Prilocain
Prilocain ist ein lokales Anästhetikum aus der Klasse der Amid-Anästhetika, das durch die Blockade von Natriumkanälen in den Nervenzellen wirkt und so die Schmerzleitung unterbricht. Es wird in der Zahnmedizin zur Infiltrations- und Leitungsanästhesie sowie in der Hautchirurgie eingesetzt. Im Vergleich zu anderen Anästhetika zeigt Prilocain eine mittlere Wirkdauer und ein geringeres Risiko für systemische Toxizität.
Prilocain: Übersicht

Anwendung
Prilocain ist in verschiedenen medizinischen Bereichen zugelassen und wird hauptsächlich in folgenden Anwendungsgebieten eingesetzt:
- Infiltrationsanästhesie: Lokale Schmerzausschaltung (Infiltrations- und Leitungsanästhesie) bei Routineeingriffen in der Zahnheilkunde.
- Spinalanästhesie: Bei kurzfristigen chirurgischen Eingriffen.
- Oberflächenanästhesie der Haut: In Verbindung mit Nadeleinstich, z. B. i. v. Katheter oder Blutentnahmen, oder oberflächlichen chirurgischen Maßnahmen.
Wirkmechanismus
Prilocain hemmt lokal begrenzt reversibel die Erregbarkeit sensorischer Schmerzrezeptoren sowie die Reizweiterleitung von sensorischen, motorischen und autonomen Nervenfasern. Nachfolgend sinkt das Empfinden für Schmerzen, Wärme, Kälte, Berührung und Druck. Der schmerzlindernde Effekt entsteht durch eine verringerte Membranpermeabilität für Natrium in den Nervenzellen. Das führt zu einem verminderten Einstrom von Natriumionen und einer verringerten Erregbarkeit der Nervenfasern. Infolge bleibt die Schmerzweiterleitung in den behandelten Arealen aus.
Nebenwirkungen
Die wichtigsten Nebenwirkungen von Prilocain betreffen das Herz-Kreislauf-System. So kann es unter anderem zu starken Blutdruckschwankungen mit Schwindel sowie zu Bradykardie (verlangsamter Herzschlag) und Herzrhythmusstörungen kommen. Krämpfe, Zittern, Hörstörungen, Sehstörungen und Sprachstörungen sowie Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit und Erbrechen sind weitere Nebenwirkungen von Prilocain.
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Prilocain bei der Spinalanästhesie zu beachten:
- Einschränkungen bei Anwendungsbereichen: Prilocain sollte nur für bestimmte Arten von Anästhesien, wie Spinalanästhesie, verwendet werden. Die Anwendung zur Epiduralanästhesie wird aufgrund spezifischer Risiken nicht empfohlen.
- Verstärkung von Methämoglobinbildung: Prilocain kann die Methämoglobin-bildende Wirkung von anderen Medikamenten verstärken. Es ist wichtig, auf Interaktionen mit anderen Medikamenten zu achten, die ebenfalls Methämoglobinbildung verursachen können.
- Fachgerechte Anwendung: Die Verabreichung einer Spinalanästhesie muss durch oder unter Überwachung von spezialisiertem medizinischem Personal erfolgen, das mit möglichen systemischen toxischen Wirkungen und anderen Komplikationen umgehen kann.
- Spezielle Patientengruppen: Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Herzblock, schwerer kardialer Dekompensation, fortgeschrittenem Leber- oder Nierenschaden, älteren Patienten, Patienten in schlechtem Allgemeinzustand und bei Behandlung mit Klasse-III-Antiarrhythmika.
- Porphyrie: Bei Patienten mit akuter Porphyrie darf Prilocain nur bei zwingender Indikation angewendet werden, um das Risiko einer Auslösung der Erkrankung zu minimieren.
- Notwendigkeit eines venösen Zugangs: Vor der Anwendung von Prilocain sollte ein zuverlässiger venöser Zugang gesichert werden, um bei eventuellen Komplikationen schnell handeln zu können.
- Risiko eines hohen oder totalen Spinalblocks: Bei älteren Patienten und schwangeren Frauen gegen Ende der Schwangerschaft besteht ein erhöhtes Risiko für einen hohen oder totalen Spinalblock, was zu schwerer Hypotonie, Bradykardie und respiratorischer Depression führen kann. Eine Anpassung der Dosis kann erforderlich sein.
- Mögliche neurologische Schädigungen: Selten können nach einer Spinalanästhesie neurologische Schäden auftreten, die sich in Parästhesien, Sensibilitätsverlust oder motorischer Schwäche äußern können.
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