Velmanase alfa

Velmanase alfa ist eine rekombinante humane Alpha-Mannosidase zur Enzymersatztherapie bei Patienten mit Alpha-Mannosidose. Der Wirkstoff adressiert die zugrunde liegende lysosomale Stoffwechselstörung durch Substitution des fehlenden Enzyms. Ziel der Therapie ist die Reduktion systemischer, nicht-neurologischer Krankheitsmanifestationen.

Anwendung

Indikationen

Velmanase alfa ist als Enzymersatztherapie zur Behandlung nicht-neurologischer Manifestationen bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alpha-Mannosidose indiziert.

Anwendungsart

Velmanase alfa wird ausschließlich als intravenöse Infusion angewendet. Die rekonstituierte Lösung wird über ein Infusionssystem mit Pumpe und einem 0,22-µm-Inline-Filter mit geringer Proteinbindung verabreicht. Die Infusionsdauer beträgt mindestens 50 Minuten und wird individuell unter Berücksichtigung des Körpergewichts sowie einer maximalen Infusionsgeschwindigkeit von 25 ml/Stunde berechnet. Die Anwendung erfolgt durch medizinisches Fachpersonal unter ärztlicher Aufsicht.

Wirkmechanismus

Velmanase alfa ist eine rekombinante Form der humanen Alpha-Mannosidase mit identischer Aminosäurensequenz zum endogenen Enzym. Der Wirkstoff ergänzt oder ersetzt die fehlende enzymatische Aktivität im Lysosom und katalysiert den sequentiellen Abbau mannosereicher Oligosaccharide. Dadurch wird die pathologische Akkumulation dieser Substrate reduziert und die systemische Krankheitslast vermindert.

Pharmakokinetik

Resorption

  • Intravenöse Applikation ohne Resorptionsphase
  • Mittlere maximale Plasmakonzentration im Steady State etwa 8 µg/ml nach 1 mg/kg

Verteilung

  • Niedriges Verteilungsvolumen von etwa 0,27 l/kg
  • Verteilung überwiegend auf das Plasma beschränkt

Metabolisierung

  • Abbau analog zu endogenen Proteinen zu Peptiden und Aminosäuren

Elimination

  • Biphasischer Abfall der Plasmakonzentration
  • Terminale Eliminationshalbwertszeit etwa 30 Stunden

Besondere Hinweise

  • Lineare Pharmakokinetik im Dosisbereich von 0,8–3,2 mg/kg
  • Kein relevanter Einfluss von Leber- oder Nierenfunktionsstörungen zu erwarten
     

Dosierung

Das empfohlene Dosisregime von Velmanase alfa beträgt 1 mg/kg Körpergewicht einmal wöchentlich und wird als intravenöse Infusion mit kontrollierter Geschwindigkeit angewendet.

Die Infusionsdauer muss mindestens 50 Minuten betragen. Die maximale Infusionsgeschwindigkeit beträgt 25 ml/Stunde und ist zur Kontrolle der Proteinbelastung einzuhalten. Die Infusionsdauer und -geschwindigkeit sind individuell auf Grundlage des Körpergewichts zu berechnen.

Falls nach Einschätzung des behandelnden Arztes klinisch angemessen, kann insbesondere zu Beginn der Behandlung oder bei vorangegangenen infusionsbedingten Reaktionen eine langsamere Infusionsgeschwindigkeit gewählt werden. 

Nebenwirkungen

Sehr häufig treten Diarrhoe, Pyrexie und Gewichtszunahme auf. Häufig wurden infusionsbedingte Reaktionen wie Überempfindlichkeit, anaphylaktoide Reaktionen, Schüttelfrost, Hitzegefühl und Übelkeit beobachtet. Ebenfalls häufig sind Kopfschmerzen, Schwindel, Arthralgie, Myalgie, gesteigerter Appetit, psychotisches Verhalten sowie Schmerzen an der Katheterstelle. In Einzelfällen kam es zu akuter Niereninsuffizienz oder vorübergehendem Bewusstseinsverlust. Die meisten Nebenwirkungen waren leicht bis mittelschwer ausgeprägt und reversibel.

Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt.

Kontraindikationen

Velmanase alfa darf nicht angewendet werden bei schwerer allergischer Reaktion auf Velmanase alfa oder einen der sonstigen Bestandteile

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Daten zur Anwendung von Velmanase alfa bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen. Velmanase alfa sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Velmanase alfa in die Muttermilch übergeht. Eine Resorption durch den Säugling wird als minimal erachtet, sodass keine nachteiligen Wirkungen erwartet werden. Die Anwendung während der Stillzeit ist möglich.

Verkehrstüchtigkeit

Velmanase alfa hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Anwendungshinweise

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Velmanase alfa zu beachten:

  • Überempfindlichkeit: Während der Infusion müssen geeignete Maßnahmen zur Behandlung allergischer Reaktionen verfügbar sein.
  • Infusionsbedingte Reaktionen: Bei Auftreten von Symptomen ist die Infusionsgeschwindigkeit anzupassen oder die Infusion zu unterbrechen.
  • Immunogenität: Bei Wirkverlust oder schweren Reaktionen sollte eine Antikörpertestung erfolgen.
  • Therapieevaluation: Der klinische Nutzen ist regelmäßig zu überprüfen, insbesondere bei fortgeschrittener Organbeteiligung.
  • Rückverfolgbarkeit: Name und Chargennummer des biologischen Arzneimittels sind zu dokumentieren.

Alternativen

Als mögliche Alternativen zu Velmanase alfa kommen folgende Wirkstoffe infrage:

Quelle:

Fachinformation Velmanase alfa, EMA

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1 Präparate mit Velmanase alfa