Permethrin

Permethrin gehört zu den Pyrethroiden und wird zur Therapie von Krätze (Scabies) angewendet.

Anwendung

Permethrin ist ein Insektizid und Akarizid und gehört zur Gruppe der Pyrethroide. Es wirkt als Kontakt- und Fraßgift. In Deutschland ist es zur Behandlung der Krätze (Scabies) zugelassen. Zudem wird es in der Therapie von Kopf- und Filzläusen eingesetzt. Permethrin wird zudem als Repellent verwendet, um Kleidung oder Moskitonetze zu imprägnieren. Entwickelt wurde es von der britischen National Research Development Corporation und ist seit den 1970er Jahren im Handel.

Pharmakologie

Pharmakodynamik (Wirkung)

Permethrin ist ein synthethisches Pyrethroid gegen Ektoparasiten. Es zeigt eine Kontakt- und Fraßwirkung gegen Milben. Permethrin wirkt auf Natriumkanäle in den Nervenzellmembranen. Zunächst werden diese sensorisch erregt, dann folgen Koordinationstsörungen und der Tod der Milben tritt durch Paralyse ein.

Pharmakokinetik

Es liegen Untersuchungen zur Pharmakokinetik für die 5%ige Permethrin-Creme vor. Die durchschnittliche perkutane Resorptionsrate beträgt 0,15% und in anderen Studien 0,47±0,3%.

Die maximale Plasmakonzentration wird bei oraler Applikation nach 4 Stunden erreicht. Der resorbierte Anteil von Permethrin wird in inaktive Metaboliten gespalten die rasch renal ausgeschieden werden.

Dosierung

Permethrin kann äußerlich als Lösung und als 5%ige Creme angewendet werden.

Lösung

Die Dosierung ist bei kurzem Haar ca. 25ml, bei längerem Haar ca. 50ml, bei sehr langem und dichtem Haar ggf. auch höher. Die Höchstdosis bei Kindern vom 3. Lebensmonat bis zum 3. Lebensjahr beträgt 25ml.

Die Lösung muss 30-45 Minuten einwirken und danach gründlich ausgespült werden. In der Regel ist eine einmalige Anwendung ausreichend.

Creme

Erwachsene und Kinder dürfen bis zu 30 g Creme verwenden. Kinder zwischen 6 und 12 Jahren bis zu 15 g Creme und kleine Kinder von 2 Monaten bis 5 Jahren dürfen bis zu 7,5 g von der Creme benutzen. Die Creme sollte für mindestens 8-12 Stunden auf der Haut einwirken. Reste der Creme sollten danach entfernt werden.

Nebenwirkungen

Die Therapie mit Permethrin kann Nebenwirkungen hervorrufen. Meist bleiben diese auf vorrübergehende Hautreizungen im Anwendungsgebiet beschränkt.

Im Folgenden sind mögliche Nebenwirkungen nach ihrer Häufigkeit aufgelistet.

Häufig

  • Parästhesien wie Wärme- oder Kältegefühl
  • Hautbrennen
  • Hautirritationen (Rötung, Ausschlag, Hautrockenheit)
  • Pruritus.

Selten

  • Kopfschmerzen.

Sehr selten

  • Atembeschwerden
  • Exkoriationen, Hypopigmentierung.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit:

Wechselwirkungen

Es liegen keine Studien zu möglichen Wechselwirkungen zwischen Permethrin und anderen Substanzen vor.

Kontraindikation

Eine Therapie mit Permethrin ist bei Neugeborenen und Säuglingen in den ersten zwei Lebensmonaten kontraindiziert. Ferner sollte es nicht angewendet werden bei Unverträglichkeit gegenüber dem Wirkstoff, sonstigen Bestandteilen der Lösung bzw. Creme oder Pyrethroiden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Bisher hat sich bei umfangreicher Anwendung am Menschen und im Tierversuch kein Verdacht auf eine embryotoxische/teratogene Wirkung von Permethrin ergeben. Die Fachinformation empfiehlt dennoch eine strenge Indikationsstellung.

Die Indikation zur Therapie mit Permethrin sollte während der Stillzeit streng gestellt werden. Permethrin konnte in der Milch von stillenden Frauen nachgewiesen werden. Nach der Anwendung von Permethrin 5% sollte eine Stillpause von 5 Tagen eingehalten werden.

Für Permethrin liegen keine klinischen Daten zum möglichen Einfluß auf die Fertilität vor. Tierstudien zeigten für eine topische Anwendung der 5%igen Creme keine relevanten Effekte auf die Fertilität.

Verkehrstüchtigkeit

Permethrin hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.

Weitere Informationen sind der jeweiligen Fachinformation zu entnehmen.

Anwendungshinweise

Permethrin darf nur äußerlich angewendet werden. Das Präparat darf nicht mit Augen, Schleimhaut oder offenen Wunden in Berührung kommen. Falls doch muss gründlich mit Wasser gespült werden.

Kontaktpersonen, insbesondere Familienmitglieder und Partner, sollten schnellstmöglich ärztlich untersucht und ggf. behandelt werden.

Bei Überempfindlichkeit gegenüber Chrysanthemen oder anderen Kompositen (Korbblütler) muß die Indikation sorgfältig gestellt werden.

Alternativen

Gemäß der Leitlinie stehen zur Scabies-Behandlung als Alternative u. a. Benzylbenzoat lokal, Crotamiton lokal und der oral anzuwendende Wirkstoff Ivermectin zur Verfügung.

Wirkstoff-Informationen

CAS-Nummer:
52645-53-1
Molare Masse:
391.29 g·mol-1
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5 Präparate mit Permethrin
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