Etelcalcetid
Etelcalcetid gehört zur Wirkstoffgruppe der Calcimimetika und aktiviert selektiv den Calcium-Sensing-Rezeptor der Nebenschilddrüse. Es senkt effektiv den Parathormonspiegel bei Patienten mit sekundärem Hyperparathyreoidismus, der im Zusammenhang mit chronischer Nierenkrankheit bei Dialysepatienten auftritt.
Etelcalcetid: Übersicht

Anwendung
Der Wirkstoff Etelcalcetid ist für die Therapie von sekundärem Hyperparathyreoidismus bei dialysepflichtigen Patienten mit chronischer renaler Dysfunktion zugelassen.
Wirkmechanismus
Das synthetische Peptid Etecalcetid senkt den Parathormonspiegel, indem es agonistisch an den calciumsensitiven Rezeptoren der Nebenschilddrüse bindet und diese Rezeptoren aktiviert. Dadurch wird die Bildung von Parathormon vermindert bzw. unterdrückt. Die mit Hyperparathyreoidismus einhergehenden erhöhten PTH-Konzentrationen normalisieren sich.
Nebenwirkungen
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Etelcalcetid zählen verminderte Blutcalciumspiegel sowie (durch Calciummangel bedingte) Muskelkrämpfe und Verdauungsstörungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Etelcalcetid zu beachten:
- Hypokalzämie: Nicht bei niedrigem Serumcalcium beginnen; bei Symptomen sofort medizinische Hilfe suchen. Calciumspiegel vor und während der Behandlung regelmäßig überprüfen.
- QT-Verlängerung: Bei Hypokalzämie kann das QT-Intervall verlängern, was zu Arrhythmien führen kann. Besondere Vorsicht bei Patienten mit Risikofaktoren für QT-Verlängerung.
- Krämpfe: Bei signifikanter Senkung des Serumcalciums kann die Krampfschwelle sinken. Engmaschige Überwachung bei Patienten mit Krampfanfällen.
- Herzinsuffizienz: Signifikante Senkung des Serumcalciums kann Herzleistung verschlechtern. Überwachung bei Patienten mit Herzinsuffizienz.
- Medikamenteninteraktionen: Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung mit Medikamenten, die Calciumspiegel senken. Nicht zusammen mit Cinacalcet verwenden.
- Adynamer Knochen: Langfristige Suppression von PTH unter 100 pg/ml kann zu Knochenproblemen führen. Dosisanpassung von Vitamin D und/oder Etelcalcetid bei niedrigen PTH-Werten.
- Immunogenität: Möglichkeit der Antikörperbildung gegen Etelcalcetid, bisher kein nachgewiesener Einfluss auf Wirksamkeit oder Sicherheit.
Fachinformation Parsabiv










