Gonorrhö (Tripper) Kompakt

Gonorrhö zählt zu den weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sie wird durch Neisseria gonorrhoeae verursacht und betrifft Schleimhäute im Urogenitaltrakt, Pharynx und Rektum.

Gonorrhö Kompakt

Epidemiologie & Übertragung

  • Jährlich werden weltweit etwa 78 Millionen Fälle registriert.
  • Europaweite Inzidenz von ca. 5 pro 100.000 Einwohner. 
  • Besonders betroffen: Junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren.
  • Die Übertragung erfolgt durch direkten Schleimhautkontakt, insbesondere beim Vaginal-, Anal- und Oralverkehr. Auch eine perinatale Übertragung ist möglich.

Klinisches Bild

  • Männer: Eitriger Urethral-Ausfluss, Dysurie, selten asymptomatisch (10 %).
  • Frauen: Häufig asymptomatisch (50 %), sonst vaginaler Ausfluss (Fluor vaginalis), Dysurie, Zwischenblutungen. Unbehandelt drohen Komplikationen wie Beckenentzündungen, Unfruchtbarkeit oder ektopische Schwangerschaften.
  • Extragenitale Infektionen: Pharyngeale Gonorrhö meist symptomlos, rektale Infektionen mit Schmerzen oder Proktitis.
  • Schwangerschaft & Neugeborene: Risiko für Frühgeburten und Ophthalmia neonatorum mit Erblindungsgefahr.
  • Disseminierte Gonorrhö: In seltenen Fällen systemische Infektion mit Fieber, Arthritis und Hautläsionen.

Diagnostik

  • Mikroskopie & Kultur: Goldstandard für Erregernachweis und Resistenztestung.
  • Nukleinsäure-Amplifikationstechniken (NAT): Höchste Sensitivität, aber Resistenztestung nicht möglich.
  • Abstriche: Urethral, endozervikal, pharyngeal und rektal; zusätzlich Urintests bei Männern.

Therapie

  • Erstlinientherapie: Kombinationstherapie mit Ceftriaxon (i. m./i. v.) und Azithromycin (p. o.), um Resistenzen zu minimieren.
  • Alternative: Cefixim + Azithromycin, falls Injektionen nicht möglich sind.
  • Partnertherapie: Essenziell zur Vermeidung von Reinfektionen.

Prognose & Prävention

Bei frühzeitiger Therapie heilt die Infektion folgenlos aus. Unbehandelt drohen schwerwiegende Komplikationen.

Kondome bieten Schutz, jedoch kann eine Übertragung durch Oralsex nicht vollständig ausgeschlossen werden.

In Deutschland besteht keine generelle Meldepflicht – eine Ausnahme bildet Sachsen.

Hier geht’s zum Langtext Gonorrhö (Tripper)

Autor:
Stand:
25.03.2025
Quelle:
  1. AWMF Leitlinie. S2k: Diagnostik und Therapie der Gonorrhoe AWMF Registernummer 059-004.
  2. Mendling (2006): Vaginose, Vaginitis, Zervizitis und Salpinigitis. 2. erweiterte und vollständig neu bearbeitete Auflage: Springer Verlag Heidelberg.
  3. Page-Shafer et al (2002): Increased sensitivity of DNA amplification testing for the detection of pharyngeal gonorrhea in men who have sex with men. Clin Infect Dis; 34:173-6.
  4. RKI Gonorrhoe (Tripper) Ratgeber letzte Aktualisierung vom Februar 2018, Erstveröffentlichung 14/2013.
  5. Schachter et al (2008): Nucleic acid amplification tests in the diagnosis of chlamydial and gonococcal infections of the oropharynx and rectum in men who have sex with men. Sex Transm Dis; 35:637-42.
  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
Orphan Disease Finder
Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen: