Rosiglitazon

Rosiglitazon gehört zur Klasse der Thiazolidindione und wurde zur Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus eingesetzt. Es wirkt als Insulinsensitizer und hat in den letzten Jahren sowohl Zustimmung als auch Kritik erfahren. In Europa ist Rosiglitazon nicht mehr zugelassen.

Rosiglitazon

Anwendung

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfahl im Jahr 2010 den Widerruf der Zulassung für Rosiglitazon-haltige Antidiabetika aufgrund von Bedenken hinsichtlich des kardiovaskulären Risikos. Dies führte dazu, dass Medikamente, die Rosiglitazon enthalten, in den EU-Mitgliedsstaaten vom Markt genommen wurden.

Wirkmechanismus

Rosiglitazon wirkt als Agonist des peroxisomalen Proliferator-aktivierten Rezeptors-γ (PPARγ). Durch die Aktivierung von PPARγ fördert es die Transkription von Genen, die die Insulinsensitivität in peripheren Geweben erhöhen. Dies führt zu einer verbesserten Glukoseaufnahme und -verwertung sowie zu einer verminderten Glukoseproduktion in der Leber.

Dosierung

Die Rosiglitazontherapie wurde üblicherweise mit 4 mg/Tag eingeleitet. Diese Dosis konnte nach acht Wochen auf 8 mg/Tag erhöht werden, wenn eine bessere Blutzuckereinstellung erforderlich war. Bei Patienten, die Rosiglitazon in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff erhielten, musste eine Steigerung von Rosiglitazon auf 8 mg/Tag vorsichtig erfolgen.

Kontraindikationen

Rosiglitazon ist kontraindiziert bei Patienten mit:

  • bekannter Überempfindlichkeit gegen Rosiglitazon oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Herzinsuffizienz oder Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte (NYHA Klassen I bis IV)
  • akutem Koronarsyndrom (instabiler Angina pectoris, Myokardinfarkt mit bzw. ohne ST-Strecken-Hebung)
  • Leberfunktionsstörungendiabetischer Ketoazidose oder diabetischem Präkoma

HInweise

  • Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz: Rosiglitazon kann dosisabhängige Flüssigkeitsretention verursachen, die zu Herzinsuffizienz führen kann.
  • Gewichtszunahme: Kann durch Flüssigkeitsretention verursacht werden und mit Herzversagen einhergehen.
  • Kombination mit Insulin: Erhöhtes Risiko von Herzinsuffizienz und Flüssigkeitsretention.
  • Myokardiale Ischämie: Möglicher Zusammenhang zwischen Rosiglitazon und erhöhtem Risiko von myokardialen ischämischen Ereignissen.
  • Akutes Koronarsyndrom (ACS): Rosiglitazon sollte bei Patienten mit ACS nicht angewendet werden.
  • Leberfunktion: Überwachung erforderlich; Rosiglitazon sollte bei Anzeichen einer Leberkrankheit nicht eingeleitet werden.
  • Augenerkrankungen: Möglicher Zusammenhang zwischen Rosiglitazon und Makulaödem.
  • Anämie: Rosiglitazon kann zu einer dosisabhängigen Abnahme der Hämoglobinwerte führen.
  • Hypoglykämie: Risiko bei Kombinationstherapie mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin.
  • Knochenerkrankungen: Erhöhtes Frakturrisiko, insbesondere bei Frauen.
  • Sonstiges: Mögliche Menstruationsstörungen bei prämenopausalen Frauen; Vorsicht bei schwerer Niereninsuffizienz und bei gleichzeitiger Anwendung von CYP2C8-Inhibitoren oder -Induktoren.

Alternativen

Siehe Antidiabetika

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
357.43 g·mol-1
Kindstoff(e):
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