Talimogen laherparepvec

Talimogen laherparepvec ist ein onkolytisches Virus, das speziell für die Behandlung von Melanomen entwickelt wurde. Es basiert auf einem genetisch modifizierten Herpes-simplex-Virus Typ 1, das gezielt Krebszellen infiziert und abtötet. Durch seine Fähigkeit, eine systemische Immunantwort gegen Krebszellen auszulösen, stellt es eine innovative Therapieoption in der onkologischen Behandlung dar.

Talimogen laherparepvec : Übersicht

Anwendung

Der Wirkstoff Talimogen laherparepvec (Handelsname Imlygic) ist indiziert zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem, lokal oder entfernt metastasiertem Melanom (Stadium IIIB, IIIC und IVM1a) ohne Knochen-, Hirn-, Lungen- oder andere viszerale Beteiligung.

Wirkmechanismus

Talimogen laherparepvec ist ein genetisch modifiziertes Herpes-simplex-Virus Typ 1, das für die onkolytische Therapie von Melanomen entwickelt wurde. Es wurde so verändert, dass es selektiv Tumorzellen infiziert und sich in ihnen vermehrt, wodurch diese Zellen letztendlich zerstört werden. Die genetische Modifikation umfasst die Deletion von zwei viralen Genen, ICP34.5 und ICP47, was das Virus für die Infektion von Krebszellen prädisponiert und gleichzeitig die Pathogenität gegenüber normalen Zellen reduziert.

Zusätzlich wurde das Gen für das humane Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierende Faktor (GM-CSF) eingefügt, welches die Freisetzung dieses Zytokins bewirkt. Dies fördert die Rekrutierung und Aktivierung von dendritischen Zellen und anderen Immunzellen am Tumorort, was eine systemische Anti-Tumor-Immunantwort auslöst.

Dosierung

Anfangsdosis: Imlygic wird zunächst in einer Konzentration von 1 Million Partikel bildende Einheiten pro Milliliter (PFU/ml) verabreicht. Bei der ersten Behandlung dürfen bis zu 4 ml dieser Lösung verwendet werden, wobei größere Läsionen zuerst behandelt werden sollten.

Folgedosierungen: Ab dem zweiten Behandlungstermin, der drei Wochen nach dem Beginn stattfindet, wird eine höhere Konzentration von 100 Millionen PFU/ml eingesetzt. Auch hier ist das maximale Injektionsvolumen auf 4 ml beschränkt. Bei diesen und allen weiteren Behandlungen sollten neue Läsionen Vorrang haben, gefolgt von größeren bestehenden Läsionen.

Dosierung nach Läsionsgröße: Das Volumen für jede einzelne Läsion variiert je nach ihrer Größe. Für Läsionen über 5 cm können bis zu 4 ml, für Läsionen zwischen 2,5 und 5 cm bis zu 2 ml, zwischen 1,5 und 2,5 cm bis zu 1 ml, zwischen 0,5 und 1,5 cm bis zu 0,5 ml und für Läsionen unter 0,5 cm bis zu 0,1 ml verwendet werden.

Die Behandlung mit Imlygic sollte mindestens 6 Monate fortgesetzt werden, solange noch behandelbare Läsionen vorhanden sind. Sollten nach einem kompletten Ansprechen neue Läsionen auftreten, kann die Behandlung wieder aufgenommen werden.

Kontraindikationen

Talimogen laherparepvec darf nicht angewendet werden bei:

  • Patienten mit einer Vorgeschichte einer Überempfindlichkeit gegen Talimogen laherparepvec
  • Patienten, die schwer immungeschwächt sind (z. B. Patienten mit schwerer angeborener oder erworbener zellulärer und/oder humoraler Immunschwäche)
Autor:
Stand:
21.11.2023
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2 Präparate mit Talimogen laherparepvec