patientenpopulation variieren. Informationen finden sich in den jeweiligen Fachinformationen.
Nebenwirkungen
Bei bestimmungsgemäßer Verwendung beschränken sich die Nebenwirkungen von Hexamidin auf vorübergehende lokale Irritationen wie Brennen, Stechen oder verstärkten Tränenfluss (Augentropfen).
Kontraindikation
Hexamidin darf nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder sonstigen Bestandteilen des jeweiligen Arzneimittels angewendet werden.
Schwangerschaft
Die Anwendung von Hexamidin während der Schwangerschaft sollte nur mit Vorsicht erfolgen. Generell gilt:
- Erstes Trimester: Besondere Vorsicht ist im ersten Trimester der Schwangerschaft geboten, da dies eine kritische Phase in der Entwicklung des Fötus ist.
- Lokale Anwendung: Bei lokaler Anwendung (z. B. als Hautantiseptikum) ist die systemische Absorption im Allgemeinen gering, aber dennoch sollte die Anwendung so begrenzt wie möglich sein, um eine Exposition des Fötus zu minimieren.
- Risiko-Nutzen-Abwägung: Es ist wichtig, das potenzielle Risiko für den Fötus gegen den Nutzen für die Mutter abzuwägen. Wenn die Anwendung von Hexamidin notwendig ist, sollte die kleinste wirksame Menge verwendet werden.
Stillzeit
Bei lokaler Anwendung von Hexamidin (z. B. auf der Haut) ist die systemische Absorption in der Regel gering, aber es sollte darauf geachtet werden, dass das Baby keinen Kontakt mit den behandelten Hautstellen hat, um eine Aufnahme des Wirkstoffs durch die Haut oder den Mund des Babys zu vermeiden.
Alternativen
Alternativen zu Hexamidin im Kontext antiseptischer Wirkstoffe sind u.a. folgende Substanzen:
- Chlorhexidin: Ein breit wirksames Antiseptikum, das gegen eine Vielzahl von grampositiven und gramnegativen Bakterien effektiv ist und in verschiedenen Formulierungen wie Lösungen, Gelen und Spülungen verfügbar ist.
- Povidon-Iod: Ein iodhaltiges Antiseptikum, das bakterizid, viruzid und fungizid wirkt und in diversen Präparaten wie Lösungen, Salben und Schaumstoffen erhältlich ist.
- Octenidin: Ein kationisches Antiseptikum, das insbesondere in der Wund- und Schleimhautantiseptik eingesetzt wird und eine breite antimikrobielle Wirksamkeit aufweist.
- Polihexanid: Ein antimikrobieller Wirkstoff, der in der Wundantiseptik und -pflege Anwendung findet und sich durch eine gute Verträglichkeit und ein breites Wirkspektrum auszeichnet.
- Triclosan: Ein synthetisches Antiseptikum, das in verschiedenen topischen Präparaten wie Seifen, Lotionen und Zahnpasten verwendet wird, obwohl seine Verwendung in einigen Regionen aufgrund von Bedenken bezüglich der Resistenzentwicklung und Umweltauswirkungen eingeschränkt ist.
- Fachinformationen der einzelnen Präparate
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Parisi, Nicola, et al. "Topical delivery of hexamidine." International Journal of Pharmaceutics 506.1-2 (2016): 332-339.
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Bährle-Rapp, Marina, and Marina Bährle-Rapp. "Hexamidine Diisethionate." Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege (2007): 256-256.










