Polihexanid

Polihexanid ist ein Antiseptikum, das zur Behandlung von Wunden eingesetzt wird, um Infektionen zu verhindern.

Polihexanid

Anwendung

Polihexanid ist ein Desinfektionsmittel, das unter anderem als Spülung in der Chirurgie und bei der Versorgung von Verbrennungen angewendet wird. Auch für die Desinfektion beziehungsweise Abdeckung von großen Wunden ist der Wirkstoff zugelassen. Ein weiteres Anwendungsgebiet sind Behandlungen in der Mundhöhle.

Wirkmechanismus

Polihexanid zeichnet sich durch eine große Bandbreite in der Wirksamkeit aus, unter anderem auch gegen den methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA).

Die desinfizierende Wirkung erzielt Polyhexanid, indem es an den Zellwänden der Erreger bindet und die Zellwand schädigt. Polihexanid wirkt bereits in sehr kleinen Dosierungen für die Erreger tödlich. Allerdings tritt die Wirkung langsamer ein als bei Antiseptika wie Octenidin, Chlorhexidin oder Povidon-Jod.

Dosierung

Polihexanid wirkt bereits in sehr geringen Dosierungen gegen Erreger. In verschiedenen Zubereitungen, wie z.B. in einem hydrophilen Polihexanid-Gel, wird es in Konzentrationen von 0,04% bis 0,1% eingesetzt. Das Gel wird ein- bis dreimal täglich aufgetragen.

Nebenwirkungen

Polihexanid ist allgemein gut verträglich und verursacht in der Regel keinen brennenden Schmerz bei der Anwendung auf Wunden. Dennoch wurden in einigen Fällen Wundheilungsstörungen in Zusammenhang mit Polihexanid beobachtet.

Wechselwirkungen

Bisher sind keine Wechselwirkungen von Polihexanid mit anderen Medikamenten bekannt.

Kontraindikation

Polyhexanid kann wie auch Octenidin eine Apoptose von Chondrozyten induzieren. Daher ist ihre Anwendung im inneren des Ohres (Gehörgang, Mittelohr) kontraindiziert.

Wirkstoff-Informationen

Autor:
Stand:
25.09.2023
Quelle:
  1. Dissemond, Joachim, et al. "Praxisorientierte Expertenempfehlung zur Behandlung kritisch kolonisierter und lokal infizierter Wunden mit Polihexanid." Z Wundbehandlung 14 (2009): 20-26.
  2. Koburger, Torsten, et al. "Mikrobiozide Wirksamkeit von Polihexanid." GMS Krankenhaushygiene Interdisziplinaer 2 (2007).
  3. Roth, Beat, et al. "Wundinfektionen nach antiseptischer Primärversorgung kontaminierter traumatischer Wunden mit Polihexanid, PVP-Iod bzw. Wasserstoffperoxid." GMS Krankenhaushygiene Interdisziplinaer 2 (2007).
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