Trametinib

Trametinib gehört zur Wirkstoffgruppe der Mitogen-aktivierten Proteinkinase (MEK)-Inhibitoren. Das Arzneimittel wird als Monotherapie oder in Kombination mit Dabrafenib bei Melanom sowie in Kombinationstherapie bei NSCLC, differenziertem Schilddrüsenkarzinom und pädiatrischen Gliomen eingesetzt.

Trametinib

Anwendung

Trametinib ist ein MEK-Inhibitor mit folgenden Indikationsgebieten:

Trametinib (Mekinist)

  • Melanom: Trametinib ist als Monotherapie oder in Kombination mit Dabrafenib zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ≥ 12 Jahren mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom mit BRAF‑V600‑Mutation angezeigt. Eine Trametinib-Monotherapie hat keine klinische Aktivität bei Patienten gezeigt, deren Erkrankung auf eine vorhergehende Therapie mit einem BRAF-Inhibitor fortschritt.
  • Adjuvante Melanom-Behandlung: Trametinib ist in Kombination mit Dabrafenib zur adjuvanten Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ≥ 12 Jahren mit Melanom im Stadium III mit einer BRAF‑V600‑Mutation nach vollständiger Resektion angezeigt.
  • Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC): Trametinib ist in Kombination mit Dabrafenib zur Behandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem NSCLC mit BRAF‑V600‑Mutation angezeigt.
  • Differenziertes Schilddrüsenkarzinom (DTC): Trametinib ist in Kombination mit Dabrafenib zur Behandlung von Erwachsenen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem DTC mit BRAF‑V600E‑Mutation angezeigt, sofern radioiodrefraktär oder nicht geeignet für eine Radioiodtherapie und mit Progress während oder nach einer vorherigen systemischen Therapie.

Trametinib (Spexotras)

  • Niedriggradig malignes Gliom (LGG): Trametinib ist in Kombination mit Dabrafenib zur Behandlung von pädiatrischen Patienten ab 1 Jahr mit einem niedriggradig malignen Gliom mit einer BRAF‑V600E‑Mutation angezeigt, die eine systemische Therapie benötigen.
  • Hochgradig malignes Gliom (HGG): Trametinib ist in Kombination mit Dabrafenib zur Behandlung von pädiatrischen Patienten ab 1 Jahr mit einem hochgradig malignen Gliom mit einer BRAF‑V600E‑Mutation angezeigt, die zuvor mindestens eine Strahlen- und/oder Chemotherapie erhalten haben.

Anwendungsart

Trametinib ist als Filmtablette (Mekinist) sowie als Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (Spexotras) verfügbar. Die Anwendung erfolgt oral einmal täglich möglichst zur gleichen Tageszeit. Trametinib sollte nüchtern, mindestens 1 Stunde vor oder frühestens 2 Stunden nach einer Mahlzeit, eingenommen werden. Bei einer Kombinationstherapie mit Dabrafenib erfolgt die Einnahme gleichzeitig mit der morgendlichen oder abendlichen Dabrafenib-Dosis.

Wirkmechanismus

Trametinib ist ein reversibler, hochselektiver allosterischer Inhibitor der Aktivierung von MEK1 und MEK2 sowie deren Kinaseaktivität. MEK-Proteine sind vorgeschaltete Regulatoren des Signalweges der extrazellulären signalbezogenen Kinase (ERK), welche die Zellproliferation fördert. Trametinib hilft beim Melanom mit BRAF V600E oder V600K, da die Mutation zur konstitutiven Aktivierung des BRAF-Signalwegs führt, der MEK1 und MEK2 umfasst.

Trametinib neu

Dosierung

Die empfohlene Dosis von Trametinib beträgt bei Erwachsenen 2 mg einmal täglich. Bei Jugendlichen ab 12 Jahren mit Melanom richtet sich die Dosis nach dem Körpergewicht. Für pädiatrische Patienten ab 1 Jahr mit Gliom wird Trametinib körpergewichtsabhängig dosiert.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen unter Trametinib zählen:

  • Hautausschlag
  • Durchfall
  • Fatigue
  • peripheres Ödem
  • Übelkeit
  • akneiforme Dermatitis
  • Pyrxie
  • Husten

Es wurde von tattooassiziierten Hautreaktionen mit unbekannter Häufigkeit berichtet.

Vollständige Angaben zu weiteren Nebenwirkungen und deren Häufigkeiten sind der aktuellen Fachinformation zu entnehmen.

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen müssen bei der Anwendung von Trametinib beachtet werden:

  • Da Trametinib vorwiegend durch Deacetylierung mittels hydrolytischer Enzyme (z. B. Carboxylesterasen) verstoffwechselt wird, ist es unwahrscheinlich, dass seine Pharmakokinetik durch andere Arzneimittel über metabolische Wechselwirkungen beeinflusst wird.
  • Arzneimittelwechselwirkungen über diese hydrolytischen Enzyme können jedoch nicht ausgeschlossen werden und könnten die Trametinib-Exposition beeinflussen.
  • Trametinib ist ein Substrat des Efflux-Transportsystems P-gp in vitro. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine starke P-gp-Hemmung in der Leber zu erhöhten Trametinib-Konzentrationen führen kann, ist bei gleichzeitiger Verabreichung von Trametinib mit Arzneimitteln, die starke Inhibitoren von P-gp sind (z. B. Verapamil, Ciclosporin, Ritonavir, Chinidin, Itraconazol) Vorsicht geboten.
  • Basierend auf In-vitro- und In-vivo-Daten ist es unwahrscheinlich, dass Trametinib die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel über eine Wechselwirkung mit CYP-Enzymen oder Transportsystemen beeinflusst.
  • Trametinib kann eine vorübergehende Inhibition von BCRP-Substraten (z. B. Pitavastatin) im Darm zur Folge haben, die durch eine versetzte Gabe (2 Stunden Abstand) dieser Arzneimittel und Trametinib minimiert werden kann.
  • Basierend auf klinischen Daten ist kein Wirksamkeitsverlust hormoneller Kontrazeptiva zu erwarten, wenn sie gleichzeitig mit einer Trametinib-Monotherapie angewendet werden.
  • Wegen des Einflusses von Nahrung auf die Resorption von Trametinib sollte der Wirkstoff mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen werden.

Kontraindikationen

Trametinib darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff angewendet werden.

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden und kontrollierten Studien mit Trametinib bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Trametinib sollte schwangeren Frauen nicht gegeben werden. Wenn Trametinib während der Schwangerschaft angewendet wird, oder wenn die Patientin während der Einnahme von Trametinib schwanger wird, muss die Patientin über das potenzielle Risiko für den Fötus informiert werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Trametinib in die Muttermilch übergeht. Da viele Arzneimittel in die Muttermilch übergehen, kann ein Risiko für den Säugling nicht ausgeschlossen werden. Trametinib soll stillenden Müttern nicht gegeben werden. Es muss eine Entscheidung getroffen werden, ob das Stillen oder ob die Behandlung mit Trametinib zu unterbrechen ist, wobei sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Mutter berücksichtigt werden sollte.

Verkehrstüchtigkeit

Trametinib hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Der klinische Zustand des Patienten und das Nebenwirkungsprofil sollten bei der Beurteilung der Fähigkeit des Patienten, Tätigkeiten zu verrichten, die Urteilsvermögen, motorische oder kognitive Fertigkeiten erfordern, in Betracht gezogen werden. Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass das mögliche Auftreten von Müdigkeit, Schwindel und Augenbeschwerden diese Aktivitäten beeinträchtigen kann.

Anwendungshinweise

siehe Fachinformation

Alternativen

Weitere MEK-Inhibitoren sind:

Wirkstoff-Informationen

Molare Masse:
615.39 g·mol-1
Autor:
Stand:
24.07.2026
Quelle:
  1. Fachinformation Mekinist.
  2. Fachinformation Spexotras, Stand: Mai 2026.
  3. Zeiser, Robert. "Trametinib." Small Molecules in Oncology (2014): 241-248.

Abbildung

Adapted from „ PI3K/Akt, RAS/MAPK, JAK/STAT Signaling”, by BioRender.com

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