Mycophenolat mofetil
Mycophenolat mofetil ist ein Prodrug der Mycophenolsäure, das selektiv die De-novo-Purinsynthese hemmt und als Immunsuppressivum zur Prophylaxe von Transplantatabstoßungen eingesetzt wird.
Mycophenolat mofetil: Übersicht

Anwendung
Mycophenolat mofetil ist in Kombination mit Ciclosporin und Kortikosteroiden zur Prophylaxe von akuten Transplantatabstoßungsreaktionen bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen (1–18 Jahre) nach allogener Nieren‑, Herz‑ oder Lebertransplantation angezeigt.
Anwendungsart
Mycophenolat mofetil wird oral in Form von Tabletten, Kapseln oder Suspension eingenommen; bei Lebertransplantationen kann initial eine intravenöse Verabreichung erfolgen, gefolgt von einer möglichst frühzeitigen Umstellung auf die orale Therapie.
Wirkmechanismus
Mycophenolat mofetil wird zu Mycophenolsäure (MPA) metabolisiert. MPA hemmt selektiv, nicht kompetitiv und reversibel die Inosinmonophosphat-Dehydrogenase (IMPDH) und damit die De-novo-Synthese von Guanosin-Nukleotiden. Dadurch wird insbesondere die Proliferation von T‑ und B‑Lymphozyten gehemmt, da diese auf diesen Syntheseweg angewiesen sind.
Pharmakokinetik
Resorption
- Nach oraler Gabe schnelle und weitgehende Resorption mit präsystemischer Umwandlung zu MPA.
- Mittlere Bioverfügbarkeit ca. 94 %.
- Nahrung beeinflusst die AUC nicht, reduziert jedoch die Cmax um ca. 40 %.
Verteilung
- Hohe Plasmaproteinbindung (~97 %).
- Enterohepatischer Kreislauf mit sekundären Konzentrationsanstiegen nach 6–12 h.
Metabolismus
- Metabolisierung über Glucuronyltransferase (UGT1A9) zu inaktivem Mycophenolsäure‑Glucuronid (MPAG).
- Rückumwandlung im enterohepatischen Kreislauf möglich.
Elimination
- Überwiegend renale Ausscheidung als MPAG (~87 %)
- < 1 % als unverändertes MPA.
- Halbwertszeit ca. 5–17 h, abhängig von Patientengruppe.
Dosierung
Erwachsene:
- Nierentransplantation: 2× täglich 1 g
- Herz-/Lebertransplantation: 2× täglich 1,5 g
Kinder/Jugendliche:
- Initial 600 mg/m² KOF 2× täglich; ggf. Steigerung bis 900 mg/m²
Therapiebeginn: innerhalb von 72 h (Niere) bzw. 5 Tagen (Herz) nach Transplantation.
Dosisanpassungen bei schwerer Niereninsuffizienz erforderlich.
Nebenwirkungen
Sehr häufig bzw. häufig:
- Diarrhö, Erbrechen, Bauchbeschwerden
- Leukopenie, Anämie
- Infektionen (bakteriell, viral, fungal)
- Hypertonie
- Übelkeit
Schwerwiegende Risiken:
- Opportunistische Infektionen, Sepsis
- Lymphome und andere Malignome
- Knochenmarkdepression (z. B. Neutropenie)
- Gastrointestinale Ulzera und Blutungen
- Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich anaphylaktischer Reaktionen
Weitere Nebenwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.
Wechselwirkungen
- Aciclovir: Die gleichzeitige Anwendung kann zu erhöhten Plasmaspiegeln beider Wirkstoffe führen, da Mycophenolatmofetil und Aciclovir um die renale tubuläre Sekretion konkurrieren.
- Antazida und Protonenpumpeninhibitoren (PPIs): Diese können die Exposition von Mycophenolsäure verringern, vermutlich durch eine Beeinflussung der Resorption im Gastrointestinaltrakt.
- Arzneimittel, die den enterohepatischen Kreislauf beeinflussen (z. B. Colestyramin, Ciclosporin A, Antibiotika): Sie können die MPA-Exposition und Wirksamkeit reduzieren, indem sie den enterohepatischen Kreislauf von Mycophenolsäure stören.
- Arzneimittel mit Einfluss auf die Glucuronidierung (z. B. Isavuconazol, Telmisartan) können die MPA-Exposition verändern, indem sie den Metabolismus über Glucuronidierung beeinflussen.
- Ganciclovir: Die gleichzeitige Anwendung kann zu erhöhten Plasmaspiegeln führen, da beide Wirkstoffe wie Mycophenolatmofetil über die renale tubuläre Sekretion ausgeschieden werden und miteinander konkurrieren.
- Rifampicin kann die MPA-Exposition deutlich reduzieren, vermutlich durch enzyminduzierende Effekte auf den Metabolismus.
- Sevelamer kann die Resorption von Mycophenolsäure verringern und dadurch Cmax und AUC senken, weshalb eine zeitversetzte Einnahme empfohlen wird.
- Tacrolimus: Unter gleichzeitiger Anwendung kann es zu erhöhten Tacrolimus-Spiegeln kommen, während die MPA-Exposition in der Regel nicht wesentlich beeinflusst wird.
- Lebendimpfstoffe sollten vermieden werden, da die immunosuppressive Wirkung von Mycophenolatmofetil zu einer verminderten Impfantwort führen kann.
Kontraindikationen
Mycophenolatmofetil ist kontraindiziert bei:
- Überempfindlichkeit gegen Mycophenolatmofetil, Mycophenolsäure oder sonstige Bestandteile
- Frauen im gebärfähigen Alter, die keine hochwirksame Verhütungsmethode verwenden
- Frauen im gebärfähigen Alter ohne Vorlage eines Schwangerschaftstestergebnisses
- Schwangerschaft, außer wenn keine geeignete alternative Behandlung zur Verhinderung einer Transplantatabstoßung zur Verfügung steht
- stillenden Frauen
Schwangerschaft
Mycophenolatmofetil ist aufgrund des hohen Risikos für Fehlgeburten und schwere kongenitale Missbildungen kontraindiziert; daher muss eine Schwangerschaft vor und während der Therapie strikt vermieden werden und es sind zuverlässige Kontrazeptionsmaßnahmen erforderlich.
Stillzeit
Die Anwendung ist während der Stillzeit kontraindiziert, da Mycophenolsäure in die Muttermilch übergeht.
Verkehrstüchtigkeit
Mycophenolatmofetil hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, da Nebenwirkungen wie Somnolenz, Verwirrtheit, Tremor oder Hypotonie auftreten können.
Anwendungshinweise
- Therapieeinleitung: Die Behandlung soll von entsprechend qualifizierten Transplantationsspezialisten eingeleitet und überwacht werden.
- Blutbildkontrollen: Während der Behandlung sind regelmäßige Blutbildkontrollen erforderlich (wöchentlich im ersten Monat, im zweiten und dritten Monat zweimal monatlich und anschließend monatlich im ersten Behandlungsjahr), um insbesondere eine Neutropenie frühzeitig zu erkennen.
- Neutropenie: Bei Auftreten einer Neutropenie kann eine Unterbrechung oder Beendigung der Therapie erforderlich sein, da eine Knochenmarkdepression auftreten kann.
- Infektionsüberwachung: Patienten sollen angewiesen werden, Anzeichen von Infektionen, Blutungen oder unerwarteten Hämatomen umgehend zu melden, da ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht.
- Malignomrisiko: Aufgrund eines erhöhten Risikos für Hautkrebs und andere Malignome sollten direkte Sonnen- und UV‑Exposition begrenzt und Sonnenschutzmaßnahmen angewendet werden.
- Impfungen: Die Immunantwort auf Impfungen kann vermindert sein und Lebendimpfstoffe sollten vermieden werden.
- Pulmonale Symptome: Bei anhaltendem Husten oder Dyspnoe sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, da interstitielle Lungenerkrankungen auftreten können.
- Gastrointestinale Erkrankungen: Bei schweren aktiven gastrointestinalen Erkrankungen ist Vorsicht geboten, da das Risiko für Ulzera, Blutungen und Perforationen erhöht ist.
- Stoffwechseldefekte: Bei Patienten mit seltenem HGPRT-Mangel (z. B. Lesch-Nyhan- oder Kelley-Seegmiller-Syndrom) sollte Mycophenolatmofetil nicht angewendet werden.
- Immunglobuline: Bei wiederkehrenden Infektionen sollten Immunglobulinspiegel überprüft werden, da eine Hypogammaglobulinämie auftreten kann.
- Handhabung: Aufgrund der teratogenen Wirkung sollte ein direkter Kontakt mit Pulver oder beschädigten Tabletten vermieden werden.
Alternativen
Alternative Immunsuppressiva zur Prophylaxe von Transplantatabstoßungen sind:
- Mycophenolsäure
- Glukokortikoide
- Calcineurin-Inhibitoren: Ciclosporin, Tacrolimus, Pimecrolimus
- mTOR-Inhibitoren: Sirolimus, Everolimus
- Belatacept (Fusionsprotein aus der extrazellulären Domäne des humanen CTLA-4 und einem Teil der Fc-Domäne des humanen IgG)
- Azathioprin
- Basiliximab (Anti-CD25-Antikörper)
Wirkstoff-Informationen
- Fachinformation CellCept 500 mg Filmtabletten (Stand März 2026)
- Fachinformation CellCept 250 mg Kapseln (Stand März 2026)
- Fachinformation CellCept orale Suspension (Stand März 2026)
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Cellcept 500 mg Haemato Pharm Filmtabletten
HAEMATO PHARM GmbH
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Cellcept 500 mg kohlpharma Filmtabletten
kohlpharma GmbH
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Cellcept 500 mg Medicopharm Filmtabletten
Medicopharm AG
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Cellcept 500 mg Mpa Pharma Filmtabletten
Mpa Pharma GmbH
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Cellcept 500 mg Orifarm Filmtabletten
Orifarm GmbH
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Cellcept 500 mg Orifarm Pulver zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats
Orifarm GmbH
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Cellcept 500 mg Originalis Filmtabletten
Originalis B.V.
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Cellcept 500 mg PB Pharma Filmtabletten
PB Pharma GmbH
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CellCept® 500 mg Pulver zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats
Roche Pharma AG
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Mowel® 250 mg Filmtabletten
Panacea Biotec Germany GmbH
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Mowel® 500 mg Filmtabletten
Panacea Biotec Germany GmbH
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Myclausen 500 mg Filmtabletten
Aristo Pharma GmbH
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Mycophenolat - 1 A Pharma® 250 mg Hartkapseln
1 A Pharma GmbH
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Mycophenolat - 1 A Pharma 500 mg BB Farma Filmtabletten
BB Farma S.R.L.
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Mycophenolat - 1 A Pharma® 500 mg Filmtabletten
1 A Pharma GmbH
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Mycophenolat Mofetil Accord 250 mg Kapseln
Accord Healthcare GmbH
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Mycophenolat Mofetil Accord 500 mg 101 Carefarm Filmtabletten
1 0 1 Carefarm GmbH
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Mycophenolat Mofetil Accord 500 mg BB Farma Filmtabletten
BB Farma S.R.L.
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Mycophenolat Mofetil Accord 500 mg Eurim Filmtabletten
Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH
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Mycophenolat Mofetil Accord 500 mg Filmtabletten
Accord Healthcare GmbH
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Mycophenolat Mofetil Tillomed 250 mg Kapseln
Tillomed Pharma GmbH
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Mycophenolatmofetil Ascend 250 mg Hartkapseln
Ascend GmbH
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Mycophenolatmofetil Ascend 500 mg Filmtabletten
Ascend GmbH
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mycophenolatmofetil-biomo 250 mg Filmtabletten
biomo pharma GmbH
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mycophenolatmofetil-biomo 500 mg Filmtabletten
biomo pharma GmbH
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Mycophenolatmofetil HEXAL® 250 mg Hartkapseln
Hexal AG
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Mycophenolatmofetil HEXAL 500 mg BB Farma Filmtabletten
BB Farma S.R.L.
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Mycophenolatmofetil HEXAL® 500 mg Filmtabletten
Hexal AG
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Mycophenolatmofetil Tillomed 500 mg Filmtabletten
Tillomed Pharma GmbH
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Myfenax 250 mg BB Farma Hartkapseln
BB Farma S.R.L.
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Myfenax 250 mg Ebb Medical Hartkapseln
Ebb Medical Ab
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Myfenax 250 mg Hartkapseln
Teva GmbH
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Myfenax 250 mg Originalis Hartkapseln
Originalis B.V.
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Myfenax 500 mg 101 Carefarm Filmtabletten
1 0 1 Carefarm GmbH
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Myfenax 500 mg Abacus Filmtabletten
Abacus Medicine A/S
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Myfenax 500 mg ACA Filmtabletten
A.C.A. Müller ADAG Pharma AG
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Myfenax 500 mg axicorp Filmtabletten
axicorp Pharma B.V.
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Myfenax 500 mg B2B Medical Filmtabletten
B2B Medical GmbH
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Myfenax 500 mg BB Farma Filmtabletten
BB Farma S.R.L.
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Myfenax 500 mg CC Pharma Filmtabletten
CC Pharma GmbH
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Myfenax 500 mg Emra Filmtabletten
Emra-Med Arzneimittel GmbH
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Myfenax 500 mg Eurim Filmtabletten
Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH
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Myfenax 500 mg European Filmtabletten
European Pharma B.V.
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Myfenax 500 mg Filmtabletten
Teva GmbH
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Myfenax 500 mg kohlpharma Filmtabletten
kohlpharma GmbH
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Myfenax 500 mg Orifarm Filmtabletten
Orifarm GmbH
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Myfenax 500 mg Originalis Filmtabletten
Originalis B.V.










