Sucralfat
Sucralfat ist ein Antazidum, das zur Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt wird. Es wirkt durch Bindung an geschädigte Schleimhautzellen und Bildung einer schützenden Barriere gegenüber Magensäure.
Sucralfat: Übersicht

Anwendung
Sucralfat (Sucrabest) ist indiziert zur Behandlung des Magen- und Zwölffingerdarmgeschwürs (Ulcus ventriculi et duodeni).
Wirkmechanismus
Sucralfat besteht aus dem säurebindenden Antacidum Aluminiumhydroxid und Saccharoseoctasulfat, wobei Aluminiumhydroxid als Antazidum wirkt und den pH-Wert im Magen erhöht. Saccharoseoctasulfat dient als Haftmittel und bindet an das Exsudat des Geschwürs. Dadurch bildet sich ein viskoser Schutzfilm auf der Oberfläche des Geschwürs, der verhindert, dass Magensäure und Verdauungsenzyme die geschädigte Stelle weiter reizen oder schädigen.
Dosierung
Empfohlene Dosierung für Ulcera duodeni: entweder 2-mal 2 Beutel/Tabletten oder 4-mal 1 Beutel/Tablette täglich.
Für Ulcera ventriculi: 4-mal täglich 1 Beutel/Tablette.
Ein Beutel Sucrabest Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 1000 mg Sucralfat, entsprechend 190 mg Aluminium.
Eine Sucrabest Tablette enthält 1000 mg Sucralfat, entsprechend 190 mg Aluminium.
Wechselwirkungen
- Die gleichzeitige Einnahme von Antazida kann die Wirksamkeit von Sucralfat beeinträchtigen.
- Die Resorption von Cimetidin, Ranitidin, Ciprofloxacin, Norfloxacin, Tetracyclinen, Ketoconazol, L-Thyroxin, Digoxin, Phenytoin, Sulpirid, Amitriptylin, Theophyllin in retardierter Form und Ursodesoxycholsäure/Chenodesoxycholsäure wird durch Sucralfat beeinträchtigt.
- Es ist möglich, dass Sucralfat die Resorption von gerinnungshemmenden Arzneimitteln beeinflusst. Daher sollte bei der Einnahme von anderen Arzneimitteln ein Abstand von mindestens 2 Stunden zu Sucralfat eingehalten werden.
Kontraindikation
Sucralfat darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
- schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Urämie, Dialyse-Patienten) aufgrund des Aluminiumanteils
Schwangerschaft
Abhängig von der Schwere der Beschwerden können Antacida, z.B. Sucralfat, der H2-Rezeptor-Antagonist Famotidin und aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer Omeprazol oder Pantoprazol verordnet werden [2].
Stillzeit
Aluminiumverbindungen können in die Muttermilch übergehen, jedoch besteht aufgrund der geringen Resorption kein Risiko für das Neugeborene.
Anwendungshinweise
- Bei Patienten mit Ulcera ventriculi (Magengeschwüren) sollte der H. pylori-Status bestimmt werden, da eine Infektion mit dem Bakterium als häufigste Ursache für solche Geschwüre gilt.
- Bei H. pylori-positiven Patienten sollte, soweit möglich, eine Eradikationstherapie angestrebt werden, um das Bakterium zu beseitigen und damit die Wahrscheinlichkeit von wiederkehrenden Geschwüren und Komplikationen wie Blutungen oder Perforationen zu verringern.
- Darüber hinaus soll vor der Behandlung von Magengeschwüren eine mögliche bösartige Veränderung ausgeschlossen werden, um eine Verzögerung der Diagnose und mögliche Verschlechterung des Zustands des Patienten zu vermeiden.
- Bei längerfristiger Anwendung von Sucrabest sollten die Aluminiumblutspiegel regelmäßig kontrolliert werden.
Alternativen
Es gibt verschiedene Behandlungsalternativen zu Sucralfat, je nach Indikation und Schweregrad der Erkrankung. Einige der möglichen Alternativen sind:
- Protonenpumpenhemmer (z.B. Omeprazol, Pantoprazol)
- H2-Rezeptorantagonisten (z.B. Ranitidin)
- Antazida (z.B. Aluminiumhydroxid, Magnesiumhydroxid)
- Misoprostol (synthetisches Prostaglandin E1-Analogon)
- Prokinetika (z.B. Metoclopramid, Domperidon)
- Fachinformation Sucrabest
- Embryotox: Refluxkrankheit, abgerufen am 14.04.2023










