Patiromer

Patiromer gehört zur Gruppe der Kationenaustauscher und wird zur Therapie von Hyperkaliämie und Hyperphosphatämie angewendet.

Anwendung

Patiromer ist für die Behandlung einer Hyperkaliämie indiziert.

Wirkmechanismus

Patiromer ist ein nicht absorbierbares, kaliumbindendes Polymer, das oral verabreicht wird und zur Behandlung von Hyperkaliämie, also erhöhten Kaliumspiegeln im Blut, entwickelt wurde. Es wirkt im Gastrointestinaltrakt, indem es Kaliumionen im Austausch gegen Calciumionen bindet. Diese Bindung erfolgt durch die polymeren Strukturen von Patiromer, die eine hohe Affinität zu Kaliumionen aufweisen. Durch diesen Ionenaustauschprozess wird das gebundene Kalium mit dem Stuhl ausgeschieden, was zu einer Senkung der Kaliumkonzentration im Blut führt.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören gastrointestinale Störungen wie eine Obstipation, Diarhö, Abdominalschmerzen, Flatulenz sowie eine Hypomagnesiämie.

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Patiromer zu beachten:

  • Bindung oraler Arzneimittel: Patiromer kann einige oral verabreichte Medikamente binden, was deren gastrointestinale Resorption potenziell vermindern könnte. Eine direkte Beeinflussung der Bioverfügbarkeit anderer Arzneimittel wurde jedoch nicht beobachtet, da Patiromer nicht resorbiert oder metabolisiert wird.
  • Einnahmezeitpunkt: Um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden, wird empfohlen, Patiromer mindestens 3 Stunden vor oder nach anderen oral verabreichten Arzneimitteln einzunehmen.
  • In-vivo-Studien: Kein Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Amlodipin, Cinacalcet, Clopidogrel, Furosemid, Lithium, Metoprolol, Trimethoprim, Verapamil und Warfarin. Für diese Medikamente ist keine getrennte Verabreichung erforderlich.
  • Reduzierte Bioverfügbarkeit: Bei gleichzeitiger Verabreichung von Patiromer mit Ciprofloxacin, Levothyroxin und Metformin wurde eine reduzierte Bioverfügbarkeit festgestellt. Keine Wechselwirkung trat auf, wenn Patiromer und diese Arzneimittel im Abstand von 3 Stunden eingenommen wurden.
  • In-vitro-Studien: Keine potenzielle Wechselwirkung mit einer breiten Palette von Wirkstoffen, darunter Allopurinol, Amoxicillin, Apixaban und viele andere. Potenzielle Wechselwirkungen wurden jedoch mit Bisoprolol, Carvedilol, Mycophenolat-Mofetil, Nebivolol, Chinidin und Telmisartan festgestellt.

Schwangerschaft

Für die Anwendung von Patiromer während der Schwangerschaft gibt es keine spezifischen Daten. Obwohl tierexperimentelle Studien keine negativen Effekte auf die Reproduktionstoxizität gezeigt haben, wird aus Vorsicht empfohlen, Patiromer in der Schwangerschaft nicht zu verwenden.

Stillzeit

Es wird nicht erwartet, dass Patiromer gestillte Neugeborene oder Säuglinge beeinflusst, da die systemische Exposition der stillenden Mutter gegenüber Patiromer sehr gering ist. Die Entscheidung, ob das Stillen oder die Behandlung mit Patiromer fortgesetzt werden soll, sollte nach sorgfältiger Abwägung des Nutzens des Stillens für das Kind und der Therapie für die Mutter getroffen werden.

Verkehrstüchtigkeit

Patiromer hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Patiromer zu beachten:

  • Niedrige Magnesiumwerte: Überwachung des Serummagnesiums nach Behandlungsbeginn ist erforderlich, insbesondere bei festgestellten niedrigen Werten, wobei eine Supplementierung in Betracht gezogen werden sollte.
  • Gastrointestinale Erkrankungen: Vorsicht bei Patienten mit Darmverschluss, schweren gastrointestinalen Erkrankungen oder früheren Operationen aufgrund des Risikos von Ischämien, Nekrosen oder Darmperforationen.
  • Absetzen von Patiromer: Bei Abbruch der Therapie kann der Serumkaliumspiegel wieder ansteigen, besonders bei fortgesetzter RAAS-Hemmer-Behandlung. Patienten sollten angewiesen werden, die Therapie nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt zu beenden.
  • Serumkaliumspiegel: Regelmäßige Überwachung ist notwendig, besonders bei Änderungen in der Medikation, die die Kaliumkonzentration beeinflussen könnte.
  • Begrenztheit der klinischen Daten: Vorsicht bei Patienten mit schwerer Hyperkaliämie (>6,5 mmol/l) und bei Langzeittherapie, da Erfahrungen begrenzt sind. Patiromer sollte nicht für die Notfallbehandlung einer lebensbedrohlichen Hyperkaliämie verwendet werden.

Wirkstoff-Informationen

Autor:
Stand:
18.03.2024
Quelle:

Fachinformation Veltassa

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2 Präparate mit Patiromer